Rosen-Blog   

  Suchen

Willkommen im Rosen-Blog

 

Hier finden sich sehr persönliche Essays zu den Themen
  • salonistische, rosische und andere Musik
  • Rosenmeinung zu heimischer Kulturpolitik & medialem Jazzaster
  • Rosische Sicht im All & Gemeinen 

 
Gute Unterhaltung!

 


Sandra Rose 21.06.2010 12:14   

Wien ist anders

 

Unglaublich und doch so überraschungsarm:
Kaum bist du vom idyllischen Landleben heimgekehrt, hat dich der städtische Alltag wieder.
In meinem Fall gar der Wiener.

Natürlich geht es in unserem südburgenländischen Fluchtdomizil weitaus gemächlicher zu.
Natürlich sind dort die Menschen grundsätzlich weit freundlicher und weniger agressionsanfällig.
Natürlich blühen dort auch noch die Blümchen, nachdem die sommerlichen Hagel- & überhaupt Schlechtwetterfronten ihren Schaden angerichtet haben.
Ja, DIE blühen nämlich trotzdem noch.

Und HIER, in Wiens Herzen, blüht nix.
Ein Umstand, der sich weniger in der durchaus ja auch hier grünenden Fauna denn in den Gesichtern bzw. oft grenzwertigen Aussagen zu wuasi wuaschd-was des "Wieners" - sofern es den in seiner Urform gibt- zu manifestieren weiß.

Und wenn es je so aussähe, als blühte etwas, z.B. des Durchschnitts-Wieners Herzerl, dann handelt es sich vermutlich um ein Fata Morgana- ähnliches Phänomen, das man vor Verlassen des Landidylls noch unbewusst durch Zufuhr eines satten Achterls Uhudler selbst heraufbeschwört hat.

Nachdem ich den aber nicht trinke, reduziert sich in meinem Fall die Wahrscheinlichkeit lediglicher Einbildung auf ein Minimum.

Die Wiener "Ois is Oasch"- Sicht der Dinge hält Einzug, sobald man die Stadtgrenze erreicht hat- in Zeiten eigener Motivationsdefizite auch bei einem selbst, ob man´s  will oder nicht

Wenn´s  hart kommt, ist einem nicht mal das Übersehen eines der immernoch vorhandenen "Wien ist anders"- Schilder auf der Autobahneinfahrt vergönnt. Oder, noch schlimmer: Der Stau lässt einen genau vor dem aus dem letzten Fünftel des vorherigen Jahrhunderts stammenden Dorotheum-Plakat zum Stillstand kommen: Dauergrinsekatze Sandra P.- die Kollegin, für die ein Wort des Grußes quasi ausnahmslos in direktem Zusammenhang mit Kamerapräsenz denkbar zu sein pflegt-, behängt mit güldenem Geschmeide,
dass man gespannt sein darf, was von all dem nun den eigenen Geschmacksnerv effizienter zu beleidigen vermögen wird.

Jedenfalls ist der Grundtenor bei Wien-Näherung einer, der sich urtypischerweise - man muss nur lang genug hier leben, um dieses Phänomen ebenfalls zu verspüren- gemeiner Weise vorrangig in Momenten des absoluten Drangs nach Selbsterrettung vor dem gar gräuslichen Sog des Wiener Negativismus klammheimlich auch auf Zugereiste überträgt.
Und breit macht.
Soooo braat, dass man - ist man mal in der eigenen Haustür drin- locker zu überlegen beginnt, ob denn die 3 Stockwerke gegebenen Falles eh hoch genug wären.

Scheusslich, was dem eigenen herzhaftem "JA! Das Wetter ist schlecht, die Wirtschaftskrise ereilt uns alle, Arigona muss gehen, der Cato ist selbst tot noch ziemlich lebendig etc., dennoch wird alles wieder gut" entgegengekotzt wird.

Dass im Postkastl (für all meine geliebten Piefke-Geschwister: der Briefkasten) kaum erfreuliche Post zu finden ist, ist eine - langzeitabgeklärte und somit allenfalls Enttäuschungsimmunität erfordernde- Sache.

Dass man der Büro-Nachbarin unlängst auf die Bitte hin, den im Büro befindlichen Riesenkühlschrank zu festivitiven Zwecken als Zwischenlager nutzen zu dürfen, gern nachkommt, bei Rückkehr dann aber den Kühlschrank - der ausgemachter Weise natürlich vor Ort hätte bleiben sollen- nicht & den anderen, immerhin verbliebenen, aufgrund unsachgemässer Befüllung, sperrangelweit geöffnet sowie mit zersplitterten Flaschen & sonstigem Gegläse in seinem nassen Eckerl stehend vorfindet, ist dann allerspätestens Anlass zu richtigem Ärger à la Viennoise.

Währenddessen mein Mann- dieser stets bemühte, meinige, nämlich- sich denn um die durch Heirat neo-intellektualisierte Frau Nachbarin anstatt um die weit wichtigere eigene Firma zu bemühen verschwendet, rufe ich bei der Polizeidienstelle an- ward doch ein zu beantwortendes Schreiben inmitten all der unnötigen Zusendungen zu finden:

Ich rufe die angegebene Durchwahl und lande in der Vermittlung, die mich wissen lässt, dass der Herr Dingens nicht die am Amtsschrieb angegebene, sondern die Durchwahl X hätte.
Aha.
Rufe dort an. 
Werde abermals weitergeleitet. 
Wieder falsch.

Gut.
Ich versuche eine andere Durchwahl.
Vermittlung.

Tüüüüüüüüüüt.
Na, dann. Probieren wir´s  nochmal. Kann ja nicht so schwer sein.
Dienststelle Leopoldstadt:

Weibliche, junge Stimme mit Artikulationsschwäche.

Ich erfahre, Herr Dingens hätte heute dienstfrei.
Gut, und wie kann ich ihm bitte Folgendes ausrichten lassen?
Die Antwort mutiert in ein schnippisches Gestammel, Infogehalt gleich null, Niveau & Tonfall gleichen eher dem fragwürdigsten all der derzeit auf ebenjener Stelle vorstellig werden müssenden zurecht entnervten Asylanwärter nach 2 Tagen Österreich-Aufenthalt und Unkenntnis der Sprache.
Ich beschliesse per "Danke- und das nächste Mal san´s a bissl freundlicher, gö?!"

So eine ...., heasd!
ich hatte höflich um eine Auskunft gebeten, die ich nicht bekommen habe, das Wetter ist schlecht und der mir entgegengeschmetterte Tonfall lässt mich mutmassen, dass die Leidige zu jenen Beamteten der österreichischen Post zählt, die unlängst zwangsversetzt wurden....

Wien ist anders.

Ja, eh.

 

Ach, Wien.... wenn du nur wüsstest, wie schön und friedvoll es im Land der Burgen zugeht!

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 15.06.2010 13:52   

Urlaubszeit- Zeit zum Nachdenken

 

Nachdem ich den bis vor Kurzem rosisch vakanten öffentlich-rechtlichen Job eh nicht bekommen habe, kann ich diesen fantastischen Rosenblog getrost wieder völlig unzensiert freischalten:-)

Dann und wann eine kleine Übung in Diplomatie schadet dennoch nie.
Bringt aber in derlei Fällen auch selten was.

Zumindest nicht, solange Kollegin X, ursprünglich eine Freundin aus gesanglichen Anfangstagen, seit geschlagenen 15 Jahren stets zeitgerecht Wind davon bekommt, wenn die Rose bei Agenturen oder Auftraggebern für den ein oder anderen gut dotierten Job im Gespräch ist: Frau X weiss stets, was es zu tun gilt und tut somit das, was sie mindestens so gut wie singen kann: Sie macht den Job mit allen verfügbaren Mitteln für sich selbst aus.
Nicht immer, aber doch überdurchschnittlich oft auch erfolgreich. So wie eben, halt.

Singen sich nun also die jungen Leute, die dank des ORF´schen "Starmania" Nachfolge-Formats "Helden von Morgen" uar-schnell sowas änliches wie berühmt zu werden trachten anderweitig denn rosisch beurteilt von Runde zu Runde.

Kinder- lustig hätten wir es schon gehabt, versteht sich.
Und der, stets in sogar Heuschrecken verjagender Stimmlage formulierte, Satz, der mir bis heute in den eigenen Ohren quillt "Heasd, du bisd scho widda zu fläääätt"* wäre euch auch erspart geblieben:-)

* flat= a weng zu tiaf

Immerhin habe ich nun extra für den sommerlichen Hausgebrauch geblietschte Zähne, die 5. und vorläufig letzte Sandras Salon - Saison fulminant abgeschlossen und mache Urlaub.

Blietsching ist übrigens, eine derart tolle Sache, dass man sie unbedingt Leuten vorschlagen sollte, die man so gar nicht leiden kann:-)
Damit mich dieses erlittene Weiss nicht längerfristig allzu sehr irritiert, rauche ich derzeit besonders viel und bin tunlichst darauf bedacht, dann und wann auch mal was Süßes, ohne sofort folgenden Sensodyne-Gang, einzuschieben.
Klappt ganz prima.

 

Nun aber zu etwas, was mich tatsächlich und nachhaltig rührt:

Der Fall Zogaj

 

Ja, Sie wissen schon.

Für die, die nicht, hier die Zusammenfassung der Fakten (Quelle: kurier)

http://kurier.at/nachrichten/2008758.php 

 

Urlaub ist ja was Feines, und nicht, dass mir Gartenarbeit, Schwimmen oder schlichtes Sonnenanbeten nicht ausfüllend genug schiene, aber wenn´s menschenrechtswidrigen Tumult gibt, drängt es mich förmlich, den Mund aufzumachen..

Hier also mein Schreiben an Fr. Maria Fekter, unsere Innenministerin, deren Mitarbeiterin Fr. Simmel mir gestern telefonisch versichert hat, dass ein direktes mail an Fr. Fekter durchaus gute Chancen auf Beantwortung hätte:

 

 

Sehr geehrte Frau Minister Fekter,

 

 

Hiermit bitte ich Sie, mich wissen zu lassen, inwiefern Ihre Aussage, Arigona Zogaj könne nach einer Ausreise durchaus wieder nach Österreich einreisen, den Tatsachen entspricht.

Davon ausgehend, dass dies zwar für die 18-Jährige, nicht aber für ihre Mutter und kleinen Geschwister zuträfe, würde ich mich – auch im Namen unzähliger Bekannter- über Ihren persönlichen Lösungsvorschlag sehr, sehr freuen.

Und wenn´s  denn so wäre, könnte man sich diesen Weg nicht schlichtweg sparen?
Immerhin  kostet das nichts denn Zeit, Nerven und Geld:
Alles Dinge, die weder von der Zogajs noch von politischer, noch von des Steuerzahlers Seite zum Verschleudern da sind.

 

Dass Entscheide des VfGH umgesetzt gehören, versteht sich- auch, wenn sie nicht gefallen.
Dennoch verhält es sich so, dass just dieser Fall förmlich nach einer Ausnahmeregelung schreit.


Er schreit so laut, weil

- Österreichs Behörden mit gar so lahmen Windrädern gemahlen haben

- dieses Mädchen ein formvollendetes Beispiel höchst erfreulicher  Integrationsbereitschaft verkörpert und wir

- am Arbeitsmarkt genau solche jungen Leute hinkünftig sowieso verstärkt brauchen

- die heimischen wie auch die internationalen Medien diesbzgl. derart wachgerüttelt sind, so dass die ganze Chose  fürwahr kein gutes Licht auf Österreich wirft

- Ihre Polit-Kontrahenten Ihre, Frau Minister,  sicherlich korrekte, aber hartherzige, Haltung zum Anlass nehmen, auch andere Um- bzw. Missstände genauer unter die Lupe zu nehmen.

(Anm: Das "Und sowas will ja in Österreich keiner" hab´ ich mir prima erfolgreich verzwickt:-))

Wissen Sie, wenn man als Kind in einem fremden Land aufwächst, empfindet man dieses tatsächlich alsbald als Heimat.
Die „Fremde“ – noch dazu mit üblen Aussichten- ist in Arigonas und ihrer Geschwister Fall der Kosovo.

Dass im Ursprung der Familienvater Zogaj  all dieses Desaster verursacht hat und „seine“ Familie somit sowieso schon gestraft genug ist, wissen Sie ja auch.

 

Würden Sie sich nun für eine, für die noch zur Debatte stehenden 3 Geschwister samt ihrer Mama, dem auch in Ihnen schlummernden Bewusstsein der Menschenrechte entsprechende Lösung  stark machen, bin ich sicher, dass auch Sie am Ende eine Form der friedbringenden Erfüllung empfinden würden, die in Ihrem verantwortungsvollen Job vermutlich nur selten zu erleben ist.

 

In sehr gespannter Erwartung auf Ihre, so wage ich zu hoffen, persönlich formulierte Antwort, verbleibe ich

 

Mit freundlichen, aber nachdenklichen Grüßen,

 

 

Sandra Rose Otto

 

Gern in Österreich lebende,
in Frankreich aufgewachsene Deutsche
mit kroatischer Mutter, deutschem Vater,
weltweit verstreuter Familie und
österreichischer Steuernummer

 

Habe ich ihr heute geschickt und warte auf Antwort.

Bin gespannt, ob und , wenn, dann was da kommt.

 

Bleibt zu berichten, dass das bescheidene Örtchen Inzenhof im österreischischen Süd-Burgenland ein absoluter Wohlfühlort ist, ich eben ein nachmittägliches Gartenfeuerle ge- und 1 Hornisse sowie 5 übergebliebene fliegende Ameisen erlegt habe.

Was will man mehr.

All dies völlig jazzfrei.

 

Herrlich!
Um mein heutiges Glück komplett zu machen, fehlt nur noch, dass das mir völlig unbekannte Mädchen, ihre Geschwistern und die Mama einfach in Österreich bleiben dürfen.

 

 

NACHTRAG am 28.06.2010

 

Herrlich- ich sitze abermals im Land der Burgen.
Nach genau einer Woche in Wien hat´s  mir nämlich wieder gereicht.(s. Artikel oben)

Eine Woche, in der ich übrigens auch Post aus Frau Fekters Büro bekommen habe:

 

Sehr geehrte Frau Otto!

 

Ich bestätige den Erhalt Ihres Schreibens vom 24. Juni 2010, darf allerdings darauf hinweisen, dass die Frau Bundesminister für Inneres in dieser Angelegenheit bereits eindeutig Stellung bezogen hat.

 

Wie das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs bestätigt, haben das Bundesasylamt und der Asylgerichtshof korrekt gearbeitet. Das Innenministerium steht damit - auch in dieser Frage - für den Rechtsstaat und die Einhaltung der Gesetze. Dem Entscheid des Verfassungsgerichtshofs ist selbstverständlich Rechnung zu tragen. Arigona Zogaj hat Österreich daher zu verlassen.

 

Die Innenministerin hat bereits darauf hingewiesen, dass die Ausreise ohne Zwangsgewalt erfolgen kann. Reist die Familie Zogaj jedoch nicht selbständig in ihre Heimat, muss sie von der Fremdenpolizei abgeschoben werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Pichler

Bundesministerium für Inneres

Referat I/5/a

Bürgerdienst- und Auskunftsstelle

Tel. 01/53126/2343

Schön.
Auf das Schreiben vom 17. Juni ist er gar nicht eingegangen, der Herr Pichler, aber nachdem ich in regem Kontakt mit Gleichgesinnten bin, kann ich hiermit auch völlig wahrheitsgetreu sagen, dass genau dieses Schreiben an JEDEN gesendet wurde.
Affenköpf´.

 

Nun also mein Sommer-Idyll zu verlassen, ist mir zwar kein Bedürfnis, aber für die diesen Donnerstag stattfindende, von Autor Robert Misik sowie den Grünen ins Leben gerufene, Demo, komme ich einfach nicht umhin:

 

GENUG IST GENUG!

 

Arigona Zogaj und ihre Familie sollen bleiben!? Für eine menschenwürdige Asylpolitik!

 

Grossdemonstration: Donnerstag, 1. Juli 2010, 18.30 Uhr, Heldenplatz

 

Mein Demomuffeltum wird also erstmals freiwillig für einen in meinen Augen unsagbar wichtigen Zweck für genau einen Abend still gelegt.

"Freiwillig" übrigens deshalb, weil mein bisweilen einziger Demogang vor knappen 10 Jahren ein erzwungener war: Die Proben für die bombastisch aufgemachte, aber leidig ausgefallene Musical-Inszenierung von Österreichs einzigem "echten" Pop-Export-Schlager Falco waren in vollem Gange und das dazugehörige Enfant Terrible der heimischen Regie-Kunst, Paulus Manker, hielt das gesamte Ensemble  dazu an, die viel zu raren freien Stunden bei der Demo gegen die damals Einzug ins Geschehen findende blaue Mitregierung zu verbringen.

Na, was: Angefressen war ich.

Nicht, dass mir all das egal gewesen wäre- aber so, auf Zuruf vom Alten?- Nee, hab´ ich mir damals gedacht. Nur weil er es seit Jahren versteht, fette, meist rote Gelder für wuaschd-welchen, öfters auch mal unter dem Deckmäntelchen der Kunst, Fördergelder zu lukrieren, heißtdas noch lange nicht, dass ich.... egal. Nachdem diese Zwangsbeglückung ja nur eines der vielen Highlights mit Hrn. Manker waren, habe ich die Produktion zwar noch auf CD ein bisserl miteingesungen, aber dann noch zeitgerecht vor der Premiere das Territorium geräumt.

 

Na, ich befürcht´ ja schon, dass ich u.a. auch genau DEN dann am Donnerstag treffen werde.

Bin ich froh, dass ich auch andere, mir weit sympathischere, Menschen dort treffen werde.

 

In diesem Sinn.

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 27.01.2010 12:28   

 

o, facebook, mein!

Um eine kontinuierliche Bestückung der rosischen Verwunderungsliste braucht man fürwahr nicht bangen.
Besonders, seitdem auch ich dem facebook-Irrsinn verfallen bin und mich vor friends kaum mehr erretten kann.

Taugen tut mir das durchaus.
Immerhin habe ich so ohne großes Zutun wieder Kontakt mit einer ganzen Reihe von Menschen, die ich tatsächlich gern wieder hören, erleben, sehen wollte und kann- nebenbei, quasi- auch meine klitzekleine exhibitionistische Ader ausleben.

Habe ich eben ein Lachen vernommen?
Herrjeh, immer diese Stimmen!

Grossartig ist das.
Und so seltsam zugleich.
Von der Suchtgefahr ganz zu schweigen.
Facebook, halt.

Na, immerhin kenne ich von den mittlerweile vierhundertachtundneunzig friends gute 400 tatsächlich.

Vater, Onkel, Tante, Kühe- und - sinen, Kollegen eng, Kollegen lose, Kollegen aus älteren Tagen, Freunde und - Innen, Schulfreunde- und Innen, aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Amerika, eh von überall, Wiener - und Innen, Nachbarn, mehr und weniger Seelenverwandte.

Die anderen sind friends von friends oder eben Kollegen, die sich einfach grundsätzlich mit anderen Musikern austauschen wollen und die mich geäddet haben und die ich zugelassen habe.
Weil wegklicken oder überhaupt wieder rauswerfen kann man sie ja auch, die friends, die dann doch nicht so sind, wie man halt gern hätte, dass auch ferne friends eben sein sollten.

Als neulich z.B. ein alter Bekannter via Live-Meldungen seine gagerlbraune Polit-Ansicht zum Besten gab, war ich sehr froh, dass man die friends so dir-nix-mir-nix auch wieder löschen kann.
Weil ich anständig bin, habe ich ihm zuvor noch eine persönliche Nachricht geschickt und eben erklärt, dass ich mit Derlei nicht kann und v.a. nicht will, woraufhin er sich ebenso via persönlicher Nachricht noch bedankt hat, dass ich wenigstens die Erste sei, die das auch sagt. Er hatte sich nämlich schon öfters gewundert, dass ihn der ein oder andere kommentarlos deaktiviert hatte. Einfach so, mensch!

Aber es gibt auch nettere facebook-Aspekte:

Z.B. schaut man durch die diversen Verlinkungen auch auf websites,
die man facebooklos nie und nimmer entdeckt hätte und findet
Interessantes, Schönes, Spannendes, Heiteres-
aber auch Entsetzliches, so grottenschlecht,
dass man sich gar außerordentlich darüber amüsieren kann.
Ein Funken Bosheit, den auch ich mir nur ungern entgehen lassen will.


Hier meine persönlichen Highlights der vergangenen Tage


1) Der mir schon seit ewigen Zeiten suspekte Kollege O.,
der nun zu allem Elend auch noch eine Gesangsschule betreiben muss, die sich da Vocal-Academy nennt.
Wie sonst, bittä!
Auf der Seite steht, dass er, also Er- abgesehen vom art director-Posten- auch Dozent für

"Interpredation / Bühnenpräsenz / Kompostion"
ist,
was mich ganz vorzüglich zu unterhalten wusste.

Die Ihm unterstellte Dozentin widerum kümmert sich um
"
Liedinterprädation" -
ein bedagogisch gefinkelter Schachzug, wie ich vermute.

2) Der andere Kollege, der - wie ich via Live-Neuigkeiten erfuhr- eben von Kollege X geäddet wurde,
was mich stutzig machte, weil ich dachte "Also, wenn der den leiden kann, fress´ ich ´nen Besen" und auf dessen website ich also- aus purer Neugier, versteht sich- geschlittert bin, die einem (wunderbar stillos aufbereitet) sagt:
"Seine neuen und alten Hits, sowie Gibsy Kings Songs sorgen für Ausgelassenheit bei jedem Event."
Na, bumm.

3) Auf facebook Videos und Artikel zu verlinken, die man eben selbst gefunden hat und die man keinesfalls den friends vorenthalten möchte, gehört natürlich auch dazu:

Meine Favoriten sind

 

Die skurril-bedenklichen

- Das Clip von der ÖVP-Praktikantin (unfassbar bescheuert)

- Ein Blick auf HC Straches facebook-Seite... (vor dem Anklicken bitte eine sturzsichere Sitzposition einnehmen!)


 

Die lustigen

- Wum & Wendelins "Was spielst du denn da?" (goldig!)

- Hape Kerkelings HURZ (grossartig!)

- Begrüßungslied von Biggi & Erwin im Club Las Piranjas (brüll!)

- Ansprache von Fr. Dr. Wenger im Club Las Piranjas (Achtung, ähnliche Lachgefahr wie oben!)

- mascheks "Obama & das Fickendickicht" (köstlich!)

- HC Strache wird zerlegt "Wir sind Kaiser" (2-teilig, gelungen!)

- DSDS Apfelringe (putzig!)


Sinnvolles wird bei passender Laune nachgereicht:-)

Rosen-Fazit zum Thema facebook & Co:
 
facebook ist prima, youtube kann was,
mal lustig, einfach informativ, kommunikativ.
Eigentlich nichts Schlechtes.

Aber ich will

- kein virtuelles Aquarium

- keine lost little cows für den Bauernhof, den ich nämlich

- auch nicht will

- keine Veranstaltungseinladungsschwemme

- keine Herzerl-, Bärchen-, Rosen-Anfragen

- nicht wissen, welche ultra-peinlichen Kommentare oder Fotos von Leuten, die mir eigentlich wert sind,
  dann und wann, aber stets garantiert freiwillig eingestellt werden

  und nein,

- gestern wollte ich nicht der Gruppe "Ecole Hotelière" beitreten,
   heute will ich auch nicht der Götz-Kaufmann-Memoriam-Gruppe beitreten,
  
Quizspielchen konnte ich noch nie richtig leiden,
   Fan bin ich bitte nur von Menschen, die ich tatsächlich hochgradig schätze und Mafia-wars finde ich doof.

   Sollte ich doch wider Erwarten eines Tages die Farbe meines BHs als Status posten, 
   bitte ich um umgehende Einlieferung.

 

Und nun auf zu Sinnvollerem!

 

1 Kommentare anzeigen

Sandra Rose 08.01.2010 12:01   

Wing Tschun- Fitness , rosisch betrachtet

Heginger, Tschaikner & Rose - Das ultimative Fitness Trio Infernale


Agnes´ Schilderungen ihrer aktuellen sportiven Glanzleistungen und den daraus resultierenden höchsten Freuden in Sachen selbstverteidigungsähnlichem Boxen inklusive einzigartigen Workouts kamen mir gen 28.12.09 wie gerufen.

Elke einen weißen Spritzer geniessend,
ich mich -erleichtert (Weihnachten ist vorbei, nix is´ g´scheng!)- an meinem kleinen Schremser labend,
Agnes in voller Pracht genüsslich am -Achtung!- Tee schlürfend,
sitzen wir postweihnachtlich-presilvesterlich, im Rahmen eines spontanen Umtrunks, in der heimatlichen "Einfahrt".

"Ihr könnt euch ja gar nicht vooorstellen, wiiie leiwand das ist!- Das tut ja sooo gut!!!- Ja, wirklich- seeehr leiwand ist das."
"Wing woos?" "Tschun" "Wooos?" - Egal. Klingt hervorragend. Es handelt sich eindeutig um die ultimative Version des Dampf-Ablassens, soviel steht fest. Konditions-, Kraft-, Antiagressionstraining plus die Option auf paar Kilo weniger- JA! DAS ist unser Ding!
Elke findet das auch und betont, wie wichtig es doch wäre, sich endlich- also so nach 10 Jahren- wieder mal sportlich zu betätigen. Ich nicke und bestelle sicherheitshalber noch ein Schremser. Man kann ja nie wissen.
Der Anblick dieser kraftstrotzend vor mir thronenden Agnes in restlosem Einklang mit ihrem Teehäferl macht mich ganz wahnsinnig!!!

Neues Jahr, neuer Schwung - Rose & Elke go Wing Tschun. Beschluss einstimmig angenommen.

29.12.09

"Hallo, liebes fitness-Team,

auf Empfehlung von Agnes Heginger möchten wir gern Ihr Studio besichtigen und
auch gleich eine gemeinsame Probestunde im
Dampf-Ablass-Boxen absolvieren.
Wir kämen zu zweit und wenn´s  uns
taugt gern öfters:-)

Ginge bei Ihnen der Do., 7.1. nachmittags?

Vielen Dank & LG vom Karmelitermarkt,

Sandra Rose"

 

30.12.09

"Liebe Sandra,

Do wäre es 17:00 Uhr oder 19:30 Uhr möglich ein Probetraining mit Studiobesichtigung zu machen.

Ihr seid am 7.1 und an jedem anderen Tag herzlich willkommen.
Wir freuen uns auf Euer Kommen
LG und bis dann"

Na, schau- die sind aber echt uar-nett.
Da fällt einem die Überwindung gleich leichter.
Meint auch Elke.

5.01.10

Ich erstehe ein Fitness-Dress. Bei Tschibo, die haben nämlich viel bessere Dinge denn ihren Kaffee.
Ich freu mich weil´s so nett ausschaut und nur € 19,90,- kostet, so antrazhitfarben die Hose und das hübsche Jackerl in Altrosa dazu. Als ich´s auspacke, ist nur die Hose drin. Das altrosa Jackerl war nur auf der Verpackung, damit man weiß, dass man es passend zu dieser Hose kaufen hätte sollen.
Andi bestellt´s mir umgehend online. Danke, Schatz.
Damit mein Sportselan nicht gleich flöten geht, vermute ich.

 

7.01.10

Mein altrosa Kampfdress ist noch nicht da, aber ich fühl´ mich den ganzen Tag so, als hätte ich am Abend einen ganz einen tollen Gig. So herrlich aufregend ist das und ich bin total erleichtert, als Elke das Startzeichen gibt, indem sie doch glatte 10 Minuten früher denn vereinbart vorm Haus vorfährt.

Gleich geht´s lo-hos!

Top oder Stock 2?- Wir fahren in den 2. Stock. 
Falsch.
Also doch Top.
Moment, gl-a-heich!

Ein Mann steht in der Tür.
Wieso eigentlich ein Mann?- Stand doch überall, dass hier nur Frauen und so...und ein deutscher Mann auch noch! Um die 30, Marke "Meine Coolness und ich fühlen uns total wohl miteinander, nur können wir´s  nicht zeigen" mit skurillem Hauberl, das sogar in der Passage maximal als Pürzl-Schutz durchginge.
Er faselt wirres Zeug und dürfte erst vor kurzer Zeit österreichisches Territorium betreten haben.

Umkleide. Hier scheint es üblich zu sein, sein Zeugs eher wild um irgendeinen Sessel zu drapieren. Eine Art lockere Aufbahrungshalle für Strassenbekleidung und Damenhandtaschen.

Elke und ich stehen in Montur und warten, was nun kommt.
Kommt was?
Schwer zu sagen.

Der Typ- in Folge Trehna genannt- bequemt sich nach 10 Minuten zu uns und faselt abermals wirres Zeug:
Vonwegen, wir sollten da mal bissi schauen und so, was da die anderen Damen und so...
Welche Damen?- Diese verklemmt, schlecht bis gar nicht gevö...,dreinblickenden Federgewichte, etwa?!

Website-Zitat
"Bei uns trainieren nur nette Leute und wir haben eine super Atmosphäre."
Ach, vielleicht diese eine etwaig tatsächlich nette LeutIn mit 2 sicherlich ähnlich netten Mini-LeutInnen - meint er die?
Gehören die zum Wohlfühl-Inventar?


"Du, ähhh..." (er weiß ihren Namen nicht) "kannst du mal den beiden da die ersten Grundübungen zeigen?".
Elke und ich werden in die Klauen einer blutigen Anfängerin entlassen.
Sie heißt Sandra. Das merk ich mir.
"Du, was iss´n des jetz eigentlich?", frag ich, "Sind das jetzt Wing Tschun Grundsteps, oder wie?!"
Ein zögerliches "Ja" verhallt im erbarmungslos schlechten Hintergrundsound aus der Tube. 
Der Armen fehlt der Durchblick.
Scheint Grundvorraussetzung hier zu sein, wenn ich mich so umblicke.

Der Trehna erbarmt sich unser und meint, er wolle nun mit uns - Elke , mir sowie einer strassenbekleidet verbliebenen vermeintlichen Interessentin- die Studiobesichtigung machen.
Mensch, toll- da steht eh nix!
Die dufti Geräte kommen aber bald, versichert er. Die stehen dann nämlich in diesem Durchgangsraum, der landläufig auch als fensterloser, garantiert frischluftfreier Schlauch bezeichnet werden könnte.
Und die Geräte kommen auch ganz sicher nächsten Mittwoch. Oder war´s Freitag?
Immerhin gibt´s  den tollen anderen Raum noch, dort, wo eh schon 2 so Laufmaschinen stehen.
Eine nette LeutIn grinst uns immerhin an, als wir reinkommen, die andere nette LeutIn schwitzt.
Und der prima screen, betont der Trehna, der sei auch ganz klasse, weil wir dann unsere dvds mitbringen und während des Schwitzens ansehen könnten.
Klasse, wa?!

Ich denk mir "Du Koffer, ich komm doch nicht zum Fernsehen hierher". Elke ist schon im Begriff, sich geistig auszuklinken.

Wir stehen im Vorzimmer.
Der Trehna wiederholt zum gefühlten 23. Mal, dass dieses Angebot Wien-weit das billigste überhaupt sei. Hm.
Also günstig ist ja gut und durchaus nicht zu verachten, aber billig?! Nö, also Verkaufsgenie bist du keines.
Dass auch sein pädagogisches Vermögen unterirdisch - vermutlich in einem uns unbekannten sportsmen-Bunker- radikal brachzuliegen scheint, werden wir erst in Kürze erfahren.
Nicht ohne, allerdings, vorher noch auf Elkes Anfrage, inwiefern denn während des Trainings immer so seltsame Musik liefe, noch die Antwort "frgjsschdgung...meditative...grtzschdj...China-Restaurant....grwll...Atmosphäre" zu erhalten.
Aha. Sehr interessant. Fürwahr.
Erklär´ das mal einer Ö1-Moderatorin...alles halb so wild. Is doch klasse Mucke, oder was?!


Agnes kommt.
Na, endlich! Hättest uns ja schon etwas konkreter vorwarnen können, welch seltsamem Trehna wir hier begegnen würden, mensch!
Elke und ich empfinden Agnes´ Erscheinen dennoch als äußerst erlösungsverheißend.
 


Die netten LeutInnen vom Streichelzoo werden ausgeblendet.
Endlich geht´s  ans Eingemachte.

Vorführung Agnes-Trehna: Buff-buff-buff...yeah!!!
Mich kribbelt´s, mensch, darf ich dem endlich auch mal eine...?
"Ja, zeig´s  ihm, dem Piefke!!!" entfährt´s mir aus voller Rosenbrust. Ja, herrlich ist das!!!
Agnes lacht.
Elke auch.
Der Trehna nicht.
Ja, bist du deppert - die drischt schön rein, meine Herrn!
Endlich darf auch ich drauf loshauen. Leider nicht auf ihn. Aber Agnes erweist sich als kongeniale Gegenspielerin.

Elke!!! Das müssen wir fotografisch festhalten!!!- Liegt in meiner Tasche...dankeee..."
Geil, so mit dem Schutzschild davor und druff! Yesss!!!
Agnes erklärt mir das ganz dufti, aha- so - nicht so. Gut, dann druff!!!
Elke: klick.

Trehna: "Nö, nö, nööö - Fotos geht gaaar nicht!!! Löschen, aber sofort!!!", herrscht er Elke an.
Hat der bloss einen Vogel oder hat er sich noch nicht bei der gewerblichen Wirtschaft angemeldet?!
Egal.
Beine rechts-links-rechts-links- druff- jawollllll, jetzt Hände rechts-links-scheiß auf die hinnige Rosenhand-rechts-links. Yeah!!!! Ellbogen. Yes!!!! Weiter so! O, wie grossartig iss denn das?! Und DRUFF!!!

Der Trehna kommt und meint "Du, weißte....?, hier läuft alles mit Respekt- du kannst nich einfach alles zu mir sagen"
Wie meinen?
Geh, biddä- nimmt der mir den Piefke-Sager krumm, oder was?- Hallo, ist da jemand?- Das war Spass. Spa-haaaass!!!
Aber tatsächlich: Der mental vermeintlich gestählte sportsman vermag es nicht, über rosischem Teutonenschmäh zu stehen. 
Während seiner Rüge so dir-nix-mir-nix über´s Rosenhaar zu streichen, macht das Kraut nicht fetter.

Agnes und ich tun weiter: Immer schön druff.
Elke verschwindet auf die Toilette. Ich befürchte, das könnte in näherem Zusammenhang mit des Trehnas Musikauswahl stehen. Er spielt -sicherlich extra für uns- "Eye of the Tiger". 
Wir verkneifen uns einen höllisch lauten Lacher.
Hier, im Wing Tschun-Streichelzoo, wird nämlich hart trainiert und nicht gelacht. Dass das mal klar ist, bitte.
Und, nö: Fragen stellen gehört ebenso zu den absoluten No-Gos.

Zirkeltraining.
Erklären tut einem immer noch niemand was. Außer Agnes. Da habe ich allerdings schon in den verdammt harten Sandsack reingedroschen und der Pappmann ist auch nicht aus Pappe sondern aus ziemlich widerstandsresistentem Kautschuk.

Kondi-Gym.
Wow....unter dem winterlichen Rosenspeck verspür ich sowas ähnliches wie noch rudimentär vorhandene Bauchmuskeln.
Ach, sch...aber gut tut´s.
Bis auf 3, linke-Hand-nicht-mögliche, Übungen schlag ich mich wacker und hab eine mordsdrum Gaudi. Trotz DEM:-)

Abschliessend kommt er zu mir und Agnes und eröffnet uns, dass das so- mein nicht vorhandener Benimm und überhaupt- hier überhaupt nicht ginge und er mir dementsprechend von einer Anmeldung hier im Studio dringend abriete.
Agnes staunt, ich auch und sage sowas wie "Na, sei mir mal nicht bös- nach 10 Jahren bewege ich endlich mal meinen Arsch und hab eine riesen Hetz´und dann kommst du mir und erzählst, hier hätte man nichts denn leise zu sein & bloss nix zu er- geschweige denn zu hinterfragen?! - So einen Quatsch hab ich ja wohl auch noch nie gehört"
Er sagt, wenn ich das so sehe, dann "wünsche ich definitiv nicht, dass du dich hier anmeldest".
Und fügt dem ein jeglichen Restcharmes entbehrendes "Und tschüss!" hinzu.

Besonders lecker anbetrachts der zusätzlichen Scheußlichkeit, dass mir später beim Erfrischungsbier im Caféhaus vis-à-vis
auffallen musste, dass der eben zu diesem Ausgangszwecke im Portemonnaie befindliche Hunderter nicht mehr drin ward.
Da hat dann wohl zusätzlich noch diese -Elke und mir schon im Ursprung suspekte- strassenbekleidet verbliebene vermeintliche Interessentin zu Beginn, die ja dann auch ganz plötzlich verschwunden war, zugeschlagen.

Und weil die Pointe doch eine witzigere denn diese eigentliche sein sollt´, sei abschließend das ultimative Geheimnis gelüftet:
Er heißt Dirk.

 

1 Kommentare anzeigen

Sandra Rose 20.11.2009 12:50   

Witwesein ist manchmal schwer

 
Nun, selbst 14 Monate nach dem rasant rasenden Abgang des Ehegatten, in Claudia Haiders Witwenschuhen zu stecken,
ist sicherlich kein Zuckerschlecken.
Schon gemein, wenn die Presse keine Ruhe gibt und es sich selbstverständlich nicht nehmen lässt,
angetragenen Schilderungen diverser,
sich nun als Affaire, Kurz-bis-Langzeit-Lover oder -im Ursprung besonders beliebt- Lebensmensch von Jörg
outenden armen Kreaturen,
eine Plattform zu geben.
Geh!:
"Nein, danke- das ist uns zu brisant, unsere ethisch-moralischen Bedenken wiegen zu schwer", wer´n´s  sogn...

So ist das eben, wenn man eine Person öffentlichen Interesses ist.
Und so bleibt das halt auch postum.
Selbst, oder besonders dann, wenn´s  denn um´s Eingemachte geht.
Eingemachtes, nämlich, das ja eigentlich niemanden etwas anginge,
andererseits aber dank der Berichterstattung nichts denn der Sehnsuchtserfüllung sensationslüsterner Leserschaften nachkommt.

Sex sells.
Und Kinder, Behinderte, Horden Gleichgesinnter (bestes Bsp: Stadl) halt auch.
Von all diesen dann im Zweifelsfall nur die vermeintlich besonders unleckeren Leckerlis.
Ich mein, so Blümchensex und Kinder, die eh lieb sind und Behinderte,
denen man ihr Handicap erst auf den zweiten Blick ansieht -
das is´ doch nix.
Seid´s  mal ehrlich, mensch.

Schicksalsgebeutelte müssen her- wurschd wie.

Jetzt kam denn irgendwann noch so ein kleiner Schnuppl-eh-nicht-bös-eh-nix-denkender schwuler Bursch´ namens
René daher, der da eben auch seine 5 Minuten Berühmtheit unter dem Deckmäntelchen kaum verkraftbarer Trauer
auszukosten trachtete.
Abgesehen davon,
dass er sich so im Vorab zumindest den privat zu löhnenden Psy gespart hat,
hatte er seinen Sternschnuppenruhm inklusive ungeahnt schmerzvollster Nachwehen
und Claudia ward gar nicht amused.

Aber:
´Tschuldigen - jetzt hatte Claudia ja schon - im Sinne des Parteifriedens- den prolltoasted
Petzibären ungeschoren laufen lassen müssen,
da kann sie ja wenigstens dem René samt der, seine Schludrigkeiten breittretenden, Medien
eine Maulsperre verhängen lassen.
Hätte ich auch gemacht.
Völlig unabhängig dessen,
dass ich natürlich, wenn nicht gewußt, stets geahnt hätte,
mit wem ich da seit ewigen Zeiten verheiratet bin und unabhängig dessen,
dass mir eben des Göttergattens Eskapaden schon gehörig im langzeitverstimmten Magen lagen.
Eine Sache, die kein Leichtes ist.
V.a. nicht im erzkonservativen Österreich und in Kärtnen schon gleich gar nicht.
Also auch eine Sache, die man Claudia Haider beileibe nicht zum Vorwurf machen könnte.
Wieso auch?

Im Gegenteil:
Claudia hat das Recht darauf, endlich wieder ein halbwegs normales Leben führen zu dürfen und, mit ihr, die Familie.
Da braucht man weder ideo- noch anderweitig un-logisch ein Haider-Befürworter gewesen sein oder zu bleiben begehren,
da reicht es völlig aus, sich dessen bewußt zu sein, dass einer Familie die lange nicht gewährte Privatsphäre wiederzuschenken, schlicht selbstverständlich zu sein hat.
Sonst nix.

Der wahre Skandal ist, dass der gefinkelte Provinzanwalt denn gar so abstruse Klages-Inhalte wie Homosexualität sei "unehrenhaft", "ehrrührig" bzw. "ein Verstoß gegen die guten Sitten" zu Blatt brachte.

Ja- und jetzt wundern sich alle, dass genau dies von diversen Plattformen und Sprechern als Erniedrigung und
bedenklicher Rückschritt in Sachen Emanzipation des anderen Ufers betrachtet wird?!
Was, bitte, ist nun daran verwunderlich?

Bei allem Respekt für Claudia Haiders Ansinnen, bleibt es so,
dass hier jedem denkenden Bürger ein weiteres Mal auf elendig geschmacklos daherkommende Weise klar wird,
in welch rückständiger Geisteshaltung unser schönes Österreich befindlich ist.

So geht das nicht.
Und so gehört sich das auch nicht.

Ich sage das als Frau, die gerne Frau ist und von Herzen Männer liebt.

Und wenn nun meine kleine, aber feine Riege an homosexuellen Freunden und Freundinnen nun zu "sittenwidrigen" Bürgern degradiert werden, dann sad´s  bei mir mal wieder

ôlle im Oarsch daham.


 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 19.11.2009 10:19   

Bei mir sad´s  ôlle im Oarsch daham

Ha!
Endlich wieder einen rosischen Aufreger zu elektronischem Blatte bringen!
Ha!
Was heißt einen?!
Gut, zumindest diesen einen, mal.

Schauplatz Salon.
Stimmung, Publikumsandrang, bestgelaunte Band.
Wunderbar.

Just als ich mich zur Bühne begebe, um die Kollegen anzusagen,
ein kleiner Am-Arm-Schüttler von einem mir unbekannten Herrn Marke G´stopfter Hollawachl: "A Seidl, biddä".
Rosengrinser:
"Entschuldigen´s, ich bin wohl zwar multifunktional, aber für´s  Bier bin ich nicht zuständig", sag´s und
ernte einen jeglichen Charmes entbehrenden Blick.
Denke, erbarme dich seiner,
lege den Retourgang gen Bar ein, hole ihm sein Bier, stell´s  hin, sage rosenironisch
"Des is des erste Mal, dass i wem a Bier herstell."
Entschwinde auf die Bühne, Band spielt.
Alles klar.

Pause.

Zeit, den Musikbeitrag abzukassieren.
Das kann ich nun im fünften Salon-Jahr schon ganz prächtig, ehrlich wahr.
Eruiere, welche der anwesenden Damen nun zur Gattung "Musikerfrauen der heute auftretenden Künstler" gehören,
mache eine nette, alte Dame als Bandleader-Mama aus.
Die Mädls sind, wie immer, eingeladen, versteht sich.
Oder zweifelt hier wer an meinem Anstand?

Ich komme zum Hollawachl, sage
"Darf ich um den Musikbeitrag von jeweils € 10,- bitten?"
(Frau Hollawachl sitzt auch da).
Naserümpfend, die rechte Braue hinter seiner Bürokratenbrille verziehend, zückt er sein Portemonnaie und reicht mir € 20,-.

Na, geht ja.

Zweites Set.
Konzertende.
Mensch, dufti, heut´ Abend.

Befinde mich abermals vor dem Bühnenbereich, herze Kollegen, freue mich.
Frau Hollawachl wendet sich an mich und sagt in seltsam anmutendem Tonfall, den man landläufig getrost als schnippisch bezeichnen darf:
"Unnnd?- Hamm´s  bei der Frau Mutter auch ihre zehn Euro verlangt?!"
"Entschuldigen Sie: Lebensgefährten, Eheleut´ wie auch Mütter sind von mir grundsätzlich herzlichst geladen."

Unbekannter Depp vis-à-vis schaltet sich ein und sagt, Hrn. Hollawachl Gutes tun wollend:
"Na, un da Bruda is ka Lebensgefährte oda wos??!!"
"Tut mir leid, für Cousins, Cousinen, Tanten, Onkels wie auch Geschwister kann ich nicht auch noch...."
und ernte nun zum sakra dritten Mal des Abends von dieser entzückenden Runde angewiderte, anwidernde Blickesblitze.

Erzähle es später dem Kollegen, des Hollawachls Bruder, nämlich, der sich in die Knie schämt.
Wollte ich nicht.
Ist mir unangenehm weil gar zu bekannt:
Schließlich kann man nix für die eigene Familie.

Später stehen Herr und Frau Hollawachl noch an der Bar und kippen sich einen hinter die Grinzinger Bläh-Binde.
Als sie gehen, schaut sie mich an, nickt etwas unbeholfen, er ignoriert mich gekonnt.
Sie erntet den mir in diesem Moment allerarrogantest möglichen Rosenblick und ich denke mir

Bei mir san Leut´ wie ihr ôlle im Oarsch daham.

 

PS Herr Hollawachl ist ein bekannter und somit auch bestverdienender Steuerberater und
u.a. für die steuerlichen Angelegenheiten so einiger berühmt-berüchtigter Musiker zuständig.

Lieber Edi, Du bist der beste Steuerberater, den ich haben kann.
Bitte bleib mir recht lang erhalten, weil zum Hollawachl geh ich nicht mal,
sollte je ein plötzliches Steuerberatersterben um sich schlagen....

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 28.04.2009 12:53   

 

Fantastisch

Die Rosenlaune ist trotz diverser Seltsamkeiten einfach nicht unterzukriegen.
In solchen Momenten gibt es nichts Schöneres, denn zu denken: Schön, dass ich mit Sonnenschein im Herzen und manchmal auch im Hirn gerüstet bin.

Danke, Papa:-)

PS ich kümmere mich nun um Förderansuchen und Ein-und Ausgabenrechnungen für den Salon, freue mich auf den Mulo morgen und, eventuell, bemühe ich mich dann noch um die Aktivierung eines Kammerjägers für die Tante ( die berühmte aus Amerika - die ja nicht nur die wilden Kojoten Kaliforniens füttert und es sich dank des eigens angezüchteten Waschbären im Garten mit der Nachbarschaft verscherzt hat, sondern die ja nun auch eine ganze Horde zufriedener Ratten in ihrem Bungalow beherbergt)...

 

2 Kommentare anzeigen

Sandra Rose 20.04.2009 14:21   


Blöd gelaufen

Es ist ein Kreuz.
Nicht nur, dass mein langjährigster und treuster Fan und, über die Jahre, sehr liebgewonnener Bekannter tatsächlich vorgestern Abend verstorben ist (leider auch ohne dass ich ihm noch was am Bett hätte vorsingen dürfen) und eine meiner langjährigsten Freundinnen mit zarten 41 soeben ihren Lymphdrüsenkrebs bestätigt bekommen hat.
Nein, auch meine Nominierung für den Jazz-Pointen-Retter-Award 2009 ist völlig in die Binsen gegangen und also fällt mein für heute geplanter Salzburg-Besuch schlicht aus.
Dem schließe ich mich für heute gleich an.
But will be back soon. Eh klar.

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 16.04.2009 13:34   

Rose geht´s  gut. Rest passt auch. Fast

Nicht sensationell genug, diese Meldung?- Geh, seid´s ned so!!!
Das Wetter ist so schön, dass ich sogar meine Heuschnupfenattacken gern aushalte, die neuen Tabletten sind ganz toll, im Salon jagt derzeit ein Highlight das andere, die Rose hat Freude daran, mit fantastischen Kollegen wie z.B. diesem Orgel-Hero Wressnig oder meinen Altmeistern Faulhammer und Wonesch das ein oder andere Lied zu trällern und freut sich unheimlich, dass das zarte Rosenstimmerl trotz oder dank Schremser Ölung eh so klingt, wie´s  eh sein soll.
Üben tät dennoch nix schaden. Aber, ´tschuldigen, ich hab ja auch was Anderes zu tun:-).
Besonders beeindrucken tut mich ja der Umstand, dass mir auch zu später Stund´ und, de fakto, seit Längerem kaum bis gar nicht singend, diese Texte immer wieder einfallen.
Ein gutes Zeichen. Ich muss mal mit der Brauerei Schremser reden, ich glaube, sie bräuchten eh ein Werbemaskottchen.

Und mein im letzten Blogeintrag formuliertes Ansinnen, mich abermals mehrere Tage vom Medieninfodesaster zu absentieren, funktionierte zwar kurzfristig gar prächtig, aber als ich dann - ich gestehe - auf der Tankstelle Richtung Sommer-Wochenend-Domizil, dort, wo ich stets 2 Leberkässemmeln haben will, damit mir dann schon nach einer schlecht ist- Rast machte, konnte ich einfach nicht an diesen herrlich bunten Zeitschriften vorbeiziehen.
Ich hab sie dann alle gekauft. Alle, nämlich.

Da standen klasse Sachen drin. Ideal, um sich, sobald im Wochenendhaus angekommen, sofort ein Bier- diesmal ein Puntigamer- aufzureissen und Zeitschriften blätternd auf der Terasse zu sitzen. Großartig ist das.

Dann kam auch noch der Osterhase und ein Marder, der gern ein Wiesel wär´, fühlt sich seit Neustem ebendort, wo ich dann sonne und Zeitschrift fressend Bier trinke, auch sehr heimisch. Er wäre sehr, sehr gern ein Wiesel. Und schaut zumindest so aus. Ein pannonisches Mimikri-Exempel, sozusagen.
Und der Uhu, der heult immer in der Dämmerung. Und der Buntspecht ist gar nicht so groß wie ich dachte, dafür aber umso bunter. Er hat´s  auf den einen Apfelbaum abgesehen, aber er wird schon wissen, was er tut. Ist ja nicht umsonst ein Viech und kein Mensch.

Herrlich ist das. Nach 3 Tagen ist man sogar wieder fit genug, um das Stadtleben zu ertragen. Wunderbar. Und unser Dorf, das in der Stadt, ist ja sowieso vom Feinsten. Wer hier nicht wohnt, versäumt was.

Schön ist das.

Das einzige, was mich traurig stimmt, ist, dass es einem lieben älteren Jazzfan der allerersten Garde verdammt schlecht geht. Hatte mich schon gewundert, dass er sich so viele unserer schönen Abende entgehen ließ.
Ach, Wilfried- bist doch gar nicht so alt....und brauchen tun wir doch ganz unbedingt Leute wie Dich: die bei der Sache, der Musik, nämlich, sind und das von Herzen.
Ich ruf mal Deine Frau an- vielleicht kann ich Dich ja besuchen kommen im Spital. Ich sing Dir auch was.
Mist. Eben war ich noch bei guter Laune.
Aber: Takav ti je jivod, wie der Jugo sagt.

So ist halt das Leben.

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 29.03.2009 16:40   


Schlag-Zeilen der Woche

 

Es hat schon etwas Verstörendes.
Währenddessen ich die vergangenen 3 Monate außer gearbeitet v.a. gearbeitet habe, sind  ringsum sehr wilde Dinge passiert. Weltweit, versteht sich. Und Österreich, wie immer, mitten drin!
Unverzeihlich, ganze 3 Monate lang weder Rund noch Funk noch Print und Glump zu konsumieren. SO ist man nicht am Puls der Zeit und kann einfach nirgends mehr mitreden!
Weil, ehrlich mal, mein persönlicher Infostand ist ja manchmal auch schon grenzwertig eindimensional:

Wen gibt´s  hier schon, den es- abgesehen der handverlesenen Jazzfans- interessiert, welcher total gehypte Gitarre spielende Austrianer (gehypt in Österreich= mind. 3 Artikel, davon eine Coverstory in den Fachmagazinen, 5 CD-Kritiken, 1 Radioeinsatz in der Ö1 Jazznacht) schon wieder, mit 2 anderen eh-ur-tollen Gitarristen eine CD aufgenommen hat.
Oder juckt´s  wen, dass Freddie Hubbard (wer soll das bitte sein!?) das Zeitliche gesegnet hat oder muss man wirklich wissen, dass die Enkelin von Django, die eh nicht Djangos Enkelin ist, ein Wien-Konzert gab, bei dem sich die Balken gebogen haben und das Publikum schon vor der Pause in Scharen den- weil halt gehypt, weil vielleicht ja doch Enkelin von Django, ursprünglich vollen- Club verlassen hat?

Damit man wieder weiß, worum es wirklich geht, hilft nur ein Rundumblick in sämtliche Austro-Blätter, ein Durchklickmarathon im Weltweitnetz, nicht zu vergessen, ein tv-zapping-total.
Die psycho-hygienischen Folgen sind fatal.

Bei soviel Infonachholbedarf bleibt nicht mal Zeit, den zahllosen Einladungen, endlich fehsbuck beizutreten, zu folgen, mensch! Dabei hätte ich jetzt schon so viele frendz!

Jedenfalls sind die letzten Austro-News eine Klasse für sich. Ung´schickt, dass mir jetzt schon Dagmar Kollers Wort der Woche einfällt. Würde ich´s  vorzeitig zitieren, wäre die Pointe verhaut. Und das tu ich nicht,  weil ganz umsonst wurde ich ja nicht erst unlängst für den, leider nur Jazz-internen, „Pointen-Retter-Award“ 2009 nominiert.
Eine andere Geschichte, die in die Rubrik „Rosisches-Eindimensional“ gehört.
Schade, eigentlich.

Zurück zur Essenz der Austro-News: Dinge, die man hört ob man will oder nicht.

Rubrik Eh-alles

  • Rubrik Entertainment- Tanzende Sterne u. Ä. 

Tini Kainrath, für mich seit jeher das eindeutig beste Drittel der "Rounder Girls" und nun arrivierte Kollegin aus alten Tagen, hat 16 kg abgenommen und macht bei „Dancing Stars“ echt gute Figur.

„Dancing Stars“ ist eine Sendung, die ältere oder arbeitsscheue Leute wie ich morgens in der Wiederholung sehen können und die ich rudimentär verfolge, um zu sehen, wer von der Kollegschaft grad im durchwegs fein besetzten Live-Orchester spielt. Hr. Kugi, den ich saxofönistisch heiß verehre, schaut gern bissi verzwickt drein, Hr. Fuss, den ich ebenfalls stets zu schätzen wußte, umweht das Flair statischer Anteilnahme, Kollegin Ballwein ist so groß, dass man bei Einblendung der Band stets nur ihre Büste sieht, was bissi schade ist, weil sie sich ja sehr chic herzurichten weiß, stattdessen hört man sie aber wenigstens: Wenn´s  stimmlich hoch wird und pickt (dtsch. „stimmt“), ist es eindeutig sie. Scheiß zweite Reihe, dennoch. 
Vielleicht der Preis dafür, dass sie mir vor 15 Jahren nie anderes denn "Hearsd!- Du bisd scho widda flätt" zu sagen wußte. Gemein, zwar, dennoch hatte sie meistens recht:-)

Zurück zum Star der Chose: Tini  ist, abgesehen von ihren ungeahnten tänzerischen Qualitäten, einfach „ned auf die Bapp´n g´foiln“ (dtsch. „hat ein frech-gewitztes Mundwerk“), was, vermutlich unbeabsichtigt, das einzige tatsächlich unterhaltende Element des Formats bleibt. Sollte sie rausgewählt werden, halbiert sich die Quote. Weil dann ist es nimmer entertaining, nämlich.

  • Rubrik Kultur- Spring Awakening im Ronacher zu Wien

Wedekinds Frühlingserwachen ist fein und kann in seiner Musical-ähnlichen Bühnenfassung auch bei Nicht-Musical-Affinen bestehen. Finde ich und fanden auch die anderen Premierengäste. Aber die finden das sowieso immer, weil sie ja nicht umsonst Premierengäste sind.
Und weil die Presse eben die Presse ist, findet die wiederum dann ebensolches weniger. Was gemein ist, weil das Stück gelungen, die Musik fernab vieler Musical-Klischees, die Band super, die Darsteller gut bis sehr gut, die Choreographie großartig, das Bühnenbild schlicht und die Thematik zeitlos und somit topaktuell ist/sind.
Kein Wunder, dass die Kathi Zechner so ung´sund ausschaut. Da haben doch Andere schon mehr Kulturkohle für weit größeren Blödsinn verprasst. Gell, Paulus?- Ach, so- du bist´s, Adi. Hallo? –Oups,...Funkstörung in der Peripherie.

Die Feier ward im Übrigen eine nette.
Weil ich paar Kollegen getroffen habe, die ich sonst nie treffe, und weil Cordelia, meine Cordelia, die beste Bratschistin der Welt, und ich rechtzeitig beschlossen haben, die Kinder nachhause zu schicken:
Ihre 15-Jährige hätte den Seitenblickestürmern (dtsch. „Seitenblicke“- die tägliche österreichische Society-Sendung, die den Marktwert hiesiger Personen der Öffentlichkeit regelt) nur schwerlich standhalten können, ohne in üppig-unkontrolliertes Gejohle auszubrechen.
Allein was sie, die 15-jährige Catalina, mir beim Über-den-roten-Teppich-Stolpern, Sitzplatzfindung, Überbrücken der Pause und Hinausgang nach der Vorstellung geliefert hat,  wusste meine sowieso geschwächten Rosennerven auszureizen: „Boooahhh- die Marika Lichda- hearsd, die hat ja uaaargeile Schuhe“, „Woahhh, der Lugna- du, des is da Lugnaaa!!! Den find i jo sooo lusdig….“, „Boahhh, der mit die komischn Augn….der is a imma im Fernseha!“
Meine paar Achteln beim Festl danach hatte ich mir somit wirklich verdient und einen meiner mittlerweile sehr edlen Jazz-Spender, Kulturstadtrat Mailath, zu grüßen, fand ich leider keinen passenden Moment, weil irgendwie schien der mir verdammt belagert. Kein Wunder, weil Andere wollen ja auch ein Geld.

Wie gesagt: das Stück ist super, Kathi Zechner schaut schwer gestresst aus und die Presse war, wie meistens, böse.

Catalinas Begeisterung für Lichter und Lugner haben in mir dann noch, seit langer Zeit im Nähkastl verschollen geglaubte, Anekdoten wachgerüttelt:

Als mich vor paar Jahren mal Viktor Gernot während dem Austro-Aushängeschild sämtlicher Szene-Awards, der Romy-Gala, für ein spontanes Duett auf die Bühne bat und Marika Lichter mich nach dem mir zugedachten Applaus mit dem Kommentar „Was will denn diiie dô- und woos kô die übahaupt!?!“ strafte, kam ich nicht umhin, lautstark und quer durchs seitenblickende Gemüsebeet mit „Und was will diese alte, dicke Kuh eigentlich von mir?!?“  zu kontern.
Seither haben wir beschlossen, uns garantiert nie lieb zu haben. Zumal sie dann auch noch die von mir hoch geschätzte Journalistin und Klassefrau Andrea Puschl angemacht hatte, indem sie das Federgewicht Puschl mit ihrem szene-intern langzeitgefürchteten BAB, dem Big-Ass-Bump, vom Promi-Stehpult zu verdrängen für höchst notwendig hielt.

Auch dass ich, ebenfalls im Jahre Schnee, als Begleitung meiner Bekannten, der „Mädchen-Malerin“ Maria Lahr (die übrigens auch schönes Architektonisches sowie Katzen und sonstiges Getier malt, was allerdings noch nie wen interessiert hat), mal bei Baumeister Lugner zu Gast war, und eben jenem, 5 Minuten vor seinem Bühnenauftritt, das mir von ihm kredenzte Achtel Rotwein übers  ganze Hemd geleert habe (peinlich, aber ich musste trotzdem lachen- er auch) und er sich als weit smarterer Kerl erwies denn man meinen könnte, werde ich Cati erst in 10 Jahren erzählen.
Sie würde es mir nie verzeihen, dass ich ihr nicht mal ein Mörtel-Autogramm besorgt oder, noch besser, das versaute Hemd als Reliquie gesichert habe.
 

  • Heesters ist Gott

    Oups , jetzt bin ich in der falschen Rubrik- wollten wir uns nicht auf die Austro-News beschränken?
    Dennoch: Der Mann wird 105 und jetzt auch noch Gott. Schreiben die Zeitungen.– Na, servus… die haben, wie so oft, ung´schaut die APA-Meldung übernommen und letztere meinte eigentlich, er spiele Gott.
    Das stimmte dann zwar, wäre allerdings nichts Neues.

  • Bono kritisiert den Papst

    schon wieder international…egal. Wegen den Kondomen wär´s gewesen und die sollte man ja auch in Österreich benutzen, weil gepudert wird überall.
    Weshalb sich aber auch immer Leute einmischen in Dinge, von denen sie keinen Tau haben- nicht der U2-Gutmensch Bono ist gemeint, sondern Bayern-Benji Iksvau-i.
    Fällt das dann in die gleiche Rubrik wie Hr. Heesters? Wurde die Gott-Rolle doppelt besetzt?!
    Na, sicher ist sicher: Ich mein, so jung sind die ja auch nimmer. Und wer weiß, was geschieht, wenn einer von denen… nicht auszudenken! - Dann übernimmt, wenigstens in der Austro-Version, vermutlich der Erw..., na, der Josef Pröll, weil der Faymann sich nicht übers Casting traut.

  • Djörmenis Next Top-Moddl

    fällt eindeutig in die Rubrik Kultur. Im Kurier steht´s unter Freizeit. Auch schön. Sofern man eine hat.
    Und ich hab´s  ja wieder seit paar Tagen.
    In dieser zeitgenössischen Dokumentation über junge Mädchen, die via Laufsteg und Posing das ansonsten anstehende Studium bzw., noch öfters, die Frisösen-Lehre (heißt jetzt „Master“ für hair-stylist bzw. Topcutter) zu umgehen versuchen, gibt´s  ein österreichisches Mädl, das wirklich lustig ist.
    Inwiefern sie auch vif ist, kann man so genau noch nicht sagen, aber immerhin zeichnet sie sich dadurch aus, dass sie was hat, was andere nicht haben und, im Gegensatz zu so manch Konkurrentin auch Fragen zu beantworten weiß wie „Was ist eine Muse?“ oder „Wohin gehst du, wenn du zu einer Vernissage geladen bist?“. Das ist echt dufti. Weiß gar nicht, warum die von den bösen deutschen Mädls so gemobbt wird und wieso Österreichs SchülerInnen in der Pisa-Studie damals so verdammt weit hinten gelandet sind!
    Moddl-Mama Heidi ist übrigens manchmal bissi fies zu den Görls, aber das gehört so- weil sonst ist es nicht mehr lustig zum Schauen.
    Ich vermute ja, Marika- die Dicke mit den uaaargeilen Schuhen-  täte sogar der Heidi schön einschenken, wenn sie nur könnte. Ich finde Heidi kess und g´scheit.
    Und hätte ich meinen Andi nicht, könnte sie mir ruhig mal den Seal rüberschicken.
    Robben zählen seit jeher zu meinen Lieblingstieren.

  • Reunion 1: Spandau Ballet

Pop-Kultur, halt international, weil von heimischen Produktionen gibt´s angeblich ja immer nix zu berichten. 
Mal ehrlich, wer unserer Generation, so die End-Zwanz...nee,-Dreißiger, fanden die Nummern „True“ oder „Gold“ nicht auch cool? – Mag sein, dass die heute älteren Brit-Pop-Jungs nur bissi Kohle scheffeln wollen, aber wen juckt´s?-Denn: Es ist überall nachzulesen, sogar im heiligen standard.

  • Reunion 2: Robbie is back

Darf man das so als Hüterin des Leopoldstädter Jazz-Grahls überhaupt, Robbie Williams gut finden? Egal:
Auch ihm dürfte, wie obenstehenden Jungs, einfach das Knödl gar geworden sein. Wenigstens haben die allesamt mal eins verdient!
Singt er also wieder mit den paar charismafreien Tröten von Take That. Klasse. Und steht überall.
Dass Robbie mit seiner Swing-Dings –CD vor Jahren hunderttausende von jungen Leuten für den Jazz zu erwärmen gewusst hat, halte ich für einen nicht zu unterschätzenden Beitrag im Sinne der Sache. Da darf er auch gern wieder mit den…wie hießen die gleich?
Im gleichen Kontext zeitlos gut: Der österreichischen Kabarett-Truppe „Die Hektiker“ Version des Schleimklassikers „How deep is your Love“ - „Ich scheiss dir ins Hirn“. Eine rare Kombi von Bosheit und Witz.

  • standard – unterirdisch 

    Macht kaum mehr Spaß, sich beim morgendlichen Café durch die angebliche Qualitätstageszeitung Österreichs durchzuwurgeln.
    Und das Kultur-Ressort ist mittlerweile überhaupt zu vergessen:
    Dem Felber geben sie verdammt zu wenig zu schreiben, der Tosic muss mittlerweile über ihm noch weniger nahe stehende Themen denn Musik berichten – deprimierend. Liest man heute den standard, auch in Printformat, muss man sich sogar mit Auswüchsen wie „Schachinger berichtet in verzweifelter Umnachtung über musizierende Dänen, die nur er kennt“ oder „Fluch flucht 5 vor Redaktionsschluss über…“ rumschlagen.
    In den anderen Rubriken liest man vorrangig von Schaudergeschichten aller Art und überdimensional vielen Morden:
    Ein junger Kerl, der seine ihn verschmähende Freundin abgemurkst hat, ein noch jüngerer, der seine verhasste Mutter niedergerichtet hat, dann der frustrierte Depp aus "gutem Haus" aus Irgendwo-in-Deutschland, der gleich ganz viele auf einmal abgeknallt hat („Er war sehr unauffällig“)... und da haben wir die ewigen Kamellen über die kranke Ausgeburt Fritzl schon überlesen- auch wurschd, wenigstens war
    das Fritzl-Schnitzl schon ein gutes G´schäft für Sankt Pöltens Wirte.
    Journalistische Ethik-? Was soll das denn bitte sein?
    Auch im standard. Übrigens.

    Aber Hauptsach´, schlecht bezahlte Werbe-Einschaltungen von anderen, u.a. "künstlerischen" Highlights präsentieren, die nicht mal 2 Zeilen im Bezirksjournal wert wären.
    So wird das nix mehr, mit der Preisung der heimischen Kultur und mit einer gesunden Allgemein-Information.
    Und den Rottenberg würde ich übrigens auch von der Honorarliste streichen. Wenn dessen Kommentare informativ, kritisch, unterhaltsam oder was immer sein sollen, fress´ ich einen Besen. 
    Einen, mit dem´s  zuvor den Schlatz vom letzten Society-Event weggeräumt haben, nämlich. 

 

  • Polit-Ikone Zilk wird postum demontiert

    Dagmar Koller, Österreichs Operettenikone und  durchgeknallte, dennoch äußerst smarte Vorzeige-Lady mit Hang zum Edel-Tussigsein, macht sich auch als Witwe sehr gut. Dass die Frau ihren verstorbenen Mann (für Deutsche: Wiens Langzeitbürgermeister und ehemaliger Rundfunkchef Helmut Zilk), der nun 40 Jahre später und, postum und erneuten Males der Politspionage beschuldigt wird, verteidigen würde, war nicht nur absehbar, sondern auch Teil des anvisierten Medien-Spektakels. Ausschlachten, was geht, halt. Herr Dings, ein älterer, etwas dicklicher Typ vom profil und seine pockennarbige Rechte dürften das inszeniert haben. Gegen die beiden kann man die Fellner-Brothers ungestraft als „Sirs“ betiteln.
    Ein zweifelhaftes Kompliment. Oups-´Tschuldigt´s, Jungs- durfte früher eh oft für Euch singen,...
    Angesichts der Tatsache, dass die Gagen bei Euch aber eh immer zum Vergessen waren, man sich aber froh schätzen konnte, dass man überhaupt für Euch und so, ist´s  ja eh, na sagen wir mal, irgendwie okay.
    Da fällt mir ein, dass ich noch 2 Gagen-Gutscheine, wisst´s, den für eines der ersten Modelle für einen flatscreen-tv und auch den für eine Flugreise nach Tschibutti, nicht zeitgerecht eingelöst hatte und diese dann, laut der damaligen Promo-Tante, einfach verfallen sind und so.
    Ich war selber schuld und weil ich  ja zumindest periphär dazugelernt habe, sing ich heute auch nur gegen Bares. Und das auch nur, wenn´s mir passt.

    Bleiben dann, zum Abschluss meines Auswurfs, mein Beschluß zum Sonntag, die nächste Woche abermals sämtliche Medieninfo zu meiden und der Satz von Frau Koller, der mir schon zu Beginn eingefallen war:
    Die meinte nämlich, bevor sie ihr Kerzerl "in Gedenken an meinen lieben, lieben Mann" live on screen entzündete „´tschuldigen, ich muss gleich kotzen“.
    Recht hat sie, die Dagi.

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 01.02.2009 19:15   

Die liebe Familie

"Lieber Gott,
mach mich fromm,
dass ich in den Himmel komm´."

So lautete die Essenz des kleinen Gebets, das ich in meinen ganz frühen Jahren mit Großmutter Erika allabendlich zu zelebrieren eingeladen wurde.
Ist ja nix Schlechtes, sicherheitshalber in Sachen Draht nach oben vorzubauen. Was weiß man schon, was dann wirklich kommt.

Über 30 Jahre später sitze ich da und denke - angeregt durch ein wunderbares Telefonat mit Chris und Pet, dem besten Tanten-Onkel-Gespann aller Zeiten-, abgesehen von den eben Erwähnten- doch tatsächlich in die allerseltsamste aller mir persönlich bekannten Mischbochen hineingeboren worden zu sein.

Ach - Sie glauben und auch Du glaubst, Deine Familie sei mindestens eben so seltsam?!?!
Passt´s auf - ....meine ist noch viiiiiel seltsamer. Darauf bestehe ich.

Die Rose muss jetzt mal ein Glaserl Sekt heben.
Wegen dem Kreislauf wär´s - wie meine Frau Schwiegermutter zu sagen pflegt.


1 Kommentare anzeigen

Sandra Rose 29.01.2009 09:55   


Das Leben, der Hund

oftmals laut,
dann wieder leise
oder auch mal einfach scheiße.

Mal ehrlich gefragt, schafft es jemand, tatsächlich mehr denn die Hälfte seiner sämtlichen eigenen Vorhaben umzusetzen? 
Das Getane gut bis sehr gut in der Ausführung und- Achtung, Schwierigkeitsgraderhöhung!- unbedingt zeitgerecht.

Die rosische Teil-Errungenschaftsliste der letzten Zeit schaut besser aus als derzeit ich selbst.
Der Preis für´s Am-Ball-Bleiben:
Müde bis dauermüde, plötzliche Panikattacken (man bekommt vorzugsweise mitten in der Nacht schreckliche Angstzustände, denkt sich - iiii, was ist denn das?, geht ins Krankenhaus, dort sagen sie einem "Hom´s  zua Zeit leicht an Stress?- Geh, bleim´s daham und ruhn Sie sich aus", geben einem Notfallstabletten, die man spätestens nach Lektüre des Beipackzettels doch lieber wieder verschwinden lässt) und wenn gar nix mehr geht, besucht einen die gemeine uralt-Freundin M. Igräne oder man tut das, was einen zumindest der alten Traumfigur wieder etwas näherbringt und kotzt sich 10 Tage lang 3 x täglich aus.
Das macht dann 4 kg weniger.
Ich sag´s  ja - alles, einfach alles hat seine Vorteile.

Weihnachten ist erledigt, Silvester ward dank intensiver Pflege unserer Freunde, den 3 Dulbergs, das schönste seit Langem; das Rosenbüro ist fertig gestellt und macht sich ganz prächtig; die erhofften Förderungen für meinen heiß geliebten Salon und sonstige rosische Kulturaktivitäten sind tatsächlich eingetrudelt, die Salon-Konzerte sind vom Feinsten, die Gäste kommen selbst bei Sauwetter, mein Mann beweist viel Herz und Hirn; ich schreibe und schreibe, was das Zeug hält und die jazzzeit noch schöner macht, habe einen Crash-Kurs in Zeitschriftenproduktion absolviert und jetzt bleibt, das eigene musikalische Tun wieder in die Zielgerade zu bringen.
Konzerttermine mit Gern Bereit Vol.2 hier in in Bälde.
Genauso wie die in Planung befindlichen Ausstellungen im Rosenbüro, die spätestens ab März stattfinden sollen, übrigens.

Diese 24h pro Tag sind wirklich etwas knapp bemessen.

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 04.12.2008 13:28   


Prinzessin auf der...

Sagte mir neulich wer, ich würde mich benehmen wie die Prinzessin auf der, eh wissen, Erbse.
Stutzte und hielt´s nicht für sonderlich passend.
Weit passender scheint mir da die Berberitze.
Auch Sauerdorn oder Essigbeere genannt.

Und dann, wenn ich bitten darf, doch zumindest Königin auf der Berberitze:-)

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 25.11.2008 08:41   

Politik und andere wichtige Dinge

Ja, ist das nicht schön: Österreich wird in Kürze eine neue Regierung haben.
Ober-Diplomat Pres Heinz hatte ihnen, für seine Verhältnisse, untypisch laut gesagt hat, dass sie sich sputen sollen und also haben sie diesmal auch nur 56 Tage am gemeinsamen Rucksackerl gebastelt.
Nebst der bedauerlichen Tatsache, dass unsere Noch-Außenriesin Plassnik nun wohl nie in den Genuss einer Shopping-with-Hillary-Tour kommen wird, ist das ja fast ein Erfolg!
Fast, halt.

Echten gibt´s, wie meist, andernorts: die US-Wende halte ich für einen leibhaftigen Triumph.
Inwiefern da die Vorschußloorbeeren nicht doch bissi schwer zu tragen sein werden, wird man ja sehen.
Jedenfalls kenne ich keinen einzigen Menschen in meinem Umfeld, der den Siegeszug des Obama nicht zum Anlass für unwillkürliche Hoffnungsschöpfung genommen hätte.
Alle haben sich gefreut.
Alle, nämlich.
Sollte wer einen McCain-Wähler kennen, bitte ich um Benachrichtigung.

Dinge, über die man sich Gedanken macht. Oder auch nicht.

Manche haben nämlich andere Sorgen.

Z.B. die Sangeskollegin Frau H., die mit ihrem Lebensgefährten, dem Kollegen Hrn. B., unlängst einen Besuch in der Barbara Karlich-Show dazu genutzt hat, nebulosen Wirrwarr zum Thema "Schatz, wieso heiratest du mich nicht" oder so abzusondern:
Als ich die beiden erblicke, heftet sich mein Finger wie magnetisiert auf die Sendertaste.
Das kann ich unmöglich versäumen! Gigantisch! Herrlich!

Kein Leichtes, so zwischen Lachen und fassungslosem Kopfschütteln bei der Sache zu bleiben.
Davon ausgehend, dass der Kollegen Nachwehen vom, einerseits, Globalkrynern und, an der anderen Front, jahrelangem Fendrichen doch schwerwiegender ausgefallen sein dürften, denn je angenommen, tut mir das beinahe leid.
Zu allem Elend wird das Ganze auch nach Aktivierung der Lautlos-Taste kaum erträglicher.
Irgendwas läuft da gewaltig schief. Dann muss es die WIDE-Taste sein. Nur komisch, dass die gar nicht klemmt.

Jetzt hab´ ich´s:
Wahrscheinlich ist das nur der Deal, damit sie heuer am 24.12. um 9.30h in der Argentinierstrasse LIVE ihren Duo-Beitrag - eine gannnz neue Version von "Stille Nacht", reharmonisiert, natürlich- spielen dürfen.
Würden sich die beiden bis zum Fest auch noch Zeit für das Karlich-Thema "Wunder zur Weihnachtszeit: durch Kekskonsum sehend geworden" nehmen, schneiden die am 24. auch nicht das Solo raus, hat wer versprochen.
Gespielt wird aber bitte gratis, versteht sich.

Ganz anders verhält es sich beim Kollegen Hrn. H.,
seines Zeichens multifunktionaler Intendant der Wiener Lustspiele.
Gratis gibt´s bei dem nämlich goar nix.

Na, einerseits hat er ja recht - aber wenn ich mir die aktuell dazu kolportierten Kulturgelder und v.a. die höllischen Gagen der 3 organisatorischen Hauptprotagonisten anschaue, muss ich mich doch sehr wundern:

Als ich besagtem Hrn Kollegen H. nämlich letztes Jahr, nach langer Zeit und zufällig, in der Stadt begegnet bin, ich ihm von meinen Jazzclubaktivitäten berichtete und so unweigerlich die Frage "Und wie geht´s dir mit den Förderungen?" aufkam, jammerte er mir den Latz derartig voll, dass ich annehmen musste, er würde schon wochenendliche Privatflohmärkte veranstalten müssen, um sein provinziell aufgezogenes Sommer-Theater im urbanen Raum aufrecht erhalten zu können.

Dass dem nicht so ist, ist jetzt klar. Verlautbaren sämtliche Kulturressorts diverser Printmedien.

Ehrlich gesagt: so ganz abgenommen hab´ ich´s  ihm damals eh nicht und außerdem fand ich schon immer, dass ihn die Rolle des Strizzis besser kleidet denn die des Theaterdirektors:-)




 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 13.10.2008 16:22   

Herbstbrise

Sehr befremdend, in welch schillernden Farben nun Werken und Wirken des eben verblichenen Herrn Haider gesehen werden.

Das Phänomenale:
Ob Befürworter oder glühender Haiderkritiker -in diesen Tagen kommt kaum wer darum herum, eine sonderbare Form eigener Betroffenheit zu verspüren.

Samstag früh:
Online -Nachrichten auf- und Nespressomaschine angedreht. 
Und dann das!
Diese Neuigkeit kann ich meinem Mann unmöglich vorenthalten- und, schwupp, klopf ihn munter.
Er: "Geh, des is jo oarg!" und, schwupp, hockt schon vor den Nachrichten.
Dass der seit 20 Jahren medial omnipräsente Umrührer des österreichischen Politikgeschehens nicht mehr sein soll,
klingt irgendwie unwahr.
"Bist du deppert! - Hast du des Auto g´seh´n?"

Ich wundere mich über mein aufkommendes Mitgefühl und ertappe mich dabei, die beiden Male, da ich ihm persönlich begegnet bin, Revue passieren zu lassen:
So fehlgeleitet und Unzählige fehlleitend seine Gesinnung, so beeindruckend seine Erscheinung.

So einer betritt nicht einfach einen Raum, er erscheint.
So einer vermag es, seine Kritiker im Nu via Charmeoffensive zu kalmieren.
Und so einer stirbt nicht normal, sondern stirbt grauslig und medienwirksam.

Die Erfüllung eines Klischées in Vollendung, Mythenbildung nicht ausgeschlossen.
Und doch so unsagbar banal.



Das erste Mal

Sommer 2003.
Wir, die Kollegen der Popshow "Völlig losgelöst", sitzen backstage am verregneten Stadtfest in Klagenfurt und überbrücken bei einem Bier die wetterbedingte Konzertverzögerung.

Da erscheint- plötzlich und unangekündigt- der LH Jörg Haider mit Gefolge. 
In standesgemässer Bestlaune erobert er den Künstlerbereich, kommt mir strahlend entgegen und reicht zum Gruß die Hand.
Ich verweigere demonstrativ und tappse trotzig von dannen, murmele irgendwas von "Was macht denn der da?!", was er mit einem gütigen Lächeln zur Kenntnis nimmt.
Manuel O. (ein mittlerweile hoffentlich nicht unterstandsloser Pop-Sänger mit überzogener Seitenblicke-Ambition) ergreift die Chance: Während die Rose in der Ecke schmollt, liegt Manuel O. seelig in des LHs Armen und geniesst das Blitzlichtgewitter unter Leitung des Kärntner Krone-Reporters.
Ich muss in die abgelegene Garderobe und es schüttet in Strömen. Wie von allem, so auch davon, Wind bekommend, beauftragt Haider unverzüglich seinen Schirmträger (weitere Funktionen sind unersichtlich), der Rose regengeschütztes Geleit zu sichern.
Haider grinst und nickt wohlwollend, als ich mich seinem Anbot ergebe.
Mist, aber auch!
Nach Haiders Verabschiedung kommt es zum Eklat. Ich sage Manuel O., dass er sich bitte an einen anderen Tisch setzen möge, da ich für hirnlose Schleimer wie ihn kein Verständnis habe.
Manuel O. ist gekränkt und verteidigt sich wie auch das Gesamtwerk des LH mit suboptimalen Argumenten.
Zur Krönung werfe ich ihm Talentlosigkeit vor, die er 30 min. später als Support-Act unserer Show bestätigen wird.
Manuel O. ward seit diesem Tag nie wieder gesichtet.
Außer einmal auf der - bezeichnenderweise- Kärntnerstrasse zu Wien. Mitten in der Nacht und nackt.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Oder auch nicht.

Das zweite Mal

Irgendwann 2004.
Meine Managerin Kathy und ich haben beschlossen, nur mehr entweder "künstlerisch wertvollen" Angeboten zuzusagen oder, wenn schon Society-Event, dann bitte in beachtlicher Größenordnung.
Und dann das:
Ein Klagenfurter Großevent mit Rosen-Moderation inklusive Sangeseinlage "Für mich soll´s rote Rosen regnen".
In Knef-Kostümierung, mit prima Gage und einem netten Kollegen, der den Bécaud mimen wird,  an meiner Seite. 
Ohne genauere Hintergründe zu erfragen, sagen wir, nachdem der Organisator ebenbesagter, uns langzeitbekannter 
"netter Kollege" ist, zu.

In der Veranstaltungshalle angekommen, wird uns sehr plötzlich bewußt, dass es sich heute um die "Redoute", den ultimativen Ball der Kärntner, den Jörgi-Preisungs-Ball handelt.
Mensch, Michi - da hast uns aber schön in die Pfanne gehaut! Der kennt ja echt goar nix! 
Selber schuld: An Flucht und Inkaufnahme einer Vertragsbrüchigkeit ist nicht zu denken- da müssen wir jetzt durch.

Ohne bewußtseinserweiternde und, besser noch, -dämmende Substanzen geht hier & heute gar nix!
Ein in Rekordzeit gekipptes Bier läutet die Abfindungsphase für das mir blühende Schicksal ein.
Kathy beruhigt mich mit der Tatsache, dass ich ja sowieso als "Hildegard Knef" und nicht als Rose gebucht sei und die Stunde bis zur optischen Transformation nicht mehr fern; Michi, der Übeltäter, erheitert mich mit Sätzen wie
"Geh, Sandy! Job is Job und der Jörgi is eh ein super Bursch´."
Aha. Sehr aufschlussreich, Michi.

Retterin des Abends wird Erika Zizala. Ihres Zeichens Maskenbildnerin der Sonderklasse, vollbringt sie das Wunder und mich derart hildisch hin, dass mich nicht mal die Musikerkollegen wiedererkennen. Eine Sache, die mir den Einstieg in meine, schon bierlaunige, Moderation beträchtlich erleichtern wird und wofür ich ihr in diesem Moment die Füsse küssen möchte.

O, guter Herr, lass den Kelch an mir vorüberz...

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kärntner und KärntnerInnen, wertes Publikum!
Begrüßen Sie nun mit mir Ihren, euren Landeshauptmann Doktor Jörg Haider mit seiner Gattin Claudiaaa!"
Trommelwirbel, tosender Applaus.
Vorhang auf, die beiden die rote Treppe runter.
Er kommt mit weit offenen Armen auf mich zu. Umarmung.
Bussi links, Bussi rechts: "Grias di, super mochst du des- danke". Immer ein gutes Wort parat, der Jörgi.
Umarmung, noch ein Bussi, jössas, die Claudia auch noch, jö super...
Die Menge tobt. 
Ihr Held, Vater, Wegweiser, Retter vor dem Bösen und allem Anderen- herrlich ist das, beinahe göttlich.
Jörg strahlt und winkt, Claudia tut´s  ihm nach, ich mache das Interview wie in Trance, Jörg strahlt und winkt und Claudia tut´s  ihm nach.

Meine Hilde gefällt ihnen sehr gut. Danke, Erika.
Ob die Knef mir das Überstülpen ihres Namens für derlei Zwecke verziehen hätte?
Wohl kaum. Sie hätte mir eine schallende Watsche verabreicht, mir den Buschn roter Rosen über den Schädl gezogen und danach das Gleiche getan, was Kathy und ich schon im vorab, mittendrin und v.a. danach taten: sich zugedröhnt bis zum Abwinken.

Die weiteren 3998 Anwesenden schienen übrigens eher zur Unterstreichung ihres seeligsten Glücksgefühls ebensoviel zu vertragen.
Ob aus Freud´ oder Leid: Gesoffen wird hier immer.

Und das Ding, das Haider tatsächlich auszeichnete, nennt sich schlicht Charisma.
Gibt´s weder käuflich zu erwerben noch zu erlernen.
Was man damit anstellt, ist halt die Frage.

Und kommen einem Narzissmus & Selbstüberschätzung ausgerechnet zum falschen Zeitpunkt in den Weg,
kann´s einem schon mal das Lenkradl nach rechts verreißen.


2 Kommentare anzeigen

Sandra Rose 09.10.2008 10:23   


Nur so eine Idee

Was wohl der Qualtinger zu all dem aktuellen Gesellschafts-Polit-Wirtschafts- und- überhaupt- Wahnsinn gesagt hätte?
Schade, eigentlich... denn so messerscharf wie der Dinge zu benennen pflegte, wird´s wohl kaum je einer wieder
zu formulieren vermögen.
Wenn ich´s recht einschätze, sind aber - zum Trost, faktisch- sowieso viele seiner jahrzehntealten Erkenntnisse 
von beinahe erschreckender Aktualität.
Hat was Orwell´sches, ich finde.

80 wäre der Herr Qualtinger jetzt geworden.
Und weil der Oh-Err-Eff seinen Kulturaufträg sehr ernst nimmt, tut der Oh-Err-Eff den Herrn Qualtinger jetzt auch würdigen.
Weil bekannt war der ja schon.

"Geh, Poidl- schaust du g´schwind im Archiv, wos ma do no von dem Qualtinger do hom? - Naaa- nix in schwarz-weiß. Des schaut jo kaner, hearsd! - Da Scheffe hot g´mahnd, mir solln wos nemma wos ned kombliziert oda gritisch is."
"Name der Rosé, vielleichd?"-"Jö, leiwand. Aber was´d eh: do hod der nua so an bladn oidn Mönch oder sowas gspü´t."
"Wuarschd. Des nemma. Treff ma si dann in da Kantin."

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 08.10.2008 10:24   


Viel los, hier


Vieles, das taugt, Vieles, das nicht taugt und Einiges, das mich abwechselnd am eigenen Verstand und jenem Anderer zweifeln lässt.

Österreich hat gewählt.
Ein vorhersehbarer Jammer und dennoch enttäuschend. 
Was soll man sagen, wenn 45% der JungwählerInnen U30 als Hauptwahlkriterium Cha Zäh Straches "schöne blaue Augen" nennen? Mal ehrlich: So läuft´s  halt einfach. Allein mein bescheidenes Beispiel beweist das. Oder glaubt wer, ich hätte nur einen gut dotierten Sanges-oder sonstwie dekorativen Job je wegen meiner gesanglichen Qualitäten bekommen?:-)
Sei´s  drum. Lang ist´s  her.
Aber der Cha Zäh steht jetzt in seiner Blüte!

Man kann´s  aber auch wie Udo Jürgens sehen. Locker, nämlich.
Er sagt, die drzt. gefragten Austro-Polit-Köpfe sähen sowieso allesamt wie Deixfiguren aus und dem kann ich absolut was abgewinnen.
Schade, eigentlich, dass Alfons Haider und die Miriäm tatsächlich zu gut aussehend sind, um witzig karikiert zu werden, denn irgendwer muss ja nun Gusi und Willi ersetzen.
Und weil die Neuen alle so lieb durchschnittlich aussehen, außer dem Cha Zäh, natürlich, muss dann wahrscheinlich wieder die arme Arabella dran glauben.
Die Welt ist so ungerecht.

Bin ich ja froh, dass wenigstens die Angie in Deutschland hält, was sie verspricht.
Das Dekolleté, das sie da irgendwo im hohen Norden mal trug, soll ihr mal einer der Unsrigen nachmachen!




diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 19.08.2008 18:01   


Dobro dosli in der H.-P.gasse


Die Rose hat eigentlich ein großes Glück:
Das Karmeliterviertel erschließt sich für sie auf all seinen Ebenen und so ist es gut. Meistens.
Wären da nicht diese Nachbarn im Haus, in dem auch das Rosenheim befindlich, denen man weder mit Freundschaft noch jahrelanger nachbarschaftlicher Verbundenheit beibringen kann, dass ein Minimum an Ordnung und sowas wie zivilisiertes Benehmen nicht nur der Anderen, sondern auch ihrem eigenen Wohlbefinden äußerst zuträglich wäre.

Den Alltag muss ich zum Glück schon lange nicht mehr hier zubringen.
Hier bin ich zum Üben, zum Proben und eben zum "Arbeiten", was sich - o, wie ersehne ich das Rosenbüro- sich nun auch bald zu Besserem fügen wird.
 
Leben tue ich, bis auf rare Sonderfälle (ich leide, seitdem ich das Wort Beziehung buchstabieren kann, dann und wann an plötzlichem Fluchtbedürfnis), bei und mit meinem Mann, nur 300 m von hier und doch so fern, als wär´s  eine andere Welt:
Mit funktionierendem Haus- und Garagentor, Lift und sauberen Fluren, so dass einen allenfalls eigene heimische Unordnung unangenehm ereilen könnte.
Nachbarn, deren Namen man gar nicht kennen will, außer jener, mit denen man sowieso und gern bekannt ist.
Gell, Stefan, Güntha, Vicky?
Den Peter gibt´s  auch noch und der ist ein eingfleischter Stones-Fan. Deshalb hatten wir auch schon ein Gesprächsthema. Weil der war nämlich auch da, als ich vor ca. 13 Jahren mit Peter Schleicher - dem Verbreiter der österreichischen Dialektausgabe des Stones Werks- und dem original Schneiders Michl, Mick Taylor ("Houh, babe - you really should sing in some other band!"- in Folge ein langer Abend bis 7h morgens-) einen völlig wilden Auftritt absolvieren tat dürfen.
Und den Knox, chicer Edelmann mit nicht von Ungefähr sportivem Äußeren und großem Kreativpotential, den schätze und mag ich auch sehr.
Die Anderen sind bissi seltsam. Verschraubt, zugedreht und doch nicht dicht.

Hier, im Rosenheim, ist das ganz anders.
Da krakehlt es in nicht zu unterschätzender Lautstärke von morgens bis nachts quer über den Hof, da wird der Flur zum verlängerten Treff für Nachbarn und Wäschespinne, da verschwindet auf dubiose Weise die eigene Leiter aus dem bescheidenen Kloamgang, was man immer erst dann bemerkt, wenn einem eben eine Glühbirne in 3,30 m Höhe eingegangen ist und man genau jetzt die verdammte Leiter bräuchte, da stolpert man plötzlich beim Heimgang über 7 Teppiche, die eh nur wegen dem Frühjahrsputz kurz - im Schnitt ca. 4 Monate bis 1 Jahr -  dir mal vor die Tür gestellt wurden und dein Kloamgang wird, weil du blöd und also ehnieabsperrst, vom schwerpubertierenden Nachbarssohn zum versifften Lieblingstschickplatzl umfunktioniert, so, dass du dich schämst, wenn mal einer deiner raren Gäste dort pinkeln gehen will bevor du die Chose wieder ins Reine gebracht hast.

Grüne Container im Hof sind grün weil die Depperten von der Stadt ziemlich sicher halt keine schwarzen mehr hatten und da tut man dann labbrige Pizzakartons und schene Packung von Mäcki rein.
Kein Leichtes, denn Kleinigkeiten wie prall befüllte Billa-Sackerln nehmen schon auch ganz schön Platz ein, im grünen Container.
Postwurfsendungen liegen unter dem Postkastl und da liegen sie, bis ich komme und sie wegräume.
Das sind dann ca. 174 Blatt Papier.
Man vergisst auch nicht, die Tschick im Stiegenhaus abzudämpfen, weil dann stinken sie daheim wenigstens nicht so.
Bissl drüberrotzen, so mal "Gggr-und-spuck" ist auch, und nicht nur bei Jugendlichen, sehr en vogue. 
Liegen lassen muss man sie übrigens ganz dringend, weil für was zahlt man sonst die unverschämt hohen Betriebskosten!?
- Muss dann eh eine Jugo-Frau von Putztrupp den Scheiß wegräumen, oder was, Oida?!
Selber schuld, Depperte, wenn du nix Arbeitslose gehst.

Kennen tun wir, die Hauptprotagonisten der H.-P.gasse, uns lang und recht gut, zumindest in äußerst verschiedenen Lebenslagen. Sie halfen, ich half. Keine Frage.
Bis zu einem gewissen Grad soll das auch gerne so bleiben. 
Dass mir nun nach über 10 Jahren gegenseitiger Nachbarschaftshilfe - und - akzeptanz einfach klar geworden ist, dass sich dort, vis-á-vis, nie und nimmer nur irgendwas zum Positiven wenden wird und kein Funke von intellektueller oder sonstiger Entwicklung zu verspüren ist, stimmt mich ärgerlich und traurig zugleich.
Entwicklung findet hier schlicht nicht statt.
Rosische Fassungslosigkeit macht sich breit.

Meine Mutter ward übrigens ein Gastarbeiterkind der ersten Stunde. Von Dragevice in Kroatien ab in die große Welt.
Ohne Ausbildung und ohne je eine einzige Deutschstunde erhalten zu haben, sprach sie schon nach 3 Jahren fliessenderes und schöneres Deutsch denn viele Leute, die ich kenne.
 
Bin ich jetzt ein schlechter Mensch, wenn ich sage, dass ich auf meiner Nachbarinnen tagtägliches Lamentieren, auf -selbst im Guten- wie Keifereien daher kommende, ausgiebigste Schilderungen der Männer abermaligen Spielerpechs (Tombola, Tombola! - Eh, Oida- fast hätt´ich gewonnen - hast du Hundata für mi?) und auf Müll in Hof und Stiege schlichtweg keinen Bock mehr habe?

Ich hoffe nicht.

Mir tut es leid für all die anderen Kollegen, ob Serben, Kroaten, Albaner, Montenegriner oder sonstwas....denn geben tut es jene, die sich zu benehmen wissen, selbstverständlich auch. 
Nur hört und sieht man die nicht. Nicht so laut. 
Meine Nachbarn hingegen, so nett sie auf anderen Ebenen tatsächlich auch sind, hört man immer.
 

PS
Mein langjähriger prima Nachhilfeunterricht für meinen heute 15jährigen Nachbarsbuben war nicht nur gratis, sondern leider auch umsonst.
Eine reguläre Lehrstelle ist augrund mangelhafter Noten und de fakto nicht vorhandenen Interesses nicht in Sicht.
In Form eines ams-Lehrplatzes wird ihm dennoch Chance auf ein Weiterkommen geschenkt. Das finde ich gut & wichtig.
Und wenn das auch nix hilft, bleibt eine Karriere als Hilfsarbeiter. 
Ist dann aber auch nema problema- nimmst Du Kredit, Oida und kaufst du trozdemm BMW.

PPS: Gern hab ich sie übrigens schon sehr , meine lieben Nachbarn.


1 Kommentare anzeigen

Sandra Rose 14.08.2008 13:56   

Official feeding of dead birds is not only unlawful, sondern v.a. a Blödsinn

Da hockt sie, die Rose.
Auf der heimeligen Terrasse im Land der Burgen, mit frischem Puntigamer und laptop bewaffnet.
Unter der pannonischen Sonne, vermutlich eines der letzten Male bevor es an den städtischen Herbststart geht.
Ausgeruht eher weniger, aber immerhin froh darum, den Sommer mit Gestaltung eines gelungenen Salon-Programms, der Findung eines perfekt anmutenden Rosenbüros, Formulierung salonistischer Förderansuchen und seeliger Familienzusammenführung ´rumgeschlagen zu haben.

Selber schuld also, lässt man sich die Ruhe durch Abonnieren der "Google-Alert" mit Betreff "Birdland" madig machen.
Hatte dieses Thema, das den - im Ursprung- "elitärsten Jazzclub Wiens" betreffende, eigentlich schon vor Wochen abgehakt.

Eine saftige Antwort auf den letzten Newsletter des Birdlands an ebendessen Geschäftsführung zu richten, ward mir allerdings zuvor ein nicht zu umgehendes Bedürfnis:
Der mit Unwahrheiten durchtränkte Bettelbrief in Form des besagten Newsletters hatte mich nämlich in rosische Rage erster Güte versetzt.
Vorweg und übrigens:
Wäre der Tommy K. mein alter Haberer gewesen und ich nicht das Roserl, sondern die ultimativste Jazzdiva, die Österreich je gesehen hat, hätte ich das klasse Geschenk auch nicht ausgeschlagen! Mal ehrlich!
Und: Selbst wenn´s  des Anfangs etwas zu üppig konzipiert war, schlecht war´s nicht. Im Gegenteil.

Ok, ging sich dann halt so nicht aus. Blöd, aber kann passieren.

Im Gegensatz zu vielem Gehörten begann meiner bescheidenen Meinung nach der tatsächliche Sturzflug des Vogels erst mit der kopf- und konzeptlosen Handhabe der neuen Leitung: Sowas Planloses hat man im heimischen Kuturtreiben selten gesehen und dass man sich als Künstler, Veranstalter, Konsument und Steuerzahler darüber aufregt, sollte niemanden verwundern.
Schlimmer wäre es, fände auch das schon jeder normal.
Ich bin herrlich altmodisch und finde sowas skandalös.

Auf meinen gesottenen "offenen" Brief hin, hat sich dann also der Hr. Resch - das ist der glücklose und leider kompetenzfrei anmutende sowie mittlerweile dreifach Konkurs geprüfte GF -bemüßigt gefühlt, mir persönlich zu antworten:
Er sagte, ich sei wohl nicht gut informiert und solle, nachdem ich ja den ehemaligen GF besser kenne, den mal interviewen. 
Danke für den Tipp. Es ist nur so: Der ist draussen, und Sie sind drin.
Grüße hat er noch dazu geschrieben. Ich glaub´, der hätte mich lieber durch einen Mixer gemalmt, denn mich ernsthaft zu grüßen.
Aber immerhin. Höflich war er, der Herr Resch.

Ja, sagt´s mal : geht´s  dem gut?- Wenn ich ein - aus welchen Gründen auch immer -marodes Haus übernehme, kann ich doch nicht ewig etwaige Problematiken auf die ehemalige Leitung abwälzen?!
Nicht, wenn mir sowieso jeder weit mehr denn in handelsüblichem Mass unter den Ärmel greift,
nicht, wenn ich nicht einen mit der Materie vertrauten Mitarbeiter an Land zu ziehen fähig bin,
nicht wenn bei mir das Wörtchen Jazz abstruse Assoziationen wie Boogie, Rockabilly und Las Vegas-Show hervorruft und schon gleich
gar nicht, wenn ich, obzwar in anderer Funktion (GF des Soravia (= Hilton-Besitzer)-Tochterunternehmens IDM, schlüssigerweise der Innenausstatter des gefragten Etablissements- na, klingelt´s?) von Anfang an selbst live dabei war.

Genau. Und eine wie ich muss sich dann dafür rechtfertigen, dass sie sagt, was sich Andere denken.
Was ist das eigentlich?

Ach, ja - Zahlen kenne ich mittlerweile die Sache betreffend viele. Man kann sich ja erkundigen.
Das nur zum Thema "informiert oder nicht".
Geht ganz leicht.

Veröffentlichen sollen die dann aber bitte Andere.
Z.B. die Poster im
standard-Forum. Die können das und haben auch Freude damit.
Diesmal ward der, den nun (selbst, nämlich!) eingereichten Konkurs schildernde, Artikel, im Gegensatz zum Artikel von vor paar Wochen auch Tage nach Erscheinen noch online. Sogar inklusive kritischer Kommentare vieler Leser!
Auch keine Selbstverständlichkeit.

Wie gesagt, dieses Forum ist oftmals eine spannende Sache und mit einer klitzekleinen Portion Masochismus gerüstet, ist man dort auch stets richtig, um sich seine zusätzliche Portion Ärgernis abzuholen:
So redete mir z.B. Robert Bachner, von mir geschätzter Kollege und erstklassiger Posaunist, unentwegt dagegen.
Das, weil er den mir unerklärbaren Drang verspührte, den Hrn. Resch samt seinem völlig losgelösten Team in Schutz zu nehmen.
U.a. sagte Robert, er hätte ja nun tatsächlich auch immer seine Gage und die sogar vollständig erhalten!
Ja, Mensch, das ist ja toll!- Da sollten wir gleich zum Dank mindestens 3 Mal gratis auftreten, gell?!

Bei mir verhält sich das so: 2004 war es mir eine Ehre, dort vor vollem Haus aufzutreten, die Gage ward korrekt, ebenso beim darauffolgenden Firmenevent ebendort und seit 2006 hätte ich ein dortiges Auftrittsangebot dankend abgelehnt.
Bescheidenes Glanzlicht eines Kraut-und Rübenprogramms zu sein, ist wohl kaum erstrebenswert.

Früher war das eben ganz anders.
Nichts gegen Robert Bachners musikalische Fähigkeit, - er ist ein super Musiker - aber die Programmierung der letzten 2 Jahre hatte nun tatsächlich - bis auf Ausnahmen - fast nichts zu bieten, was man sich für solch einen Club - die grundsätzlich als positiv zu wertende Öffnung für eine breitere Stilistikpalette schon berücksichtigt - gewünscht hätte.

Und selbst, wenn sie einen künstlerischen Glücksgriff taten, ward es so, dass durchaus des Öfteren mehr Menschen auf denn vor der Bühne anzutreffen waren. 
Wie der Herr Resch so die letzten 2 Jahre immer wieder auf seine, beinahe stoßgebetartig über die Medien kolportierten, Auslastungszahlen der dritten Art kam, fände ich noch wissenswert:
Wenn am 18. Juli die Auslastung noch mit 60% betitelt wurde, waren im Schnitt also - bei dem für 200 Leute konzessionierten Lokal - 120 Gäste pro Spielabend zu verzeichnen.
Spielabende gab es aber ähnlich wenige wie Gäste.
Ein ander Mal nannte er noch größeren Humbug. Da hätten sie laut gepriesener Auslastung die konzessionierte Zulassungszahl allabendlich überschreiten müssen. 
Egal: Es gibt gute, aber lobbyfreie und somit fanlose Bands en masse und Herr Resch kann nicht rechnen. 
Das ist so und so ist es halt.
Punkt.

Wenn ich dann noch als Sängerin und Klein-Veranstalterin, die sich für jeden der rar daherfliessenden Förderungs-Tausis beste Argumente aus den Fingern saugen muss, miterlebe, dass Kollegen auf dieser - wie nannten sie´s - relevantesten Bühne Wiens und überhaupt Europas, sich entweder unter dem A Propos "Benefiz für unsere Portokassa"  mit gar nix oder eben mit Gagen, die entweder denen des kleinen Salons entsprechen bzw. sogar darunterliegen abspeisen lassen, weiß ich im Moment selbst nicht so recht, ob ich nun die Kollegen oder den Hrn. Resch als erstes durch mein heiß geliebtes, sprichwörtliches- danke, Uwe- Kanalgitter passieren möchte.

SO kommen wir nie zu unserem absoluten Grundrecht, nämlich zumindest einen Arbeitslohn, der dem einer Putzhilfe gleichkommt, mit Würden einzufordern.
Und allen - bis auf jene - z.B. Hans Salomon und Richard Oesterreicher, die v.a.aus Gründen alter Freundschaft zu Joe Zawinul- am "Seitenblicke-Rettungsevent" unlängst teilgenommen haben, sei hier gesagt:
Liebe Kollegen, in Anbetracht Eurer Rückgradlosigkeit, wird mir schlecht.

Und wer mir nun erklärt, die Stadt sei schuld: Nein. Diese Geschichte hatte sich anfangs wie auch im Neustart immer eine Chance verdient und die stattliche Fördererung von offizieller Seite halte ich im Ursprung für völlig angebracht und in Ordnung.
Genauso wie es heute völlig angebracht und in Ordnung ist, dass eben nicht mehr geholfen wird.

Denn: Official feeding of dead birds ist eben nicht nur unlawful, sondern einfach ein Blödsinn.

 

Wer meinen offenen Brief an die Geschäftsleitung des Birdland lesen möchte, kann ihn gern bei mir persönlich via mail anfordern:
sandra@sandra-rose.at Betreff: "make Paprikahendl not Verluste"

 

 

1 Kommentare anzeigen

Sandra Rose 03.07.2008 14:56   

 

Schlechte Ideen aus der Argentinierstrasse

In der glühenden Sommerhitze ist es kein Leichtes, sinnbringende Gedanken zu sammeln....Zur Bekämpfung des Sommerlochs verbringen so auch die Ö1- Sendungsverantwortlichen Ihre Sommertage mit Brainstorm der dritten Art:

Vorgestern ereilte mich die Nachricht, dass sie über eine Beinahe-Einstellung eines der raren Jazzsendungsformate, der (3-x monatlichen) Dienstag Abend- Schiene "Jazztime" mit, abwechselnd, den Herren Felber und Kneihs, zu Herbstbeginn nachdenken.

 

Offener Brief an die ö1 – Sendungsverantwortlichen

Betr. :„Jazzschrumpfung auf Ö1?“

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Sendungsverantwortliche!

Mit Unmut erfahre ich über Ihr, sicherlich nicht nur mich als Schaffende sowie Freundin der österreichischen Jazz-Szene, befremdendes Ansinnen,  die Dienstag Abend  Sendung „Jazztime“ zu Saisonstart Herbst 08 nur mehr einmal monatlich zu programmieren.

 

Um Ihnen ein Überdenken dieses Vorhabens schmackhaft zu machen, erlaube ich mir, Ihnen anbei die mir relevant erscheinenden Argumente auszuführen:

 

 

1.        Jazz lebt. Der österreichische insbesondere!


Entgegen der offensichtlich bei Ihnen vorherrschenden Annahme, dass Jazz sowie Anverwandtes nicht mehr

denn eine notgedrungener Weise zu bedienende Nische sei, verhält es sich so, dass der Jazz im Allgemeinen,

wie auch v.a. der heimische Jazz seit geraumer Zeit, nicht nur dank der optimierten Ausbildungsmöglichkeiten

für die nachkommenden Generationen, sondern auch dank verstärkter Eigeninitiative der Schaffenden
und dementsprechend wachsenden
Publikumsinteresses,
nur knapp vor einer neuen, allen Beteiligten
zuträglichen, Blütezeit steht.

Und dies in stilistischer Vielfalt, die sich hören lassen kann:

 

Ob traditionsbewusste Pflege diverser Stilistiken oder Transponieren dieser ins musikalische Heute, von 

„Neo-Swing“ über Be- bzw. Hardbop- nahe Neuauflagen, von gelungenen Vermählungen des Jazz mit
World-
und Latinmusic, den zahlreichen Brückenschlägen zwischen Balkantradition und Jazz,
bis hin zu experimentierfreudiger „Neuer Musik“ und von dort auch gern zurück zu
gediegenem jazzigem Chanson:


All das gibt es und diese positive Entwicklung zu begleiten, ist u.a. Aufgabe von Sendungen wie der
„Jazztime“.

 

 

2.        Mediale Präsenz schafft Nachfrage

 

 

Die Pflege eingesessener Zuhörerschaft sowie die Erschließung neuen Publikums bedarf nicht nur eines
neuen Arbeitsverständnisses der Schaffenden (eine Haltung, die, s.o., sich bei den Künstlern
zunehmenden Selbstverständnisses erfreut!)
sondern, Allem voran, medialer Unterstützung!

 

Eine Unterstützung, die wir in Österreich bedauerlicher Weise mittlerweile an der Hand abzählen können
und
die
wir – ich erlaube mir, ungefragt im Namen vieler Kollegen zu sprechen – wachsen anstatt schrumpfen
zu
sehen wünschen und auch bedürfen.

 

Dementsprechend ist an eine Beinahe-Einstellung der „Jazztime“ nicht zu denken.

 

 

     Die bescheidene aktuelle Präsenz des Jazz in den österreichischen Medien

 

Nebst den Printmedien

 

·          „jazzzeit“ (Herausgeber Wolfgang F. Rauscher, Chefredaktion Heike Kappes) und

·          „concerto“ (unter Leitung von Herbert Höpfl) sowie einiger engagierter Initiativen wie
           etwa
der Webinfoseite

·           „kulturwoche.at  (Manfred Horak, Claudia Gangl) oder der Webradiosendung

·          „Blaue Stunde“ (von den Herren Niesner und „Gunkl“),

 

 

liegt es somit- da  ja immerhin Sie den öffentlich rechtlichen Auftrag haben- vor allem an Ihnen, 
dem
Jazz bzw. sämtlichen anverwandten Stilistiken ein funktionierendes Portal zu schaffen, das
die Kraft
und Beständigkeit (!) hat, den Jazz dorthin zu tragen, wo er auch hingehört:
an die Öffentlichkeit!

 

Gemäß Ihrem Motto „Ö1 (und also auch der Jazz, oder?!) gehört gehört“ wäre es somit  erstrebenswert,
Ihren,
in verschiedenen Jazz- Ecken beheimateten und jeweils kompetenten Mitarbeitern Uhlir, Felber,
Kneihs, 
Bakonyi, Evers, Smekal u.a.  hinkünftig mehr anstatt weniger Raum angedeihen zu lassen.
Das, bitte, im Bestfall auch insbesondere zu Uhrzeiten, da dem geneigten Hörer, obzwar „nur“Jazz-
anstatt Klassikfan
J
, ein Unterbrechen seiner verdienten Nachtruhe erspart bliebe...

Nur mit Raum und Zeit wird es möglich sein, den Zuhörer für unser aller Anliegen zu begeistern und ihn
als
dauerhaften Konsumenten an uns und so auch an Sie zu binden.

 

 

3.        Zahlen und Namen...

Nachdem man als Beobachter manchmal den Eindruck gewinnt, Ihnen, den Zuständigen, mangle es
etwas
an Begeisterung für unsere Sparte und also auch an Überblick der Szene, könnte  Ihnen eine
Auflistung
relevanter Künstler oder auf dem Wege zu künstlerischer Relevanz Tätigen hilfreich sein.
Solch eine, sowie, zur allgemeinen Verwunderung, Schätzwerte der teils äußerst bescheidenen
finanziellen
Mittel anderer Medien und Veranstalter zur Förderung und Verbreitung des Jazz,
ließe ich Ihnen gern nach  Beendigung meines Urlaubs zukommen.

Noch leichter wäre es, würden Sie schlicht ihr Jazz-Team zu einem Runden Tisch- Gespräch laden:


Sie würden sich wundern, wie breit gefächert die Anzahl jener in Österreich tätigen Musiker und der zur

Verbreitung deren Schaffens Engagierter ist, die Ihrer Unterstützung tatsächlich bedürfen!

 

Soweit meine persönliche Einsicht reicht, beinhaltet dieser erlesene Reigen im Übrigen durchaus auch
einige
Künstler, bei denen es sich „auszahlen“ würde, sie einem breiteren Publikum durch kontinuierliche

Medienarbeit ans Herz zu legen.

(Diese Info nur, um etwaiger Almosenhaltung Ihrerseits schon im Vorab die Stirn zu bieten und um die

Grundqualität der gemeinten Künstler betont zu wissen, die bei Gott von anderem Kaliber ist, denn jene,
die
der Durchschnittskonsument dank omnipräsenter Preisung der hauseigenen Küniglberg-Zucht
tagtäglich
serviert bekommt!)

 

 

 

Um mein so, im Sinne der Sache, beinahe zum Plädoyer für den heimischen Jazz geratenes Schreiben zu beschließen,
mache ich Sie noch darauf aufmerksam, dass hier auf allen Ebenen – so auch in Ihrer

Redaktion- Menschen am Werk sind, die sich, en gros, den sprichwörtlichen, entschuldigen Sie höflichst, 

Arsch aufreißen, um mit oftmals geringen Mitteln, verdammt gute Arbeit abzuliefern.

Dies allein verlangt, so meine ich, auch Ihren Respekt.

Zumal es sich um Arbeit handelt, die – sei es monetärer oder anderer Natur-  oft derart gering geschätzt
wird,
dass „Verantwortliche“ wie Sie hierfür, mit Verlaub, vermutlich nur ungern den Weg vom  trauten
Schlafzimmer
bis in die Argentinierstrasse auf sich nehmen täten.

 

A propos Respekt: Die Anekdote vom während der  Live-Aufnahmen zu meiner ORF-CD „The Ones I love“

über den Reglern eingeschlafenen Tontechniker,  reiche ich Ihnen gerne bei späterer Gelegenheit nach.

 

Bis dahin, hoffe ich, Sie zum Überdenken Ihrer Jazzschrumpfung auf unser aller Lieblingssender Ö1
angeregt
sowie auf das in Ihrer Berufsbezeichnung enthaltene Wörtchen „Verantwortliche“
freundlichst hingewiesen
zu haben.

 

 

Auf  eine gesunde Ö1-Pflege des Jazz sowie sämtlicher „guter“ Musik  hoffend,

 

verbleibe ich, mit besten Grüßen,

 

herzlichst

 

 

Sandra Rose

 

Sängerin

Veranstalterin

Autorin

 

 

 

ZUSATZ

 

Die waren dann schon sehr nett und haben geantwortet.
Wer mir dieses inhaltliche Nichts plausibel machen kann, erhält zum Dank eine Salon-Saison-Karte!
Wenn das Niemandem gelingt, haben wir zumindest eine Info nun schwarz auf weiß, nämlich dass Jazz

und Kabarett tatsächlich zusammengehören:-)

 

 

Sehr geehrte Frau Rose!

 

Vielen Dank für Ihr E-Mail.

 

 

Gerne haben wir Ihre Kritik zum neuen Sendeschema von Ö1 betreffend die Sendung Jazztime vermerkt und an die Ö1 Programmkoordination sowie der Redaktion der Sendung übermittelt. Kontakt mit unserem Publikum ist uns sehr wichtig, denn nur so erfahren wir, was Sie über unser Programm denken. Auch haben wir Ihre Stellungnahme in das Ö1 Service Protokoll aufgenommen, das täglich von den Ö1 Führungskräften gelesen wird.

 

Um Programmsicherheit zu gewährleisten und den Hörkomfort zu erhöhen, wird ab Herbst von Montag bis Donnerstag der „Ö1 Hauptabend“ um 21.00 Uhr beginnen. Am Montag ist hier „Praxis“ zu finden, am Mittwoch das „Salzburger Nachtstudio“ und am Donnerstag „Im Gespräch“. Ab September soll auch das „Hörspiel-Studio“ Dienstags von 21.00 – 22.00 Uhr ausgestrahlt werden.

Die  Sendereihe "Jazztime", die bisher 3 Mal monatlich am Dienstag ausgestrahlt wurde, wird dann Freitags von 19.30–20.00 Uhr, ein Mal monatlich vor der Sendung „Kabarett direkt“ ausgestrahlt werden. Hier folgen somit zwei Genres aufeinander, die sich gut ergänzen. Im Rahmen der Sendung Spielräume werden Inhalte der Sendung Jazztime fallweise thematisch wahrgenommen.

 

 

In der Hoffnung, Sie auch weiterhin zu unserem Publikum zählen zu dürfen, verbleiben wir

 

mit freundlichen Grüßen

Ö1 Service

E-Mail: oe1.service@orf.at

Tel.: 0043/(0)1/501 70/371                

Schon gehört? liveradio, inforadio, downloads ab sofort auf <http://oe1.orf.at/>

 

 

Was tun, wenn keine Antwort von den Führungskräften kommt? - Nochmals schreiben, z.B. heute, am 16.7....ich finde, sie haben die Beantwortungsfrist eindeutig überschrittten:-)

 

 

 

"Liebes Ö1-Service-Team,

 

danke für Ihre gern erhaltene, mich dennoch nur rudimentär befriedigende, Antwort.
 

Wenn ich es recht verstanden habe, verhält es sich nun also tatsächlich so, dass aus Ihrer Sicht Jazz und Kabarett als  „gut zusammen passend“ betrachtet werden.

Da muss ich Ihnen wohl oder übel zustimmen: Jawohl, denn in Anbetracht des allgemein vorherrschenden Umgangs der öffentlichen Medien mit unserer Sparte „Jazz & Anverwandtem“ muss man dem durchaus Kabarettistisches zusprechen.
Als Konsument steht man demzufolge vor der Qual der Wahl: will man sich darüber amüsieren, echauffieren oder, wie man´s  denn auch gern tut, schlicht  grämen und dementsprechend klein beigeben?

Wissen Sie was?

Ich halte  die Variante des Schämens für die richtige.
Allerdings trifft die mich als Schaffende und Konsumentin nur peripher, denn jene, die sich tatsächlich schämen sollten, sind jene, denen Sie die Zuschriften weiterleiten, die sich, so darf man mutmaßen, allenfalls eines Sommerloch- bedingten Überflogen-Werdens erfreuen.

 

Ich fordere eine Antwort von Seiten der „Führungskräfte“. Und zwar , bitte, auf jeden der von mir in meinem ersten Schreiben formulierten Punkte.

 

Ihre (nicht „Ihre“ persönlich, ich weiß schon…) Haltung ist ein beträchtlicher Beitrag zur Untergrabung  der Verbreitung und Förderung  der heimischen kulturellen Vielfalt.

Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Österreich tatsächlich zu 97 % aus Stadl,- Seitenblicke-,  dem Mörbischen Freundschaftskreis des vergelsten kehlischen Gesänges oder Ö3-wir-spielen-was-Ihr-wollt-und-das-ist-was-wir-Euch-sagen- Konsumenten besteht?

 

Mit der dringlichen Bitte um ernst zu nehmende Stellungnahme verbleibe ich,

 

 

Sandra Rose"

 

 

 

Jetzt bin ich aber gespannt....

Und dann kam das:

 

 

Sehr geehrte Frau Rose!

Wir danken für Ihre umfassende Rückmeldung und dürfen Ihnen von Seiten der Ö1 Programmkoordination folgende Antwort übermitteln:

Eines der Hauptanliegen von Ö1, das mit dem neuen Schema ab 1.9.2008 realisiert werden soll, ist es, eine publikumsfreundliche und leicht merkbare, durchgängige Beginnzeit von Montag bis Donnerstag zu schaffen - den "Ö1 Hauptabend".In Zukunft wird an jedem dieser Tage um 21.00 Uhr eine Sendeleiste beginnen, was bisher nicht so war.

Somit wird ab September mehr Programmsicherheit geboten und der Hörkomfort erhöht.

In diesem Sinne wird die Reihe "Alte Musik - neu interpretiert" um 30 Minuten bis 21.00 Uhr verlängert, somit können hier auch Konzerte wiedergegeben werden. Das "Hörspiel-Studio" beschränkt sich auf eine Stunde Sendezeit von 21.00 bis 22.00 Uhr und  "Jazztime" wird nunmehr ein Mal monatlich vor "Kabarett direkt" an Freitagen gesendet. Dafür muss übrigens die Reihe "Synchron - Soundtrack" weichen. Dieses Genre wird ab September 2008 fallweise in den "Spielräumen" aufgegriffen werden.

Die Sendezeit für Jazz, einem Genre, das im Gegensatz zu anderen Spezialgebieten der Musik im Klassiksender Ö1 überproportional vertreten ist, wurde um rund 90 Minuten pro Monat gekürzt und verfügt dennoch auch nach dieser Veränderung nach wie vor über mehr als 500 Minuten Sendezeit in der Woche - womit man nicht wirklich von einer Vernachlässigung dieses Genres sprechen kann.

Bestehen bleiben nämlich der lange Konzerttermin für Jazz am Montag Abend ("On stage"), die sieben Stunden lange wöchentliche "Ö1 Jazznacht" am Samstag Abend sowie ein Mal pro Woche eine "Spielräume"-Sendung mit Jazz. Ebenfalls seinen Platz hat Jazz weiterhin fallweise in den "Spielräumen" am Sonntag, in "Ö1 bis zwei" sowie im "Heimspiel". Und eben in "Jazztime" ein Mal pro Monat.

Wir verstehen Ihren Unmut über die Veränderung der Sendezeit von "Jazztime", haben Sie aber bitte Verständnis dafür, dass man bei einer Schemaänderung immer wieder altbewährte Reihen aus dem Programm nehmen muss, um sich einerseits den veränderten Hör- und Lebensgewohnheiten des Publikums anpassen zu können und um Innovationen unterzubringen, denn sonst würden wir nach wie vor das Schema des Jahres 1967 ausstrahlen. Es dabei allen Hörerinnen und Hörern Recht zu machen, ist leider - so sehr wir es bedauern - unmöglich.

Wir danken für Ihr Interesse an unserem Klassik- und Kulturprogramm Radio Österreich 1 und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Ö1 Service


Jetzt wissen wir´s  also:
Der Jazz ist überproportional vertreten und deshalb muss man auch nicht traurig sein, wenn man Antworten auf Fragen bekommen, die man so gar nicht gestellt hatte.
Oder hatte ich um eine Auflistung des neuen Sendeschemas gebeten?

Als ich 15 war, ist mir gar Fürchterliches passiert: Ich hatte bei einer Klausur die Aufgabenstellung einfach nicht verstanden und obwohl ich um eine gute Antwort bemüht war, stand dann zum Schluß einfach "Thema verfehlt" drunter.

Bin ich ja froh, dass man sich mit fünfhundert Minuten Jazz pro Woche ohne weiteres selbst über derlei Schicksal hinweg trösten kann!


ZUSATZ am 3. September:

Mittlerweile haben mir mehrere Leute von ihren jeweils ähnlich beherzten Schreiben an die Ö1-Leitung berichtet.
Die haben- na, wer hätt´s  gedacht- dann tatsächlich den haarscharf gleichen Standardquatsch als Antwort erhalten.
Die Namen der Adressaten haben sie aber immerhin ausgetauscht. 

 

2 Kommentare anzeigen

Sandra Rose 21.03.2008 14:16   



"Does not go at all and wants not at all"
Das erheiterndste Übersetzungsprogramm der Welt

Anbei die von einem großen Websuchportal angebotene Übersetzung eines Rosen-Konzertberichts des Kultuturmagazins k2.
Sehr experimentell & sehr amüsant, wie ich finde.

 


Jazzzeit küsst Sphinx

von mangiapia / 22.10.2007

"Der Kuss der Sphinx“, heißt die derzeitige Ausstellung im Kunstforum zum belgischen Symbolismus, welche sicherlich das ein oder andere Meisterwerk beherbergt. Leider muss ich gestehen, dass ich nicht der größte Fan von Ausstellungen bin, zumal mir die eine Hälfte der Kunst meist nicht gefällt und die andere Hälfte von Spießern verstellt wird (Anm.: Schubladen sind wunderbar)(....)"


Jazz time kisses sphinx

of mangiapia / 22.10.2007

“The kiss of the sphinx “, is called the present exhibition in the art forum to the Belgian symbolism, which surely accommodates or other masterpiece. Unfortunately I must confess that I am not the largest fan of exhibitions, particularly since one half of the art does not please me usually and the other half is adjusted by Spießern (notes: Drawers are marvelous.). (....)"

 

..."Kunst soll schließlich emotionalisieren. Nun bin ich aber doch zum abendlichen Schlendern durch Bilderreihen und zum darauf folgenden Jazzkonzert geladen und so verabschiede ich mich alsbald von Pantomimen und wandere ins Untergeschoss."

"Art is to finally emotionalisieren. Now I am for abendlichen sauntering by picture rows and to the jazz concert following on it loaded and in such a way discharge however nevertheless I immediately from Pantomimen and walk myself in the basement."

 

..."Während ich mich auf den Weg in den Tresor mache um nach einem lauschigen Plätzchen zu suchen, betritt eine Erscheinung den Raum und fragt mich nach der Toilette. Vollkommen überrumpelt von dieser tiefen, sonoren, rauen, hypnotisierenden Stimme einer großen, attraktiven Frau, verweise ich ein wenig verzögert auf die Türe hinter ihr. Dass ich soeben die Sängerin kennen gelernt habe, realisiere ich erst eine viertel Stunde später als ich gen Bühne blicke."

"During I on the way into the safe deposit make myself over for a lauschigen Plätzchen to look, enter a feature the area and ask me for the toilet. Perfectly surprised of this deep, sonoren, rauen, hypnotisierenden voice of a large, attractive woman, I refer a little retarded to the Türe behind it. That I just now the singer know learned, I realize only a quarter hour later than I towards stage look."

..."Sandra Rose präsentiert dort gemeinsam mit Kontrabassist Uwe Urbanowski (Anm.: Die Genialität von Namensalliterationen wird viel zu oft unterschätzt. Bei den Schlümpfen wusste man noch was gut war - Schlaubi Schlumpf.) und zwei weiteren Musikern an Mundharmonika (Franz Scharf) und Gitarre (Bert Mayer) das Album „Gern Bereit“."

"Sandra rose presents there together with retort bassist Uwe Urbanowski (note: The Genialität of name all iterations is much too often underestimated. With the Schlümpfen one knew still which was good - Schlaubi Schlumpf.) and two further musicians at harmonica (Franz sharp) and guitar (Bert Mayer) the album „gladly ready “."

..."Songs von Hildegard Knef, Georg Kreisler, Karl Hodina oder Cole Porter werden gefühlvoll adaptiert und breiten sich alsbald zu einem warmen, geschmeidigen Flair aus, welches in nahezu trancegleiche Zustände versetzt. Sandra Rose weiß ihre Stimme und Gestik meisterhaft zu nutzen und folgt den Klängen der Instrumente mit einem tonumgarnenden Rhythmus, der es in sich hat. Dass ich beinahe eingeschlafen wäre, ist an dieser Stelle durchaus ein Kompliment."

"Song of Hildegard Knef, George Kreisler, Karl Hodina or Cole Porter are adapted sensitively and spread immediately to a warm, supple flair, which shifts into almost trancegleiche conditions. Sandra rose knows to use its voice and gesturing masterfully and follows the sounds of the instruments with a tonumgarnenden rhythm, which has it in itself. That I would have almost fallen asleep, here quite is a radix complement."

..."Allerdings reißt mich dann doch etwas aus meinem Wohlgefühl. Die Aufforderung mitzusingen. Herrgott, lernt es doch endlich! Ihr werdet bezahlt damit IHR singt und nicht etwa das Publikum. Wenn man mitgerissen ist, tut man dies freiwillig. Eine konkrete Aufforderung ist nicht nur peinlich für alle Beteiligten (Anm.: macht ja ohnehin niemand mit), sondern auch wirklich unangebracht, wenn es denn obendrein noch komplizierte Melodien sein sollen. Ein Publikum kann Mainstreamsongpassagen mitsingen oder einfache Lautfolgen wie dumdum, dadada, tirili, usw. aber doch nicht halb gestöhnte Arien à la jabbadaaAAhahahououoooooouiiiaaaajappaaaa. Geht gar nicht und will gar nicht.

Ansonsten ist man jedoch „Gern Bereit“ dem Ganzen wieder zu lauschen.

However tears me then nevertheless somewhat from my well-being feeling. To along-sing the request. Gentleman God, learns it nevertheless finally! You paid thereby IT sings and not the public. If one is drug along, one does this voluntarily. A concrete request is not embarrassing only for all involved ones (notes: anyway nobody makes with), but also really inappropriate, if in addition still complicated melodies should be. A public can along-sing Mainstreamsongpassagen or simple sound sequences like dumdum, dadada, tirili, to etc. however nevertheless airs not half groaned à la jabbadaaAAhahahououoooooouiiiaaaajappaaaa. Does not go at all and wants not at all.

Otherwise one is to be listened however „gladly to ready “the whole one again."

 

Wußte ich´s  doch, dass irgendwas mit diesem Artikel nicht stimmt:-)

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 19.03.2008 14:06   



Tante Sandras Ratgeber für junge Musikanten Teil1

Heute: Wie´s nicht geht

Wie aufmerksame Salonisten wissen, ist mir eine im Rahmen der Möglichkeiten bestmögliche Programmierung des Salons tatsächlich ein Anliegen.
Das beansprucht, hört man sich Zusendungen tatsächlich an, ZEIT. Meine, nämlich.
Wenn ich dann Zuschriften wie folgendes Anfrage-mail bekomme, bin ich mir nicht sicher, ob ich mich amüsieren oder mir für blöd gehalten vorkommen soll:

"Hallo!
Ich bin im Internet auf eure Webseite gestoßen, ich fand sie sehr interessant. ich spiele mit der Band namens "pptx" wollte fragen ob es möglich wäre, dass mein Fusion-Trio in eurem Lokal ein Konzert anspielt?
Das Trio besteht aus 3 Personen (oh!), existiert erst seit 4 Monaten, das erste Demo nehmen wir in 3 Wochen auf. Im Netz gibt es uns schon
(na, wunderbar, kann man also doch reinhören!):
www.meinPlatz/strebnachjazz und www.blubbers
jedoch ist das eine Lied nicht von uns,ich habe es nur als Beispiel unserer Musik hingegeben. Wir sind "Profimusiker", Musikstudenten, wir leben von Musik, damit wollte ich nur sagen dass ihr euch ums Niveau keine Sorgen machen sollt.Wir spielen Fusion-Jazz (Mike Stern), im Programm kommen solche Kompositionen vor wie So What, Blue Bossa, Summertime (äußerst revolutionär, hast du mir irgendwann eine alte Setlist geklaut?!:-)) Ich hoffe ich habe euch überzeugt dass es wert ist, uns ein Bisschen zu helfen, unsere Musik einem breiteren Publikum vorzustellen.
Ich würde mich über eine Antwort (was nun ?- "freuen", vielleicht?:-))
P."

Na, gut, also: Es muss sich ja nicht gleich um eigenes Material, sprich um Eigenkompositionen im Netz handeln und klasse, wenn´s großartige Studenten sind, die tatsächlich von Musik leben - das ist an sich schon eine feine und unbedingt unterstützenswerte Sache!
Dass mir beim Reinhören in angegebene Quelle- das mp3 ist mit Titel plus Interpret ="pptx", dem gepriesenen Bandnamen, also- eindeutig beschriftet- wildes Gitarrengeschrubbe inklusive verdächtig nach TOP-10-Welt-Liga klingendem Bass und Schlagzeug entgegenpumpert, macht mich dann aber doch stutzig. Nicht um zu sagen, dass derartiges Niveau (um das wir uns ja nicht sorgen müssen) hierzulande Utopie sei, nein...aber sind das nicht die Weltstare Victor Wooten und Dennis Chambers?! Oh, hab Dank, kleine Recherche, sie sind´s  tatsächlich!
Nun, jedenfalls dürfte da dem jungen Gitarristen da doch der Chuzpen-Käfer über die Leber gelaufen sein....wobei ich die Idee so grundsätzlich ganz reizvoll finde und mich eben frage, ob ich in eigener Sache nicht auch besser hinkünftig meine Hörproben bei Diane Schuur, Reeves oder gleich Ella entlehnen sollte... 
Ich wanke zwischen Amusement und Ärgernis und antworte:

"Lieber P.,
herzlichen Dank für Dein Interesse!
Aber nur & ausschließlich, wenn der Victor und der Dennis auch Zeit haben!
LG,
Sandra"

Wer nun glaubt, der junge Mann wäre um eine Antwort verlegen gewesen - weit gefehlt:

"Hi Sandra 
Ja natürlich kommen Victor und Dennis mit :-)
Lg.P."

Na, finde ich das lustig? - Moment, ich überlege noch....


Wie die Geschichte tatsächlich weiterging, 27.3.08

Nachdem ich dies´ Anekdöterl ein paar Kollegen erzählt hatte und diese allesamt - im Gegensatz zu mir- dem Ganzen genau gar nichts Amüsantes abgewinnen konnten und ich letztlich die Rechtsverletzung (immerhin haben die Jungs ihren Bandnamen auf´s Original der Herren Wooten, Chambers und Howe geschrieben- na, wenn das alle machten... ein klarer Fall von ziemlich satter Urheberrechtsverletzung!) auch für üppiger halte denn den Unterhaltungswert, schrieb ich dem P.:

"Hallo P.,

 

Ich glaub, Dir sollte man mal die Ohrli langziehen:

Einerseits amüsiere ich mich köstlich ob Deiner Dreistigkeit, tatsächlich ein mit Eurem Bandnamen versehenes mp3 von den Cracks reinzustellen und dazu noch zu schreiben, das Lied sei nicht von Euch…- danke, ich hab´s  bemerkt, ist aber nicht das Problem. Das Problem ist, dass Du GANZ GROSS schreiben hättest müssen, dass das Lied nicht „nicht von Euch“ sondern „nicht von Euch GESPIELT“ ist. Mag sein, dass das für Dich keinen großen Unterschied macht, für mich liegen da GALAXIEN dazwischen, selbst wenn ich mal davon ausgehe, dass genau Ihr die besten Jungjazzer seid, die die Jazzwelt je gesehen hat.

Sei mir nicht bös´, aber mit dieser Aktion – auch wenn es  gewissermaßen auch was Gewitztes hat (man könnte auch sagen, das ist Betrug : nämlich an den „Kollegen“ Wooten & Co sowie Vortäuschung falscher Tatsachen beim potentiellen Veranstalter)  wirst Du von mir nun ans allerletzte Ende der Warteschlange verbannt.

 

Trotzdem beste Grüße & nimm unbedingt das mp3 auf beiden Seiten raus- denn SO geht das halt einfach echt nicht!

 

Viel Erfolg ,

Sandra"

P.´s Antwort ward eine Sondervorstellung rhethorischer Gewandheit sowie ein Exempel persönlicher Untergriffigkeit, das sich gewaschen hat:

"Hi Sandra

Naja, ich sage mal so, nur schlechte Leute können darüber schlecht denken -     

klingt blöd aber es ist so :-)

ich meine du hast meine Absicht nicht ganz verstanden, der Song ist nicht drauf um Leuten die auf die Homepage gucken den Eindruck zu geben dass das unsrer Lied ist sondern um unsere Musikrichtung präsentieren zu können.

ich verlange von dir nicht das zu verstehen, was ich aber von dir schon verlange wäre, wage dich mich zu beurteilen. (jo, eh!:-))

du kennst mich ja nicht du versucht mir irgendwelche lächerlichen beurteilungs-synonyme einzuprägen.
(wie meinen?)

Es hätte gereicht,

 

hi dude.

ich glaube, der Song stammt von Wooten-Chambers-Howe und nicht von euch.

gibt's bitte auf der Homepage bekannt.

Thanks dude (das mit dem Duden halt ich für keine schlechte Idee!)

 

P.S. ich wünsche dir, dass du in deinem leben genau solche Leute triffst wie du

       selbst bist    --   das wird die Hölle sein

 

 P"

 


Na, wenn das nicht so ausschaut, als ob sich hier nicht eine alles Bisherige ins Abseits kickende Weltkarriere anbahnt!

Und, ja, danke: Weißt Du, lieber P., was bei mir so richtig klasse ist?-
Ich habe nicht nur das Glück, tatsächlich auch "Leute wie mich" zu treffen, sondern ich treffe noch ganz Andere- nämlich wirklich großartige Menschen, die Vieles kennen, können und schaffen, was meinem eigenen bescheidenen Tun immerwährend um Lichtjahre voraus sein wird. Das Beste daran: Das ist so verdammt spannend, dass ich mich vor Freude manchmal kaum einkrieg´ und jeden Tag davon zehren und lernen kann!

Die Restlichen sitzen dann im Café Annerl Karenina, spielen ´Blue Bossa´, trinken viel billiges Bier und schreiben zu nächtlicher Stunde mails, die sie besser nie abgeschickt hätten.
In diesem Sinne: Prost, dude!


 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 09.03.2008 18:03   



Sonntag mit Knecht

Und wieder ein Sonntag, der gut ist für Gedanken.
Angeregt -u.a., aber v.a.- durch die Lektüre von Frau Knechts
"Hurra- Wien-Zürich-Wien", treiben diese heute gar kunterbunte Spiele mit mir.  
Ich amüsiere mich prächtig und nehme es nun, immerhin bei Kapitel "gulligulli" angekommen, dem Czernin-Verlag auch nicht mehr so krumm, dass er immer Bücher mit gar so hässlichem Einband veröffentlicht.
Ich nehme an, diese Aufmachung soll die Konzentration auf die Inhalte schärfen. Im Falle Knecht wäre das aber gar nicht von Nöten. Wirklich nicht!
Zu Frau Knecht in Kürze.

Ich sitze im Schneidersitz im Bett.
Den Schneidersitz zelebriere ich seit ein paar Tagen nach Jahren der Schneidersitzverweigerung mit neuer Leichtigkeit. 2 Mal Laufen im Augarten, 1 Mal Badmington-Spielen mit Otto und 1 Mal Tischtennis mit Cati sowie eine mich mit allen sportiven Anstrengungen versöhnende Suzie-Massage - da kann ich auch mal wieder den Schneidersitz riskieren.

Mein Mann weilt in NÖ.
Kommt man nämlich aus dem schönen NÖ, ist heute genau der Tag, um dem nicht ganz so schönen, aber stets gewinnenden Erwin oder einem seiner Sprößlinge die Ehre zu erweisen.
Die anderen Wahlkandidaten scheinen sich in den mir angetrauten Kreisen weniger Beliebtheit zu erfreuen. Irgendwie nachvollziehbar: Erwin kann´s halt einfach. Ob´s  einem passt oder nicht, nämlich. 
In Zeiten des zur Farce verkommenden Politzirkus´ in Österreich- Molterei auf der Gusi oder Gruselei auf der Molti, völlig wurschd, wie man´s  benennt- wundert es nicht, dass Erwin eben der Er-win bleibt.

Selbst damals, zu meinen Zeiten mit der Lindner-Big-Band, war er sich im Wien-nahen Purkersdorf nicht zu schade, Wolfgang Lindner sen., zum- übrigens völlig stilsicher gewählten- rechten Zeitpunkt den Taktstock aus der Hand zu nehmen.
Sicherheitshalber entschloss ich mich damals, als Er-win wild gestikulierend den Einsatz zu geben beliebte, es so zu halten, wie in diesem Gefilde üblich.
Kappellmeisterseinsätze schlichtweg zu ignorieren ward damals in so manchem Fall die falsche Entscheidung nicht!

Dass das heutige NÖ-Kreuzerl dennoch zu Hauf bei Kapellmeister Er-win und seinen Weggefährten landen sollte, steht aber bei derzeitigem Stand der Dinge außer Frage....Ach so, entschuldigen, als Piefke hab ich mich diesbezüglich ja nicht einzumischen. Aber vielleicht als Künstler?- Ach, schade- auch nicht:

Die Guggi Löwinger hat das neulich mal schön und so hübsch öffentlich erklärt, von wegen als Künstler hätte man nicht politisch, sondern neutral zu sein.
Aber hallo?! Ich bin froh, sie mit Topsy Küppers nur verwechselt zu haben, denn der Sandra Kreisler hätte ich eine solche Mutter echt nicht vergönnt!

Werte Topsy, entschuldigen Sie höflichst, bei genauerem Gedanken wird mir ja auch zusätzlich klar, dass zumindest der Georg Kreisler sie selbst im intensivsten Trunkenheitszustand nie und nimmer verwechselt hätte und dementsprechend also sowieso kein Grund zur Sorge bestehen hätte müssen!
 
Aber mal im Ernst: So einen Mist musst du dich mal trauen abzusondern. Als Künstler, nämlich.
Auch zu diesem Thema  sehr passend, die mir heute unentwegt einfahrende 
Frau Knecht.

Heute also Schneidersitz im Bett.
Vor mir den laptop. Daneben liegt die Knecht und schreit 
"Hurra".

Meine 14jährige, derzeit auf sämtlichen denkbaren Ebenen in erster Pracht erblühende Stieftochter hat den pc unter Beschlag.
Das tut sie immer, sicherlich auch in ihrer Hauptfunktion als Tochter ohne "Stief".
Sie chattet unentwegt mit Leuten, die nicht mal sie besser denn vom Foto oder aus der Disco kennt.
Nicht immer leicht also wirklich zu wissen, mit wem man nun zu tun hat, so im Chat- immerhin sieht man bei 80% der Hippsters nun nur mehr den Korpus. Ohne Schädel, dafür nackert. Oder in leichter Schürzung für die Mädels.
"Posing" gehört zu den Hauptfreizeitbeschäftigungen der Yougsters.

In Zeiten von Digicams und sontigem Utensil alles ein Klacks.
Das ist so und wir können das völlig beruhigt für völlig bescheuert halten.
Wie blöd wir welche wie auch immer gearteten, heutzutage gängigen Teenie-Rituale halten, ist nebensächlich und allmählich wandelt sich mein ursprüngliches Unverständnis in leise kichernde Akzeptanz inklusive rosischer Retrospektivanekdoten, die mich plötzlich ereilen, als seien sie gestern geschehen.

Das Einzige, worauf es zu achten gilt, ist, dass man sich nicht allzu oft fragen lässt, wie das damals bei einem selbst war. Bisweilen habe ich, ganz ehrlich, auch immer ehrlich geantwortet.

Außer, wenn es galt, Highlights der eigenen jugendlichen Verfehlungen aufgrund moralischer Fragwürdigkeit doch besser unter den Tisch fallen zu lassen. Da musste man sich immerhin noch trauen, die halbunanständigen Fotos auch zum Entwickeln zu bringen!
Depri

Wirklicher Erwachsenensenf ist sowieso nur in Notlagen gefragt.
Wie eben:

"Duhu...hast Du Bock auf Depri?"
"Nööö, eiiiigentlich..."
"Ok, wenn du vielleicht doch Bock auf Depri hast, dann...äh...duhu,... die Mutter von der X hat sich vor paar Tagen umgebracht."
"Von der Wer-nun?"- "Oh, dieee!"-
"Die ist in ein Hotelzimmer und hat sich dort aufgehängt."
"Ahaaa. Das ist natürlich... schei...schlimm."
"Ich treff mich morgen mit der X und dann bin ich gannnz vorsichtig, dachte ich mir."
"Ja, das finde ich gut. Wenn sie dir so wichtig ist, musst du ihr jetzt eine richtig gute Freundin sein, gell!"
"Ja, das mach´ ich."
"Na, da siehste mal....ist schon eine Scheiße manchmal, mit dem Leben. Die Frau muss echt unheimliche Sorgen gehabt haben!"
"Ja, eh. Die war echt fertig."

PAUSE.

"Irgendwie auch fies: Die hat jetzt tatsächlich ihre Ruhe und ihre Tochter kann schauen, wie sie mit der Scheiße zurecht kommt.
Irgendwie gemein, auch."
"Ja, eh."
Wahlende

Meines Haustigers Wahlausflug ist schon beendet.
Das Zusatzkreuzerl hat er ohne rosisches Zutun dort gemacht, wo auch ich es gemacht hätte, wenn ich kein Piefke wär´.
Mutters dringender Bitte, das zweite Kreuzerl unbedingt dem Y zu schenken, wurde jedenfalls nicht nachgekommen. 
ort am Sonntag 2

Mein Schneidersitz ist, nach mittlerweile 3 Pausen und 135 gelesenenen Doris Knecht-Seiten, in Viertauflage aktiviert.
Sonntäglicher Stand der Dinge: 3 Cafés - (ich habe, im Gegensatz zu Frau Knecht, das Glück, nur mehr mit nespresso anstatt mit herkömmlichen Café-, also Kaffeemaschinen Vorlieb nehmen zu dürfen, der wird zwar nicht von Clooney, aber zumeist von meinem Schatz kredenzt, was bei mir grenzenloses Wohlbehagen auslöst, auch wenn es mir schwer fällt, ihn in solchen Momenten dann nicht "George" zu nennen),  2 Glas Wasser, 1 in Wasser aufgelöstes Entschleimungswundermittel namens Aeromuc, 2 Eier im Glas (obzwar selbst gekocht, heute ausnahmsweise in der richtigen Konsistenz- nicht so schlabbrig, dass das Eiweiß transparent vor sich hintrieft und nicht so hart, wie sie der Osterhase oder  im Bestfall der Meinige bringt), 2 herrliche Buttertoastscheiben, 3 noch in der Packung verbliebene Meringue-Kekse (die wären sonst schlecht geworden!), dauerunterschätzte ca. 15 Chesterfield light seit 11h, das 2.Stiegl zum Sonntag- heute in Dose!-und, wie schon erwähnt, 135 kurzweilige Seiten Doris Knecht.
rau Knecht

Sie kennen Frau Knecht nicht?
- Dann und wann werden Sie doch einen Falter oder einen Kurier in die Hand nehmen und auch lesen?!- Ach so, tun Sie nicht?
Dann klicken Sie mal hier und lesen Frau Knecht:
Gulligulli .
Dringende Empfehlung des Hauses Rose.
Was aber beim beinahe schon kultigen Wert Knecht´scher Kolumnesthetisierungskunst keinesfalls heißt, dass eine Frau Knecht rosischen Zuspruchs bedürfte.
Dennoch:
Gulligulli.

Selbst die Tatsache, dass Frau Knecht Vieles im Griff zu haben scheint, was mir fremd oder kopfwehbereitend, hindert mich nicht an der Freude, Knecht nun am Stück lesen zu können.
Köstlich!
Frau Knecht schreibt sogar so, dass ich ihr nicht mal verüble, dass sie sich, obzwar 3 Jahre älter, doppel-bekindet und, sofern sie sich das lebensintensive, ess-und trinkfreudige Kittelchen nicht unerprobt umhängt, schon bei Größe 38/40 Sorge um ihre Unterschädloptik zu machen beliebt. 
ch!

Tröstend nur, dass auch ihr das Gesicht, wäre sie, so wie ich neulich, im New Yorker  Marc Jacobs-Outlet eingefallen, unweigerlich eingeschlafen wäre.
Über Größe 34 keine Chance, meine Liebe, lautet dort die Devise und somit ist wenigstens klar, dass Sarah Jessica Parker die letzten Jahre nicht umsonst in Salatblättern gestochert hat. Wir könnten stattdessen Guggi Löwinger ins Marc Jacobs-Outlet schicken.
Deren Anliegen ward, im Rahmen einer unlängst geschehenen Irgendwas-Preisverleihung, wohl zwar auf die Nennung ihres Alters verzichtet zu wissen, stattdessen aber ihre auch in betagtem Alter nach wie vor aktuelle Konfektionsgröße 34 publik gemacht zu haben. 
Auch eine Leistung, wie ich finde.

Zurück zum Wesentlichen: Nachdem Frau Knecht also Cinqueterre-, Kamel-, Horowitz- und Eselböck-kundig ist, ist auch klar, dass die gerne isst und trinkt und mir also gleich noch viel besser gefällt.
Selbst, wenn sie 38 vermutlich nur als Schuhgröße gelten lassen muss.
Frau Knecht darf das.
port am Montag

Da fällt mir ein, dass mir morgen das montäglich neu eingeführte Joggen mit Erika  ins Haus steht.
Zwar halte ich eine, trotz allem Elend noch gut verteilte, Größe 42 keinesfalls für unlebbar, überließe die aber, nach erschütternden 7 in 3 Jahren zugenommenen Kilo, gerne anderen Damen dieser Welt.
So eine leicht zu überstülpende 40-er Hose wär´ schon wieder was...ich hab noch paar, in die ich mich reinquetsche. Aber knapp wird´s. Verdammt knapp. Die 38er habe ich in einem hormonell bedingten Anfall schon vor Monaten in den Müll geschmissen.
Einfach in den Müll, denn auf Secondhand-Ware hat mittlerweile nicht mal Frau Bock Bock.

Ach, hätte ich wenigstens einen trifftigen Grund für´s  Drall-Werden!
Wie meine Cousine Elke, z. B., die jammert zwar auch, hat aber im Gegenzug nun tagtägliche, ja , lebenslange Freuden an ihrem wohlgeratenen, best gelaunten Buben. Für soviel Mutterglück darf man ruhig auch mal paar überflüssige Kilo durch die Gegend schieben!

Frau Knecht hat übrigens 2 Mädls. 
Zwillinge, zweiei-ig. "Mimis" genannt, haben sie auch richtige Namen und wie man via wikipedia erfahren kann, den Musikkritiker Schachinger zum Vater.
Musiker als Väter sind ja schon eine schlimme Vorstellung, aber Musikkritiker!
Da fällt mir schon wieder der Kreisler ein.
Der Schachinger muss trotzdem ein klasse Typ sein, sonst hätte der nämlich die Knecht nicht.

Ok, ich gestehe es ja: Felber- und Tosic-Artikel interessieren mich halt mehr. Felber weil ich ihn schätze, den Tosic weil ich mich so schön über seinen Stil ärgern kann. 
Aber immerhin versteht es Schachinger, konsequent zu polarisieren: Die standard-Forum-Gemeinde kriegt sich ja gar nicht ein, wenn es wieder einen Schachinger-Artikel zu zerpflücken gibt. Wie auch immer:

Frau 
Knecht , ich amüsiere mich köstlichst!

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 02.03.2008 15:34   



Sonntag im Bett

Der Sonntag ist ein guter Tag für Gedanken rund ums Leben.
 
Meine Gedanken und ein rosisches Mass an Arbeitskraft am Montag und Dienstag gehören dem Salon.
Der Mittwoch gehört lästigen Büroangelegenheiten, die, würde man nur endlich den notwendigen Elan für größere Taten hervorbringen, sicherlich auch genügten, um zusätzlich den Donnerstag, Freitag und Samstag auszulasten.
Tun sie auch öfter als man glaubt, was mich selbst stets von Neuem erstaunt. Denn von dem Angestrebten bringe ich selbst bei zeitlichem Sonderaufwand maximal 50 % auf die Reihe.
Wenn das nicht, dann schreibe ich. Kein Tagebuch, sondern "Fach"-Artikel über Musiker-Persönlichkeiten für, Sie wissen schon, mein Lieblingsmagazin, die jazzzeit: Eine in Worte zu bringende Annäherung an derart große Künstler, dass es fürwahr eine Ehr´ ist, ihnen die Hand schütteln zu dürfen.
Menschen zum Gespräch treffen, die man in musikalischer Zusammenkunft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sowieso nie träfe, ist schon eine spannende Sache.
Voll gestopft mit Eindrücken, die einem derartige Kaliber vermitteln (telefonieren Sie doch mal ganz entspannt mit Michel Legrand, schalten Sie ihr eigenes Familiengejammer und Stammtischgejeiher aus und vertiefen Sie sich in die Geisteswelt von Patti Cathcart und Tuck Andress, graben Sie in Vorbereitung auf das Interview in Diane Schuurs Werdegang ohne selbst wenigstens vom Karmelitergrätzl-Grammy zu träumen), genehmige ich mir die Zeit, über Vieles nachzudenken.
(Den Karmelitergrätzl-Grammy sollten wir da natürlich auch keinesfalls aus dem Auge verlieren!)


Danke an dieser Stelle all Jenen, die mich seit Monaten fragen "Wann singst´n endlich wieder?!".  
Danke für die Zuschriften und Dank all denen, die den Salon ursprünglich als "Sandra-Treff- oder- Hör-Punkt" sahen und heute regelmässig salonieren ohne mich zu öffentlichem Gesänge zu nötigen.
Besonderer Dank gilt auch paar Großen: Tuck & Patti, den Jungs von Quadro Nuevo und Agnes Heginger. 
Derlei Feedbacks bewahren mich davor, das Gesänge nicht nur für die Dauer eine Kreativpause einfach Gesänge sein zu lassen. Andererseits verhält es sich ja so, dass Sänger und Musiker, die von Hansi Hinterseer über Ötzi Friedle bis Paulus Manker alles mit wohl zwar dauerhaften, aber den Alltag nicht allzu vergällenden Folgeschäden überlebt haben, sowieso eine überdimensionierte geistige Ausbuchtung namens Schmerzfreiheit besitzen und somit braucht man sich um mich, z.B., keine tatsächlichen Sorgen zu machen.

Bis also die Rose, die alte Kämpferhaut, auch gesanglich wieder blüht, tut sie das das, was sie sowieso gern tut:
Reden und schreiben.
 
Und salonieren.
Und endlich Doris-Knecht-Kolumnen verschlingen. Eine Sache, die mir von Harald Burger, dem Okto-Burger, schon länger ans Herz gelegt wurde. Es hieß, die Knecht sei sehr rosisch. Oder die Rose verdächtig knechtisch. Um mir die vermeintliche Verwandtschaft schmackhaft und en direct verifizierbar zu machen, drückte er mir gleich 2 Knecht-Bücher in die Hand.

PS. Wenn mich noch weiterhin wer fragt, was denn nun mit diesem fantastischen Bassisten und unserem schönen Programm sei- dann sage ich: Kauft doch bitte die CD und erfreut Euch an der schönen Musik- die konnten wir ja rechtzeitig festhalten. Immerhin!

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 19.02.2008 17:38   



Böse Jazzzungen

In die sich großer Beliebtheit erfreuende Rubrik "Die bösesten heimischen Jazzzungen" fällt ein eben bei mir eingelangtes mail eines sehr guten und durchaus Seiner- Sinne-Herr-seienden Kollegen:

"Von wegen Stätte des guten Geschmacks:
ich "empfehle" das Studium des Birdland-Programms: da greifst dir ned an die Stirn sondern haust dir mit Schwung drauf, dass du einen Nasenbeinbruch hast, wennsd daneben zielst ...
ich freu mich auf morgen
XY"

Bin ich ja froh, dass ich das nicht gesagt habe! Das lässt sich aber schnell ändern...

Was ich im Übrigen für den gemeinten Club wirklich schade finde: 
XY ist mittlerweile bei Weitem nicht der Einzige, der das sagt und er hat einfach verdammt recht: 
Ein so jämmerliches Programm eines vermeintlichen Jazz-, Musik- und/oder einfach Kulturbetriebs hat die Stadt tatsächlich überhaupt noch nie gesehen und es wäre mir ein Vergnügen, diesen Misstand en detail und zu gegebenem Zeitpunkt bei zuständiger Stelle argumentatorisch zu beweisen.

Wie meinte einer unserer Salon-Sponsoren zum Thema? 
"make Paprikahendl, not Verluste".
Dass sich das nicht nur auf die  finanzielle Misere beziehen sollte, konnte man zum Zeitpunkt des Sagers noch nicht ahnen.

Und wie meinten heute zweier meiner (für meine jazzzeit-Schreiberei an Land gezogenen) international höchst anerkannten Interviewpartner?: Sie hätten sich´s  überlegt und würden eigentlich einen Österreich-Gig im Porgy einem Birdland-Gig, obzwar ursprünglich just andersrum geplant, vorziehen.
Tja, so schnell kann´s geh´n, Leutl´n.


Konklusio: Es ist selten gut, wenn Leute Dinge tun, von denen sie so gar keine Ahnung haben.

Zum Glück bleibt dem Wödmasta dieses Elend erspart!

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 16.02.2008 23:34   



New York, Nu Oarg
Frau Rose auf Exkursion in New York

Als ich in morgendlicher Vorbereitung vor dem Gang zum Flughafen aus der Dusche komme, singe ich lauthals und penetrant uneingesungen die ersten 2 Zeilen von Udo´s "Ich war noch niemals in New York" im Radl. Wie eigentlich die 3. Textzeile geht, will ich jetzt, 10 Stunden bevor sich der Text für mich erledigt hat, auch nicht mehr wissen.
Ich ergänze mit "lalala-lalla-la-la-laaaa" und verleihe dem Ganzen durch beispiellose Ignoranz sämtlicher musikalischer Spielregeln besonderen Pepp.

Andi liest aus meinem morgendlichen Gegröle nichts weiter denn die rosische Aufregung ob der anstehenden Reise ab, die - auch 3 Stunden später und in der ersten Reihe der Businessklasse angekommen (juppi, da gibt´s gleich was G´scheits!) mich mich benehmen und fühlen lässt wie eine etwas zu üppige Mischung aus ungehobelter Göre und edlem Luxusweib.

Der von charmantem AUA-Personal kredenzte Schampus schmeckt vorzüglich.
Nachschub, aber gerne doch!
Und zwar so lang, bis ich mich auf natürlichem Weg im auf Knopfdruck in Liegeposition zu versenkenden Sessel, technisch unterstützt vom integrierten Massageknopferl im Diven-Genick, ins Land der Träume empfehle, um dann- nach getaner Ruh´- ein vorzügliches 4-Gang Schlemmer-Menu aus Attila Dogudans fliegender Küche zu verzehren.

Hatte ich bisweilen Herr Dogudans Catering-Künste vorrangig mit mir zahlreichen VIP-lounge -Bespielungen von Tennis-, Fußball- und Society-Events aller Art in Zusammenhang gebracht und unter der Rubrik "Musikalisch zu untermalende Shrimps-Bewürfnisse" gespeichert, komme ich heute ob des guten Services und des Kochs an Bord zum versöhnlichen Schluss, dass Catering derartigen Niveaus tatsächlich eine phantastische Erfindung ist und aale mich in Wohlbefinden.

Dass ich Andi verdächtige, die gereichten und durchaus chicen Salz-und Pfeffer-Streuer schon im reich gefüllten SPA-Wohlfühlsackerl diskret verschwinden gelassen zu haben, erweist sich als ungerechtfertigte Unterstellung.
Er wird sie dann beim Rückflug klauen.

Ankunft

"How long are you going to stay in the U.S?" fragt der Typ am Schalter.
"5 days, only" sage ich.
"What for?" sagt der.
"Vacation" sage ich.
 "Ok, then -welcome, take care".
Ich kann mich nicht entsinnen, dass mir zuhause jemand, der mich gar nicht kennt, je gesagt hätte, ich solle gut auf mich aufpassen.
Das haben ja sogar die, die mich durchaus kennen, recht konsequent verabsäumt! 
Im zuvor ausgefüllten Einreise-Papier hatte ich ebenso freundlich Auskunft darüber gegeben, noch nie Drogen konsumiert zu haben, keine Reptilien ein-oder auszuführen zu gedenken und auch gegen den Präsidenten kein Attentat im Schilde zu führen.
Ich grinse den Beamten abschließend nochmals besonders freundlich an. 

Taxis werden in langer Warteschlange zugewiesen.
Die Gegend rumd um den JFK-Airport ist hässlich.

Bei Annäherung an die Stadt bestätigt sich die leise Vorahnung:
Hier ist irgendwie alles zu laut, zu hoch, zu bunt und "gorgious" und wenn das nicht, dann doch sicherlich "amazing" - das ultimative Lieblingsprädikat, wie ich die nächsten Tage feststellen werde.

Unser Hotel besitzt 4-Sterne, die vermutlich beim letzten Hotelstern-Vergabe-Event übergeblieben sind und erbarmungshalber über dem außer Betrieb befindlichen Eingangsportal angebracht wurden.
Die Qualität des Zimmers untermauert den ersten Eindruck geradezu perfekt. 
Kein Wunder, sag ich, dass die dicken Ami-Jazzer immer bei uns spielen müssen- hier passen sie ja nicht mal in die Badewanne!
Schrank gibt es auch keinen.
Wir haben also 4 Sterne, aber keinen Schrank.
Dafür haben wir undichte Fenster im 10. Stock, modrigen Grind auf der Innenseite des Vorhangs und einen New-York-Selbstbeweihräucherungs-Tivi-Channel, der uns schon zeigen wird, was der Apfel so zu bieten hat.

Unser Concierge kann zwar keinen Computer bedienen, aber er reserviert gern kostengünstig die besten Tickets der Stadt, die dann natürlich doch die teuersten weil ja besten sind.

Und in der Nacht bringen wir euch, falls es euch nicht immernoch schlecht von unserem üppigen continental-Breakfast ist, gern noch einen echt saftigen Burger auf´s  Zimmer. Den mit den fetten Fritten dabei.

Wir beschränken uns auf eine erste Grätzl-Erkundung und finden uns besser schon heute damit ab, die nächsten Tage so schlecht wie noch nie zu essen. Lediglich d
er Gedanke, dass Attila auch beim Rückflug nicht auf uns vergessen wird, tröstet.

Erster Tag

In der New Yorker Metro dirigiere ich uns gleich zu Beginn erfolgreich in die falsche Richtung.
Dass ich so mit sofortiger Wirkung das Navigationszepter für die kommenden Tage an Andi abgeben muss, bedauere ich anbetrachts des mir unentzifferbar scheinenden Metro-Plans nur sehr bedingt.
Taxis erweisen sich als erschwinglich und schreiend gelb.
Fahrgästen wird die Fahrt mit einem integrierten N.Y.-Info-& Werbekanal via TV-Mini-Monitor verkürzt.
Wir amüsieren uns über eine sehr lustig-blöde Werbung, die wir in 4 Tagen nur mehr blöd finden werden.

Sightseeing und Fotos, die in meiner Sammlung nicht fehlen dürfen: 

"Roserl ehrfürchtig vor der Carnegie Hall",
"Roserl in Diven-Laune vor der Radio City Hall",
"Roserl auf der 5th Ave.",
"Roserl gebannt vor Tiffany´s" ("Geh, Schaaatz, da will ich aber schon rein!").

Zwischenstation Trump-Tower.
Trump-Bar-Kellnerin Katie. "Houh, Vienna! I´m a singer and, houh, great, you´re a singer, too! Please, say hello to Uwi Krögaaa and Eva Marold... I´ve been working with them some years ago- they are sooo amaaazing"
Klischée as klischée can.
Klar, sag ich´s  bei Gelegenheit Frau Marold, aber nicht bös sein: dem Kröger...sorry, das ist mir einfach zu viel!

Disney-Shop.
Pinke Prinzessinnen und dustere Piraten für die Nachbarskinder kaufen.
Gespräch mit der Verkäuferin "My collegue, for example, has a lot of our Disney-collection at home, right, Jeff?" 
"Well, that´s true: collecting this stuff and having these amaaaazing Mickeys at home, really is fun!" 
Jeff ist also ein hochqualifizierter Mitarbeiter und hat neben vielen Mickey-Mäusen auch einen Vogel.

Spätestens jetzt ist es dringend an der Zeit für Kultur.
Ich zücke den Zettel mit Weilguny Schorsch´s  N.Y.-Top-Spots.
Meine Vermutung, seine Tipps könnten sicherlich mehr denn jene anderer Kollegschaft, wird heute und in den Folgetagen mehrfach bestätigt.
Das MoMA, Museum of Modern Art, zahlt sich aus. 
Werke der großen Meister des 20. Jahrhunderts zum Saufüttern.
All die Pracht mit - sofern man kein völliger Kulturbanause ist- erstaunlich hohem Wiedererkennungswert und 2 sich hartnäckig und über Stunden wiederholenden Fragen: "Gehört das nicht irgendwie eher nach Paris oder Wien und warum hängt das jetzt hier?" und
"Wieso tun mir meine Füsse so schrecklich weh?".

Ein frühabendlicher Spaziergang über den Broadway mit unterhaltsamem Abstecher ins Hard Rock Café beschließt den Tag.
Weder Andi noch ich können uns erinnern, an diesem uns an körperliche Grenzen stoßen lassenden Tag außer dem nachmittäglichen Straßen-Hot-Dog irgendwas gegessen zu haben.


Zweiter Tag

Was haben wir nur tagsüber getan??? -
Einiges, bloss was? 
Aufgrund vortägiger Erschöpfung erinnere ich mich vorrangig an den dringenden Mittagsschlaf...

Der Abend gehört einem Pflicht-Termin:
ein Besuch im jazz-historisch höchst relevanten Club "Village Vanguard".

Das tatsächlich legendäre "Village Vanguard Orchestra" spielt heute in seiner ungefähr 37. Besetzung ein Best off der letzten 40 Jahre. 
Hier drin ist es zappenduster und nicht gerade einladend.
Ich sage "Sei mir nicht bös´: das Jazzland ist uriger, das Porgy ist schöner und cooler, der Salon ist gemütlicher, das Birdland zählt ambiente-technisch sowieso nicht und daheim spielen die Musiker, sofern man eh die richtigen engagiert, genauso gut."
Andi stimmt mir zu und wir widmen uns beruhigt weiteren Beobachtungen:

Eine
überwutzelte Alte, Marke "Jazz-Drama-Queen" unterstreicht mit prüfendem Blick und unentwegtem Verrücken der zwischen Nase und Haar befindlichen Brille ihre tragende Rolle im vanguard´schen Geschehen.
Wie sie es auf diesen hochhackigen Plüschpantoffeln - sie sind rosa!- tatsächlich stolperfrei von Gast zu Gast schafft, ist mir, schon bevor ich die Brille als Sonnenbrille erkenne, ein Rätsel.
Andi amüsiert sich: "Die Oide is sicher des Roserl vom Wängadd!- Brauchst oba bitte in 20 Johr´n ned a so rumlaufen...!"

Die Band spielt sehr gut.
Erwarte ich mir auch, immerhin haben sie´s  ja erfunden. 
Ambiente kommt bis zur Pause dennoch wenig auf.

Wir entschwinden ins nächste Lokal.
Beim dortigen Imbiss werde ich von einem zuvor im Vanguard gesichteten Herrn angeredet, ob ich nicht die Rose mit dem Club und so...Andi sagt "Roserl, jetz kô ma überhaupt nirgends mehr hingeh´ mit dir!".
Hannes ist beruflich in NY und sitzt in seiner Freizeit im Kulturausschuss der Leopoldstadt.
Ein Umstand, den wir bei einer guten Flasche Wein in einem weiteren Lokal, noch ausgiebig zu begrüßen wissen.
(Hier sei auch gleich erwähnt, dass Hannes nach seiner Rückkehr schnurstracks den Weg in den Salon fand, was mich sehr gefreut hat!)

Dritter Tag

Der Beigeschmack  der gestrigen Jazzexkursion ist geblieben: Eh klasse, aber sie kochen auch nur mit Wasser.

Trockene Haarspitzen dank höchst chlorhaltigen Leitungswassers, eine hyperaktive Klimaanlage und also juckende Augen, fette Würstl, Pancakes und eingetrickerte Rühreier zum Frühstück.
Inklusive wildest gebrauter und zum Verzweifeln sinnlos verkosteter Biersorten und schlechten Imbissen über den Tag hinweg, geht mir das allmählich auf den Wecker.

Entschädigung erfolgt am Abend:
Wir machen uns über das berühmte "Broadway Theatre" her.

Die Show "The Color Purple" nach dem gleichnamigen Film ist großartig und auch der 17. Nebendarsteller von hinten links singt ungefähr so gut wie hier die Allerbesten.
Von musikalischen Stilblüten, wie man sie hierzulande im Musicalgenre zu Hauf findet, kann keine Rede sein.
Im Gegenteil.
Ebenso positiv finde ich den Umstand, trotz der Menschenmenge in der Pause auch keinesfalls verloren gehen zu können, denn so als eine der genau drei weißen Frauen inmitten der endlosen Warteschlange auf der Damen-Toilette, wäre das selbst mit rosischer Tollpatschigkeit ein Kunststück.

Und dieser Quincy Jones, der arrangiert wirklich nicht schlecht....


Vierter Tag

Endlich die geschmackssichersten Viertel - Greenwich, SoHo- entdeckt: Viel Schönes zu moderaten Preisen. 
Hurra. Shopping.
Schönes, was man auch unbedingt haben will.
Das Beste: g
ute Beisl gibt´s  plötzlich auch. Franzosen und Engländer haben hier das Sagen.
Ich versöhne mich mit den Gegebenheiten, die Bloody Mary kann was. Der folgende Schneesturm auch.

Den Abend verbringen wir, weil´s jetzt erst richtig stürmt, freiwillig im Hotel.
Der Room-Service bringt uns, nachdem es sich herumgesprochen haben dürfte, dass wir sogar ihr continental-breakfast mit Fassung tragen, einen absolut verunglückten Monster-Burger.
Den mit den fetten Fritten. 

Wir träumen von Attilas fliegendem Kulinarium. 


Fünfter Tag

Das Hotel verlassen wir durch den Notausgang.
Wegen dem immer noch nicht reparierten Hotelportal, nämlich.

Die Limousine kostet exakt 4 Dollar mehr als das Flughafen-Taxi. 
Andi besticht den Chauffeur mit einem Päckchen österreichischer Chesterfield. Jetzt dürfen wir sogar im Wagen rauchen. 
Das darf man sonst nirgends. Außer auf der kalten Strasse und in Zimmern wie dem, das wir eben nicht eben unglücklich verlassen haben.

Endlich im Flieger atmen wir erleichtert auf: Attila hat nicht auf uns vergessen.

Nebst fantastischer Köstlichkeiten kommen wir diesmal auch in den Genuß eines, wie wir mittlerweile in Erfahrung ziehen konnten, langzeitgeprüften Sonder-Unterhaltungsprogramm der AUA in Form von Frau A., der wohl durchgeknalltesten Stewardess aller Zeiten: Diese Alte ist irre, aber süß und versteht was von Entertainment! Was brauch´ ich da noch New York!

Beeindruckend war´s selbstverständlich dennoch.
Spannende Tage, fürwahr.
Aber dass Wien weit schöner und unermesslich lebenswerter ist, ist für mich hiermit nun auch mal wieder geklärt.



 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 06.02.2008 03:47   

 

"How do you keep the music playing?"

wird die erste Frage sein, die ich morgen - also heute- Michel Legrand, DEM Michel Legrand, beim frühmorgendlichen Telefon-Interview für die jazzzeit stellen werde.

Und die letzte wird sein "What are you doing the rest of your life".
Hoffend, das recht verstanden zu wissen- er ist ja doch schon 76!- bliebe mindestens ebenso zu hoffen
, dass ich ihm trotz meiner sicherlich um mich schlagenden Nervosität und dementsprechendem Redewasserfall zuvor noch die Chance gebe, zu erklären, weshalb ihm ausgerechnet das kommende Wien-Konzert mit Chucho Valdéz  ein besonderes Anliegen sein wird....ist das nicht schön!- Morgen telefoniere ich mit dem Mann, der einige meiner mir herzallerliebsten Lieder geschrieben hat....
also, ICH finde sowas sehr schön! Und bin gar schrecklich aufgeregt!
Soll ich ihn fragen, wie sich das so anfühlt, mit 5 Oscars, 17 Grammys und ich weiß-nicht-was ausgezeichnet ein gar großes Künstlerleben zu leben?

3 Stunden später treffe ich dann Tuck & Patti zum "Face-to-face-interview".
Gut, da hatte ich nun wenigstens ein Minimum an Vorbereitungszeit...immerhin.
Wer T & P  nicht kennt, muss sie hören. Sind sie doch- nachdem ja Ella und Joe Pass-Zeiten leider nicht mehr sind - das einzige "weltberühmte" (Jazz-) Gitarre-Gesangs-Duo und das sicherlich nicht, weil es keine anderen gäbe.
Da fällt mir ein: Franz kam da eines Tages mit zweien derer Nummern an - die waren so schön, dass ich die Lieder sofort singen musste. Wir probten notgedrungen mit Elan und an Spaß mangelte es auch nicht, scharf´sche Fingerakrobatik inklusive. Das Resultat ward immerhin kein allzu übles....
Jetzt treffe ich diese 2 unfassbaren Kaliber, stelle ihnen -zig halbbelanglose Fragen und würde am liebsten nur fragen, wie sie "das" auf die Reihe gekriegt haben:

29 Jahre miteinander spielen, davon
26 Jahre verheiratet,
23 Jahre on tour (stets brilliant musizierend, versteht sich!)
soundsoviel Platten aufgenommen
ohne sich gegenseitig den Schädel einzuhauen
Tausende Gigs ohne öffentliche Beschimpfungen
immer noch Freude am Musizieren,
am Weiterlernen,
Weitergeben,
Weitermusizieren,
Weiterlieben.

Solche Leute gibt es tatsächlich!?!?!

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 29.01.2008 15:25   



Auszug aus der Webseite des bekannten New Yorker Clubs "Village Vanguard"

We do not serve food.
We haven't served food here in 25 years.
So if someone offers you a hamburger, check the expiration date.
All ages are welcome, including quiet children.
In accordance with New York State law, there is no smoking allowed in the club.
During performances, QUIET IS ENFORCED.
We're a jazz club, not a chat room.

NO PHOTOGRAPHY is permitted during performances.
NO VIDEOTAPING is permitted during performances.
NO AUDIO RECORDING is permitted.
And please, NO CELL PHONES.


Bis auf die Fragen des Rauchens und Fotografierens gefällt mir das bestens!

Nachtrag:
Kurze Zeit drauf, habe ich mir dann ein Bild vor Ort gemacht. Foto s. Startseite der Salon-Website.-)

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 17.01.2008 17:06   

 

Zwei Hunderter und a Wasdeh 

Im Allgemeinen kann ich über meine nächtlichen Träume nicht klagen, präsentieren sie sich mir doch zumeist sehr fröhlich und bunt. Ganz anders neulich. 
Da träumte ich, ich sei unsichtbarer Gast auf einer Veranstaltung der anderen Art:

Wir befinden uns zu früher Abendstund´ in einem schön renovierten alten Gebäude mit ambienteverheißenden Gewölben.
Im Veranstaltungsraum- ist das ein Kirchenschiff oder sowas?- tummeln sich Musiker und packen Instrumente aus.
Servicepersonal macht die Bar funktionstüchtig und bestückt sie vorrangig mit Flaschen, die Heineken und Vodka Lemon anstatt anständiges Bier und  erlesenen Wein vermuten lassen.
Ein  leicht untersetzter Mann mit Untersetzer- großen Augenringen, um die 50, hüpft hyperaktiv von einem Eck des Schiffs ins andere. Aha, das scheint der Veranstalter zu sein.
Wieso würde er sonst so nervös durch den Raum hetzen und unentwegt in breitem ....ist das Waldviertlerisch? - nein, es ist...- irgendwelche Instruktionen zischeln?

Musiker sind es nun 6.
4 Fünfziger, ein Vierziger, ein Dreißiger. 
Eine Frau steht auch dabei.
Sie sagt nichts. Nichts Nennenswertes.

Ein aufgrund seiner einschlägigen Langhaar-Lederjacken-Optik eindeutig als Techniker zu entlarvender Typ klemmt sich, ähnlich aktiv wie der Verantstalter, hinter ein Mischpult. 3 der Musiker begeben sich auf die Bühne.
Soundcheck.

Der Pianist, der Dreißiger, nämlich, klimpert, Barkeeper bestücken die Bar.
Der Bassist, einer der zuvor erspähten Fünfziger, klingt großartig und erinnert mich an irgendwas.
Der Schlagzeuger trommelt angenehm im Rhythmus der die Bar immer noch bestückenden Barkeeper.
Die Frau stellt sich ans Mikro. "Check, check..." sagt sie.
Wer was nun genau checkt, bleibt im Verborgenen. Sie aber jedenfalls nicht viel.

Der Veranstalter hüpft schon wieder und drängt sich an des Einen Ohr.
Ich höre "Wüllst ane?",- die werden sich doch jetzt nicht klopfen?!- der Andere nickt.
Die sich als Sängerin präsentierende Frau sagt "Ich rauche lieba eine Joe" und verschwindet.
Heißt der nervöse Kerl also Joe ?!- Ich hätte gewettet, der heißt anders!
Die Anderen verschwinden auch.

Das Kirchenschiff füllt sich ganz allmählich mit Publikum.
Ein paar verschlägt es direkt an die Bar, vereinzelt begeben sich Leute an die zugewiesenen Plätze.
Eine Dame sagt beim Vorbeigehen "Sei mir nicht bös´, aber für 30 Euro Eintritt erwarte ich mir schon bissi mehr als einen lauwarmen Empfangsdrink".

Es kommen noch ein paar Wenige.
Von denen klopfen widerum Einige dem nervös und nervöser scheinenden Veranstalter auf die Schulter. 30% davon mit dem Spruch "Servas, Oida! Supa is des, hearst - oba Leit san hoid a weng wenig."
Die anderen 70% sagen zu ihm beinahe das Gleiche: "Servas, Oida! Supa is des, hearst" und dann - ich interpretiere Besorgnis hinein- den Zusatz "Hosd wos?".

Er sieht tatsächlich angeschlagen aus, vermutlich hat er ja wirklich was.

Das Hauptprogramm startet.... ich höre fantastische Musik. 
Am Ende der Darbietung angekommen, setzen sie eine Zugabe drauf.
Die Leute klatschen abermals und widmen sich schon währenddessen ihren weiteren Bestellungen.

Etwas später kommen die anderen, zuvor beim Soundcheck gesichteten Musiker auf die Bühne.
Die Frau auch.
Die Musiker spielen, sie bemüht sich um Gesang.
Die Dame von vorher kommt wieder vorbei und sagt zu ihrem Begleiter "Geh, sei mir ned bös, aber um 30 Euro..."

Eine Stunde später ist der Spuk vorüber.
Der sich mittlerweile mit dem Schicksal zu geringer Eintrittseinnahmen abfindende Veranstalter kommt mit weit aufgerissenen Augen (Jetzt scheint es klar: er hat also ein Augenleiden, der Arme!) zu den eben abgetretenen Musikern und sagt zum Einen "Wüllst no ane?" - bitte, sooo schlecht war das jetzt aber auch wieder nicht! -Der nickt und verschwindet.
Kommt zurück und sagt zu der Frau "Najo, ...statt die 350 hoid zwa Hunderter und a Wasdeh.".

Ich werde munter und denke "Soch´n gibt´s! !", leg´ mich wieder auf´s Ohr und träume von Schönerem.

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 14.01.2008 14:28   

 

Nie gestellte Fragen an Frau Dr. Schmied
(Fortsetzung " Öfters gestellte Fragen an Frau Rose", s.u.)

Liest man also das Vorwort dieses
"Kunstförderungsbericht des Bundes 2006" ereilt einen gleich eine Art "Vorab-Entschuldigung" der (nicht mehr ganz) neuen Unterrichts-, Kunst- und Kulturministerin, von wegen "eine Kommentierung der Zahlen" nähme sie nicht vor, da diese ja nicht ihre Arbeit darstellten", erklärt dann sehr überzeugend, dass es "vor dem Hintergrund knapper Budgetmittel" (Musik & darstellende Kunst= knappe 47 Mio €, davon zarte 8 Mio. für die Musik und davon das Gros natürlich für E- und nicht U-Musik) ihr aller Ziel sein müsse, "Effektivität und Transparenz zu steigern" und verspricht zuletzt, dass im Bericht 2007 dann natürlich auch "ihre Handschrift zu lesen" sei.

Hab´ ich´s  richtig verstanden?: Die Frau Ministerin strebt Neuerungen an. -Wenn sie tatsächlich, wie sie sagt, "den Künstler ins Zentrum ihrer Arbeit" stellt, müsste sich da ja hinkünftig doch auch Einiges für kleine, aber feine Projekte tun, oder? Hätte ich das geahnt, hätte ich doch schon letzte Saison erneut ansuchen sollen! So ein Mist, aber auch!
Zu meiner Entschuldigung sei aber auch gesagt, dass mir - seitdem ich schon von verschiedenen Stellen -Bescheid bekam, eine Initiative wie der Salon sei lediglich von lokalem Interesse, somit nicht von bundesweiter Relevanz und also nicht zu fördern, mein Elan in Hinblick auf eine direkte Förderung z.B. des Bundes etwas gedämpft ist...

Wie soll denn der Salon oder sonst eine Initiative mehr als von nur "lokalem Interesse" werden, wenn Ihr nicht die Piepen rausrückt, damit man als Veranstalter egal welcher Größenordnung auch verstärkt Künstler von auswärts einladen bzw. vorab mal den lokalen Größen eine "Etwas-mehr als-Anerkennungsgage" ( denn mehr geht sich hier bisweilen nicht aus!) ausbezahlen kann?!
Sie wissen schon: wegen dem "interkulturellen Dialog"  und wegen einer angemessenen Entlohnung wär´s:-).
Dass übrigens dennoch auch im Salon schon tolle Musiker von auswärts konzertiert haben, liegt daran, dass sie wie auch ich uns stets im Sinne der Sache (ich weiß ja nicht, wie das bei Ihnen ausschaut, aber bei uns zumindest ist das die Musik) kompromissbereit gezeigt haben. Da bleibt keine Zeit, über nie zur Verfügung gestellte 4- und 5-Stern -Hotelzimmer zu sinnieren (hier verzwickt man sich schon die Idee einer netten Pension!) oder Reisekosten in unwuchte Relation zur Gage zu stellen. Tut man das nämlich, kann man sich genau so gut gleich auf private Hauskonzerte spezialisieren. ...
Für eine durchschnittliche Salon-Gage, z.B., würde eine Frau Dr. Schmid nämlich vermutlich nicht mal daran denken, vor die Hautür zu gehen. - Was ich ihr im Übrigen, sollte meine Annahme der Realität entsprechen, keinesfalls verübeln kann.
Wieso verhält es sich dann aber im Jazz  trotz aller Entwicklungsprojekte immer noch so, dass es "eh klar" ist, dass es "eh wenig Gage" in "eh den meisten Clubs" gibt, was soviel heißt, wie dass es nach wie vor nicht selbstverständlich ist, dass auch Jazz einfach sein Geld kostet.
Irgendwo steckt sie doch drin, diese ganze Kohle!?

Jedenfalls hätte ich - etwaig auch stellvertretend für viele Initiatoren ähnlich kleiner, aber eben durchaus "qualitativ wertvoller" Kultur-Projekte- auch schon vor Veröffentlichung der Daten 2007 mit Schmied´scher Handschrift ein paar nie gestellte Fragen an die Ministerin gehabt...
Diese, allerdings, - wenn auch nur imaginär- zu stellen, erübrigt sich dann spätestens nach Einsicht in die BMUKK-Web-Seite auf beinahe seltsam erlösende Art:
Wenn es schon mühsam ist, den Begriff "Musik" auf dieser Seite per Suchfunktion herauszufiltern und wenn einem beim einzigen Artikel, der den Begriff "Jazz" beinhaltet,- neben einer Kurzbeschreibung der Vocal Sommer Akademie/ Schloss Esterházy aus dem Jahre 2004-,  per Mausklick Frau Timna Brauer entgegengrinst, deren aktuellste, dort genannte Referenz die Mitwirkung bei "Dancing Stars" ist...- Ja, dann -(entschuldige Timna, ich weiß schon, dass Du z.B. mit "Voices for Peace" ein wirklich sinnvolles Großprojekt schupfst und in Sachen Jazz durchaus was zu melden hast...bitte ausdrücklich um Beachtung des Kontexts!)
 wissen wir doch, welche Relevanz unsere Sparte ungefähr hat und brauchen hinkünftig also zumindest dort rein gar nichts erfragen.

Wer Frau Dr. Claudia Schmied irgendwo zufällig trifft, könnte es aber spaßhalber mal mit der Frage "Wann und wo haben Sie zuletzt Jazz-Musik gehört?" probieren.

Ich verwette meinen Hintern dafür, dass es bei Joe Zawinul´s  Begräbnis war.


 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 14.01.2008 13:01   



Öfters gestellte Salon-Fragen an Frau Rose
(Forts. "Kultur des Kultursponsoring Teil1", s.u.)

Frage aus Kollegenkreisen: "Wieso sorgst du dich um die Großen, wenn du doch mit dem eigenen Kulturanliegen in kleiner Salon- Variante mindestens ebensolche oder gar größere Nöte hast?"

Weil es für mein angestrebtes, sich nur ganz allmählich einstellen wollendes Verständnis der Sponsoren- und Förder-Mechanismen wichtig ist. Den Grad meines diesbezüglichen Durchblicks kann man getrost auch als Erfolgskurven-Indikator für die weitere Salon-Historie betrachten. Und weil die Konzerte sowie der Publikumszuspruch immer besser werden, ist der Salon es wert, durch Sponsoren-Bettel-Mühle und Förderdschungel getragen zu werden.


Frage von einem meiner liebsten, weil unkompliziertesten und respektvollsten Subventionsgeber: "Aber Rose, wieso tust du das eigentlich- das macht doch kein Mensch, da bleibt ja gar nix für dich übrig!?!"


Meine Antwort lautete wie oben: Weil es die Sache wert ist.
Wichtiger Zusatz: Dank der Unterstützung meines Partners kann ich mir derzeit das leisten, was mir als "Nur-Musiker" und "Geldloser Veranstalter in Kinderschuhen" nicht vergönnt war: Mich ohne Angst, die Miete nicht zahlen zu können, um das zu kümmern, was mir ein Anliegen ist.
(Gesagt mit dem Wissen, dass sich das sowieso seit geraumer Zeit beginnt zu ändern, natürlich. Denn -mal ehrlich- ganz für Nüsse würde es auch mir auf Dauer ziemlich fad.)

Eine der mir liebsten Fragen ist die, die nie ausgesprochen wird, sich aber dann und wann an den sich verbiegenden Mundwinkel einiger Insider ablesen lässt: "Findest du es nicht unklug, die Go... so weit aufzureissen?"

Natürlich birgt das Sagen-was-man-sich-denkt einige Tücken.
Eine Haltung meist fernab von jeglichen diplomatischen Überlegungen, deren Konsequenzen ich auch als Sänger schon zu tragen üben durfte, aber zumindest eine, die mich bislang vor der gefürchteten, in Szenekreisen durchaus verbreiteten Berukskrankheit "Musikanten-Buckl" bewahrt hat.

Für meinen Geschmack sind hier zu viele Leute unterwegs, deren Hauptbetätigung sich darauf beschränkt, die eigenen - und nur die eigenen- Schäfchen ins Trockene zu bringen. Dass das mit der allgemeinen Futterknappheit in direktem Zusammenhang steht, steht außer Zweifel. Letztere hat aber bei näherer Betrachtung vermutlich gute Chancen, weniger ein quantitatives Problem denn eher Resultat einer Fehlverteilung zu sein....


"Na, und das zu behirnen und dich dann um eh-bescheidene Förderungen zu bemühen macht dir Spaß?"

Habe ich das behauptet?
Dass es keinesfalls ein unverzichtbares Vergnügen bereitet, sich mit Förderanträgen oder Sponsorenakquise herumzuschlagen, ist landläufig bekannt. Mich persönlich, z.B., kostet jegliche Kontaktaufnahme mit potentiellen Unterstützern, jeder Schriftverkehr, jedes Ausfüllen blöder Formulare und Ansuchen eine derartige Überwindung, dass es mir- obgleich sich auch das schon verbessert hat- immernoch schwer fällt, die gesamten Möglichkeiten überhaupt zu nutzen.
Eine mich manchmal wirklich befremdende Sache...

Eine ganz andere, nicht unbedingt weniger befremdende Sache ist es, sich mal den soeben veröffentlichten Kunstförderungsbericht des Bundes 2006 durchzulesen.:
"Kunstförderungsbericht des Bundes 2006" 
Naja, da fragt man sich schon...

Forsetzung: s.o. "Nie gestellte Fragen an Frau Dr. Schmied".

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 10.01.2008 14:10   

 

Die Kultur des Kultursponsoring in Österreich, Teil1

Unlängst hatte ich mit Horst-Michael Schaffer, Trompeter und neben Heinrich von Kalnein Mastermind der Big Band Graz, ein angeregtes Salon-Gespräch zum Thema "Sponsoren-und Fördergelder". Sofern man sich für welches Kulturprojekt auch immer um derlei Gelder bemühen muss, ein heißes Thema, das schon so manchen zur Verzweiflung und im - aus Fördererseite gesehen- Bestfall zur Kapitulation gebracht hat.
Anstoss des Gesprächs war eine meiner beliebten "Hast schon gehört..."-Phrasen, diesmal gemünzt auf die kursierende Nachricht, die Ba-Ca-Bank würde ihr heiß begehrtes Jazz-Sponsoring einstellen bzw. der Sponsoring-Vertrag würde eben auslaufen und nicht erneuert werden.
Unser Gespräch und v.a. Horsts Beitrag haben mich angeregt, mir in den letzten Tagen ausgiebigere Gedanken zum Thema zu machen. Anbei die ersten Ergüsse:

Ba-ba, Be-ah-Zeh-ah?

Bliebe dieses Bank-Budget tatsächlich aus, träfe es also die beiden erfolgreichsten und schlichtweg besten Aushängeschilder des österreichischen Jazz: den Vorzeige-Club Porgy & Bess sowie das Vienna Art Orchestra.
(Der Gründer beider Institutionen, Matthias Ruegg, hatte sich neulich in einem Standard-Interview ausgiebig und völlig zu Recht gegrämt. Die Standard-Poster kommentierten wie immer- halten sie sich doch, weil immerhin lesend, für die geistige Elite des Landes- etwas seltsam. Laut letzten rosischen Hochrechnungen befanden sich unter den Postern immerhin 2 Porgy-Gänger, davon sogar einer, der das VAO schon mal gehört hat... und dass dieser
Artikel, obzwar aktuell, online nur mehr im Archiv zu finden ist, sei hier vollständigkeitshalber auch erwähnt.)
Lange Zwischenrede, kurzer Sinn:
Das Wegfallen dieser Gelder wäre in jedem Fall eine für die heimische Jazzwelt tatsächlich Unheil bringende Sache.


Rosisch rechnen

Stellt sich an diesem Beispielfall u.a. auch die Frage, inwiefern die Wirtschaft - in diesem Fall eine Bank- sich überhaupt verpflichtet sehen muss, sich als Kulturmäzenat zu verdingen...
Gut und wichtig, wenn sie es tut und, wie ich meine, in Anbetracht so einigen wirtschaftlichen Schindluders, dem man als Konsument sowieso machtlos ausgeliefert ist, durchaus eine begrüßenswerte Form von minimaler moralischer Wiedergutmachung am Kunden (ja, auch Musiker sind Bank-Kunden!). Sozusagen eine Frage der Investitionsethik, mal davon ausgehend, dass es eine solche gibt.
Um den Kniefall bei Erhalt daherkommender Sponsoren-Gelder aus gesundheitlichen Gründen (Entlastung des Rückgrats!) auf ein dankendes Knickserl zu reduzieren, empfiehlt sich -beim angesprochenen Beispielfall- folgende Rechnung:
Man addiere sämtliche Überziehungszinsen aller bei der Ba-Ca beheimateten Musiker-Konten und subtrahiere davon das mit fürstlichen Gesten überreichte, "letzte" Fördergeld. Die verbleibende Summe mit den vielen Nullen hintendran ist dann das, was die trotz ihrer vermeintlichen Freigiebigkeit an Euch und uns allen verdienen.
Fazit: Die edlen Spender haben eigentlich keinen Anlass, ihr Sponsoring einzustellen. Immerhin seid ihr alle gute Kunden und abgesehen davon seid Ihr auch bestmögliche Werbeträger. Denn

Jazz sells

Sich selbst zwar meist am schlechtesten, aber für jedes andere Produkt ist der Hauch von Jazz eine chice Sache: der Stadtflitzer nennt sich "swing", das verruchte Duftnoten verströmende Parfum "Jazz" verwandelt jedes midlife-couch-potatoe zu einem wilden Tiger, beim Möbel-Wittmann gibt es die neueste Fauteuil-Kollektion namens...wie hieß die gleich..ach ja, auch "jazz" zu erstehen und wir warten gespannt auf den Relaunch des super-cremigen Joghurt-Desserts - jetzt wieder: "swing", das Leute wie ich, wenn sich da nicht bald eine jazz-stilistisch breiter gefächerte Produktnamensliste einstellt, sofort gegen ein völlig jazzfreies "nöm"-Joghurt eintauschen werden! 

Wenn also auch die Joghurt- Möbel- und Auto-Leute kapiert haben, dass Jazz alles (sieht man, wie schon erwähnt, von der Musik sicherheitshalber mal ab) verkauft, dann darf da die - ah, da kommt sie schon wieder- Ba-Ca-Bank natürlich nicht fehlen: So haben sie z.B. erst vor paar Wochen sehr höflich den Hans-Koller-Preisträgern 2007 via ganzseitigem Inserat in meinem Lieblings-Fachmagazin gratuliert. Das hat mir sehr gut gefallen.
Den bescheidenen Beisatz (Schriftgrad 22!): "The best jazz is sponsored by Bank Austria Creditanstalt" fand ich auch tadellos.
Auch gut gefallen hatte es mir, letzten Herbst bei der Ba-Ca/ Ö1/jazzzeit- Konzertreihe jazzkunst.live zu spielen.
Dass sie das jetzt plötzlich anders - von wegen "best jazz demnächst- nicht- mehr- sponsored- by..."- sehen, sollte aber nicht nur den direkt Betroffenen missfallen, sondern all Jenen, denen ein verdienter und gesicherter Erhalt der zwei etabliertesten Jazz-Projekte Österreichs ein Anliegen ist.
Bleibt zu hoffen, dass nicht auch noch die Erste auf dumme Gedanken kommt...



 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 12.11.2007 18:49   



Sandras Salon gehört gehört
Roses Verwunderungskatalog Teil 3

"Ja, gibt´s das denn auch!?!" frug ich mich soeben, als mir eine der raren Sandras Salon-Newsletterabbestellungen ins Haus flatterte.
Nachdem nun Frau Z. also keine Post von mir wünscht, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als meinen im Handumdrehen verfassten Kommentar einfach in dieses prima Rosen-Tagebuch zu stellen. Weil schad´drum wär´s  schon:-)

"Sehr geehrte Frau Z,
mit tiefem Bedauern nehme ich Ihre Newsletterabbestellung zur Kenntnis.
Natürlich ist es mir völlig bewußt, dass es Ihnen als Leiterin einer der wichtigsten Spielstätten unserer Musikhauptstadt Wien nur periphär möglich ist, auch das Treiben anderer Spielstätten zu beobachten, geschweige denn sie zu besuchen.
Auch dass die Flut an virtuellen Neuigkeitsverkündungen am Veranstaltungssektor eine übermässige ist, ist mir bewußt.

Dementsprechend verüble ich Ihnen Ihr Desinteresse an unserem Salon-Programm nicht, stelle aber sicherheitshalber -falls Ihnen dieses Detail am Rande entgangen sein sollte- fest, dass es sich bei meiner bescheidenen Programmierung oftmals genau um jene außergewöhnlichen Musiker handelt, die am übernächsten, öfter noch am überübernächsten Tag sehr gern von Ihrem Etablissement als Neuentdeckung, Wiederentdeckung oder einfach nennenswerte Künstler gefeiert werden.
Inwiefern dies in Zusammenhang mit einer unterschiedlichen Zeitrechnung zwischen den Bezirken Leopoldstadt und Wieden zu tun hat, kann ich leider nicht beantworten, nehme aber an, dass es sich diesbezüglich ähnlich verhält wie mit der mir von Ihnen unlängst auf postalem Weg zugestellten Einladung zum 10-jährigen Bestehen Ihres geschätzten Ortes.
Diese traf immerhin schon am Tag der Veranstaltung ein und konnte somit nicht wahr genommen werden.
Nachdem mir nun zu Ohren gekommen ist, dass sich im Rahmen dieses elitären Festes v.a. die Herren Attersee und Schneyer als kaum bändigbare Party-Tiger entpuppt haben, können Sie meine nachträgliche Enttäuschung bezüglich des späten Eintreffens Ihrer werten Ladung sicherlich gut verstehen.

Abschließend möchte ich Ihnen dennoch für mein heutiges Amusement des Tages danken, denn dass ausgerechnet Sie den aktuellen Abbestellungsbetreff "jazz ist doof" tatsächlich als Einzige zu nutzen nicht umhin kamen, finde ich in Hinblick auf Ihren öffentlich-rechtlichen Kulturauftrag durchaus beachtlich.

Herzlichst, die Rose."



diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 10.11.2007 15:01   

 

Alles Beste zum 75., lieber Richard!

Richard Oesterreicher wird heute Fünfundsiebzig!
Wer ihn kennt, glaubt es kaum.
Wer ihn nicht kennt, glaubt es ebenso wenig.
Fünfundsiebzig. Und sowas von agil!

Eine Hymne müsste man auf ihn schreiben. Ein Stück österreichischer Musikgeschichte, der Mann: Richard Oesterreicher, Big-Band-Ikone alter Zeiten, als es noch anständige Samstag-Abend-Shows im Fernsehen gab und als auch der nur durchschnittlich an Kultur interessierten Seherschaft vergönnt war, sich regelmässig von Caterina Valente, Hilde und ähnlichen Kalibern unterhalten zu lassen. Leute, das war live!
Schön, ihn zu kennen. Wertvoll, mit ihm zu musizieren.
Wenn ich heute manchmal und natürlich rein versehentlich den Weichklopfer-Slogan "We loooove to entertain you" höre, wird mir immer ganz schlecht.

Es gibt also auch Momente, für die es sich ausgezahlt hätte, etwas früher geboren zu werden.
Mein alter Traum: Solistin der alten ORF-Big Band. Dann wachte ich auf und fand mich als schunkelndes Beiwerk bei Hrn. Hinterseer wieder.
Das hat mich sehr irritiert. Bezüglich einer Linderung der insbesondere bei ungünstiger Mondkonstellation immer noch unschwer feststellbaren Folgeschäden in Form von erhöhtem Alkoholkonsum sowie einer Aversion gegen die schönen Tiroler Berge, das Wörtchen "bärig" und bepelztes Stiefelwerk befinde ich mich seit Jahren in uns allen bekannter Jazz- und Chansontherapie.

Richard wird also 75.
Und ich werde vermutlich noch öfters mit ihm spielen, allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in der wieder auferstandenen Big Band. Obwohl so ein gediegenes Hilde-Programm...oder ein Michel-Legrand-Programm ...so mit Big Band... Mensch, Richard - ich muss mal mit Dir reden! Das könnte ich gleich heute Abend tun... bei diesem großen Fest zu Deinen Ehren...

Wenn mir dieses Fest nicht schon die ganze Zeit im Magen läge und ich mich nicht auch so grippig fühlte, wäre das viel einfacher! Entgegen sämtlicher Annahmen bin ich nämlich - ob mit oder ohne Grippe- kein Freund großer Feste. Und ich leide an einer für Sänger ziemlich seltenen Allergie. Der Seitenblicke-Allergie. Die ist zwar nicht gefährlich, aber irgendwie scheint sie bis zu einem gewissen Grad durchaus ein berufliches Hindernis darzustellen. Was ich ganz sicher weiß: ansteckend ist sie nicht.

Richard, ich bleibe heute zu Hause. Wünsche Dir alles Beste und melde mich bei Gelegenheit persönlich bei Dir!

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 10.11.2007 13:43   



Hilde hat immer Recht

Hildegard Knef hat mal gesagt, das Leben sei "nicht lang genug, um sich nur mit einem müssigen Machtgefühl und Ehrgeiz zu befassen." Wenn Hilde sowas gesagt hat, muss es stimmen.

Die Frage, wer die Beste-Schönste, der Grösste-Stärkste ist, wem man auf subtile Art endlich die verdiente Watsche verabreichen könnte... sowas ist einzig, wie Hilde sagt, müssig und lohnt nicht. 
Der Ausspruch "Nicht mal ignorieren" ist hier ein guter Tipp, das Beherzigen desselbigen fällt mir allerdings - bedingt durch mein leider nur rudimentär ausgewogenes Naturel- nicht immer leicht.

Bezüglich des Ehrgeizes verhält es sich so, dass dieser mir über Jahre hinweg sogar in beinahe ungesundem Höchstmaß fremd war. Beweis dafür: Erst unlängst machte mich mein geschätzter Kollege Scharf Franzl aka Chester Field aka Franky darauf aufmerksam, dass ich während des Studiums seines Wissens nach ausschließlich an der Konservatoriums eigenen Bar zu finden war.
Im ersten Moment bin ich ob dieser Unterstellung sehr erschrocken.
Im zweiten lachte ich den gefürchteten Rosen-Lacher.
Im dritten erkannte ich, dass der Weg von Unter- zu Feststellung manchmal verdammt kurz ist.

Mittlerweile ist es draussen sehr kalt, der Salon läuft, meine Nase auch, das weihnachtliche Grauen naht schon und somit ist die Zeit gut, um weitere Pläne zu schmieden.

Das macht Sinn, Freude & Spaß. Weil Spaß muss das Ganze auch machen.

Sagt die Hilde:http://www.starinterviews.de/knef.htm

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 21.10.2007 14:35   



Die Vier von Quadro Nuevo

Es muss so vor 5 Jahren gewesen sein:

Kathy hält mir stolz eine neu erstandene CD unter die Nase:"Da, die kennst sicher noch nicht, hör´dir die mal an - die sin´super!". Quadro Nuevo steht drauf. Tango soll drin sein. Ich denke an saftiges argentinisches Rindersteak. Und höre mir gar nix an.

Später erfährt man dank einer den durchschnittlich beschäftigten Musiker vor Neid erblassen lassenden medialen Berichterstattung, es handle sich um die deutschen Tango-Erneuerer, deren Erfolgskurs kaum zu bremsen sei.
Deutsche, die Tango auf Jazz verbraten. Na, toll.
Die rosische Neugier schlägt dennoch zu. 
Das Gehörte gefällt mir außerordentlich und entspricht einer musikalischen Grundauffassung, die mir wirklich sehr und mehr denn das zusagt. 
Sie schießen eine CD nach der anderen auf den Markt und es schaut nicht gerade so aus, als laborierten sie an diesem angeblich existenten Musikantenproblem, ein extra Kellerabteil für die nie verkauften eigenen CDs anmieten zu müssen!
Also, Sachen gibt´s!

Vor paar Monaten:

Peter, erfolgreicher Wiener Spediteur, der sich in der Freizeit dem zum Zwecke einer Art "Förderung des allgemeinen menschlichen Wohlbefindens" gegründeten Kulturverein namens "
Bewegungsfreit" widmet, versäumt auf dem abendlichen Nachhauseweg in der Wiener Schnellbahnstation "Landstrasse" den Anschlußzug nach Deutsch-Wagram. 
Um die zu überbrückende Stunde sinnvoll zu gestalten, entscheidet er sich nicht etwa für den Würschdl-Stand, sondern sieht sich schon Cocktail schlürfend an der Bar des vis-á-vis wartenden Birdlands sitzen.

Es spielen
Quadro Nuevo
Peter findet sie großartig.
Und ärgert sich - wie im Übrigen, entschuldige, Meister, bedenklich viele der mir bekannten heimischen Jazzclub-Gänger!- über das unterkühlte Ambiente.
Das empfindet er in Anbetracht der sensiblen Musik für einen dringend verbesserungswürdigen Umstand und -schwupp- engagiert die Band spontan für ein Konzert im vor Patina strotzenden alten Kino in Deutsch-Wagram.

Neulich:

Wir befinden uns auf dem Weg nach Deutsch-Wagram. Will ja nicht sagen, es sei besonders weit, aber nachdem unsere Abende in letzter Zeit gern länger werden, ist es mir im Schnitt schon lieb, nicht mehr allzu weit nach Hause zu haben. Wegen dem Schönheitsschlaf, nämlich. In der Not könnte ich heute aber auch bei zarten Tangoklängen und Musettes diskret weg kippen.
Erika ist eine sehr rasante Fahrerin, Andi sagt, dass sie einen Umweg von jetzt schon elf Kilometer gemacht hat. Alles nur weil sie nicht auf seine Anweisungen hört! Und weil sie Stefan hintendrin als monoton tönenden Navigator-Imitator einfach ignoriert.
Für das 3-malig in Aussicht gestellte Backhendl-Essen vor dem Konzert sind wir zu spät. Ich denke an argentinisches Rindersteak.
Ich ahne es noch nicht, aber ich werde heute weder zu einem späten Hendl geschweige denn zu einem Steak kommen. Stattdessen aber zu einem der schönsten Konzerte, die ich je besucht habe.

"Einmal Tango süß-sauer, bitte."

Liest man sich die Zutatenliste von einem Rezept durch, macht man sich im Vorab ein Bild von dem geschmacklich zu Erwartenden. Manchmal bewahrheitet sich die Vorstellung dann mehr, manchmal weniger.
Bei Musik ist das nicht anders.
Bei der öffentlich gepriesenen Rezeptur der Quadros z.B. hören sich die Grundzutaten wirklich gut an, man rechnet allerdings auch nicht unbedingt mit einem kaum zu übertreffenden Gaumenschmauss, vielleicht weil manche Zutaten, z.B. der Tango in Kombination mit Deutschtum allein etwas gewöhnungsbedürftig wirken.
Was allerdings passiert, wenn die 4 einen dann live- sozusagen "frisch gekocht"- ereilen, lässt auch kaum aus der Reserve zu lockende Durschnittszuhörer einen Salto im Suppentopf abhalten.
Eine Frechheit, wie sie da stehen und jeden Einzelnen mit Können, Herz und Hirn einfach weich klopfen! Sehr, sehr leiwand. Mit 80 % höchst sensibler Musik, einem allen Musikern der Welt wünschenswerten, 120%-igen dynamischen Bewußtsein und mit einer gehörigen Portion Schmäh vom Feinsten. Das macht dann insgesamt an die fünf Hundert Prozent der versprochenen Bitter-Sweetness aus! Sagt´s  a mol, wie geht denn des?!

Als ich mal die Ehre hatte, Toots Thielemans für die jazzzeit zu interviewen, meinte er nach jedem dritten Satz "Between a smile and a tear, tu sais ce que je veux dire?!"
Ich hege die Vermutung, dass die 4 mit Toots eine Seelenverwandtschaft pflegen, von der sie mir vergessen haben zu berichten.

Per Mausklick nachzuprüfen unter 
www.quadronuevo.de .

Und wer Christoph Huber vor mir trifft, richte ihm bitte aus, dass er sie doch recht bald ins Porgy engagieren möge, denn der Salon ist viel zu klein und Wien würde sie lieben, denn mit Birdland allein, ... (obwohl sie ja dort durchaus mehrfach ausverkauft waren- aber hallo!).

Und für das, dass sie an die 220 Mal pro Jahr laut eigenen Angaben sogar mit Vorliebe im 4-Bett-Zimmer nächtigen, sind sie auch völlig normal und sehr, sehr lustig geblieben.

Inwiefern dieses Nächtigungsritual den Tatsachen entspricht- wegen den Nebenkosten wär´s-, konnte ich leider nicht überprüfen.
Zum Trost hat mir Andi allerdings die sofortige Aufnahme seines Saxophon-Studiums angekündigt...nach Weckert, Puschnig & Mulo - na, wen wundert´s...

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 21.10.2007 13:57   



Gern Bereit im Salon
Vermutlich das beste Rosenkonzert ever...

Wir sind heute etwas müde.
Vielleicht bin´s  aber auch nur ich und denke, die ganze Welt sei müde.
Sowas passiert mir immer wieder: Zu denken, dass sich die Weltbefindlichkeit unweigerlich meiner eigenen angleicht.
Oder dass sich meine Laune wie ein riesen großes Zeltlaken über die gesamte Welt ausbreitet. 

Es gibt böse Zungen, die behaupten ja, dies sei eine Sänger-typische Berufserkrankung.
Ich könnte Röschen fragen, die singt auch und ist heute schon wieder im Publikum. Die muss doch wissen, was es mit der angeblich verdrehten Wahrnehmung auf sich hat.
Ich bin nicht krank. Zumindest nicht wissentlich. Ich bin nur müde.  
 
Die Hütte ist voll. Das mag ich. Ich bin ein Gewohnheitstier und an schöne Umstände gewöhne ich mich besonders schnell.
Wolfgang, wieder der Echte, nämlich, steht gut gelaunt neben mir und das allein finde ich sehr schön.

Wir spielen das, was wir z.Z. immer spielen. Nur besser.
Die Müdigkeit weicht einer allgemein spür- und hörbaren Höchstmotivation. 
Das Ambiente ist heute von derartiger Qualität, dass es sofort Einzug in die Top 5 meiner heimlich geführten Salon-Besten-Liste findet. Bin ganz überrascht, die Salonisten müssen in meiner Abwesenheit Repertoirekunde betrieben haben, denn sie singen beinahe so gut wie die Linzer! Das gefällt auch dem Franz. Er lacht in letzter Zeit verdächtig oft während des Spiels. Sozusagen öffentlich.
Eine Sache, die bis vor Kurzem undenkbar schien, die ihn aber gut schmückt.

Nun, wie soll man´s beschreiben, wenn einfach jedes Lied besser klingt denn je zuvor?
Egal. Hauptsache, es gibt derlei Momente.
Danke an unser Publikum und danke an Uwe, Franz und Wolfgang.

Egal, was kommen mag: diesen Abend werde ich in innigster Erinnerung behalten.

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 20.10.2007 15:03   



Die blutrote Bar

Bella, die Programmmacherin, sagt "Schön, dass du uns den Puschnig wieder ins Haus bringst!".
Ich sage "Ähhhh, ja, eh...ähhh" . Bin etwas aufgeregt.
Freue mich über den unkomplizierten Soundcheck, eine sozusagen Last-minute-Probe.

Wolfgang kennt "Gern Bereit", immerhin schrieb er die Linernotes und tat schon anfänglich kund, dass er Freude mit dem Projekt habe.
Freunde, Salonisten und Kollegschaft fragen schon seit Tagen so komisch, ob wir ...ob´s  eh der "echte" Puschnig sei und weshalb der nun mit uns ...und so...schon komisch, ach so, doch der Echte. Aha. 
Mir ist das wurschd und Wolfgang kommt uns mit einer derart schlich-bescheidenen Art entgegen, da können sich aber paar andere selbsternannte Jazzgurus brausen gehen.
Die rote Bar ist voller Patina, wie sie im Buche steht.
Ambiente perfekt.
Licht aus.
Bühnenlicht an.

Gern Bereit.
Irgendwie rumpelt´s  ein wenig.
Die Rose wünscht sich sehnlichst eine sofortige Rundung und Fügung zu einem musikalischen Ganzen herbei.
Kleines Stoßgebet.
Ab "Bei dir war es immer so schön" wird alles anders.
Mensch, Wolfgang, das klingt echt wunderschön!

Publikum lockert auf. Nicht unsagbar. Aber lockert auf.
Röschen ist auch da. Tatsächlich mal eine Kollegin, die kommt und hört! Danke, du bereitest mir ungeahnte Freude!
Das Konzert nimmt seinen Lauf.
Ein schöner Abend.
Sieht man mal davon ab, dass ich mich unentwegt von einer mir äußerst unangenehmen Person im Saal irritieren lasse.
Das Konzert ist aus. Also, sorry, mit dem Mitsingen hat´s  heut´ nicht so toll funktioniert - seid´s  mir nicht böse, aber da war in Linz schon mehr los!

Bella sagt "Schön, dass ihr da ward´s. Kommt´s eh wieder. Des woar scho supa!"
Danke, Bella - find´dich wirklich auch supa.

Sitze mit meinem Mann, Brigitte, Mrs. DieSignerin, und Röschen bei Mutter und Schwester Urbanowski.
Lauter Frauen, die ich einfach mag.
Trinken viel Bier. Leider Ottakringer, aber das nehme ich in Kauf.
Man könnte auch Mineralwasser trinken.
Begrüßungen soweit noch nicht zuvor geschehen und Verabschiedungen, von allen.

Außer von der mich schon den ganzen Abend mit schlechten Energien zuschüttenden Person, die nicht einmal- sozusagen als Wiedergutmachung für all die energetischen Unannehmlichkeiten- für ein verlogenes Wort der Höflichkeit Zeit aufbringt... kein Wunder, ist sie doch damit beschäftigt, ihren für die Jahreszeit zu leicht geschürzten Hintern in Zaum zu halten.

Aber schön war es doch. 
Wobei ich dem Chef des Hauses, Schottenberg, schon auch gern ein Lied gesungen hätte.
Krank ist er. Und die Frau Bill vermutlich völlig erschöpft nach ihrer Virginia Woolf im Haupthaus direkt zum maladen Mann nach Hause geeilt.
Ob die das wohl oft tut, so nach der Vorstellung direkt nach Hause zu gehen?- Also, ich kann das nicht! Und ich bezweifle ganz stark, dass Frau Bill das tatsächlich oft tut:-).


diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 18.10.2007 16:36   

 

Die Geschichte des 3-saitigen Kontrabasses

So ein Kontrabass ist ein schönes Instrument.
Diese wohligen Rundungen, der satte Körper...beinahe ein Luxusweib.
Selbst die Antwort auf die Frage, wie dem Ganzen glanzvolle Klänge zu entlocken seien, bestätigt den Vergleich:
Es kommt immer drauf an, wer das Ding bedient und man(n) muss einfach gewisse Saiten aufziehen.

Im Falle des Basses sind es 4.
Es sei denn, man gehört zu jenen, die auch noch die hohe C-Saite aufziehen wollen...Wobei ich mich noch gut daran erinnere, dass mir mein Musiktheorielehrer Prof. Haider vor 15 Jahren mehrfach einreden wollte, dass sich v.a. auch der 3-saitige Kontrabass  im 17. Jh in einer Frühform der Popularmusik größter Beliebtheit erfreute, was ich tunlichst weigerte zu glauben.
Ich kenne Menschen, die hätten Prof. Haider für diese sicherlich gut gemeinte Vereinfachung des Kontrabasses an den Marterpfahl gebunden. Und dort stünde er dann noch heute....


Linz. Count Davis. 10 min vor Showtime.

Franz isst.
Alexander hat uns bekocht.
Fantastischer Empfang.
Soundcheck, Bierchen, Hotel, Club- alles bestens.

Die Gäste sind schon startklar, schön voll - wir sind gern bereit.

Plötzlich taumelt Uwe leichenblass an den Tisch, sagt "Scheiße, Oarsch, sch...! I kÂn ned spü´n!".
Seinen wirren Sätzen ist zu entnehmen, dass beim Nachstimmen soeben die D-Saite gerissen ist und er, erstmals in seinem beinahe 30-jährigen Musikerdasein, keine Ersatzsaiten dabei hat.
Aha.

Kennen wir einen Bassisten in Linz?
Ein Musikgeschäft, das um 20h noch offen hat?
Einen Saiten-Sammler?
Einen Zauberer?
-Nein, kennen wir nicht. Ich kenne nur Frank Folgmann, und selbst den kenn ich noch nicht.
Und der spielt gerade selber und Gitarre auch noch.

Franz isst.
Alexander telefoniert.
Ich telefoniere.
Uwe ist leichenblass.

Alexander erreicht Frank. Frank ruft mich zurück.
Frank hat Herwig, einen Bassisten, neben sich. Uwe versucht, Herwig das Problem zu schildern.
Uwes rethorische Fähigkeiten haben sich ob der Aufregung auf das berühmte Kremser Notfallsvokabular reduziert.
Herwig spricht breites Oberösterreichisch.
Das Problem "D-Saite" scheint aber klar. Ich erreiche Malva, Herwigs Freundin. Malva begibt sich auf Saitensuche. Die Saiten liegen im Büro. Malva befindet sich in der Wohnung. Ich erreiche Malva, die eben Saiten gefunden hat.

Franz isst.
Alexander telefoniert.
Uwe ist leichenblass.
Malva erreicht Herwig, der eigentlich grade spielt.

Ich habe ihr gesagt, sie soll ihm vorlesen, was auf der Verpackung steht, in dieser Situation kann ich unmöglich die Anlieferung einer Wäscheleine verantworten!

Malva ruft mich zurück. Sie hat Saiten. Viele. Mal schauen, ob eine D-Saite dabei ist.
Ab ins Taxi, damit, sage ich. Danke. Ich melde mich gleich nochmals.

Uwe sagt "Hoffentlich geht sich des aus, weißt eh, wegn der Saitn, die is dann ganz anders als meine ...glaubst, kann ich da spielen?" Klar, kannst Du.


Das Taxi kommt.
Kostet 6,20,-.
Vor lauter Freude gebe ich 10.
Gefällt dem Taxifahrer gut.
Er wird hinkünftig auch mal Ö1 aufdrehen.

Uwe nimmt das Packerl, strahlt - er sichtet schon eine D-Saite.
Spannt auf. Wir heben noch einen.
Franz hat fertig gegessen.

Wir gehen auf die Bühne und spielen einen unserer schönsten Abende.

Danke, Ihr ward alle großartig!

 

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 18.10.2007 13:27   



Butterbrot. Das screening.
Präsentation zweier Künstlerportraits der okto-tv-Sendereihe "butterbrot" in der "Einfahrt"

Da sitzen sie nun.
Ein tuschelndes Häufchen uns, den Lokal-Heroen, Unbekannter.
Ihre Galionsfigur in ihrer Mitte fällt durch eine außergewöhnlich unvorteilhafte Frisur auf.
Sieht aus, als führte er - es ist ein Er- einen mindestens 30-jährigen Kampf der Selbstfindung, der sich auch optisch in einer grenzenlosen Stilmixtur niederschlägt. 
Tätowierungen aus härteren, trainierteren Tagen schlackern an selbstbewußt zur Schau gestellten Ärmchen, die Frisur - seltsamstes Mäschen-Blond in verschiedensten Längen-wird zurecht gerückt.

Nette Damen reichen unentwegt Butterbrote.
Die Begeisterung für die Butterbrote erstaunt mich, die Gier, mit denen sie verzehrt werden - an unserem Tisch mindestens 7 pro Kopf!-bereitet mir eine spontan unlösbare Denkaufgabe.

Das Licht geht aus. 
Die neue Leinwand ist leiwand.

OKTO-TV, 8, Kanal 8.

Die Dokumentation beginnt.
Wir sehen viele schwarze Menschen in Bestlaune.
Und mittendrin ihn. Die Frisur.
Er scheint Missionarisches im Schilde zu führen. 
Dabei wirkt er verdammt blass. 
Wir erfahren, er sei Schau- und Puppenspieler, Autor, Theatermacher, Rock-und Weltmusiker und Einiges mehr.
"Weltverbesserer" wird nicht genannt.
Das sehen wir nur.

Die vielen schwarzen Menschen tanzen und singen sehr viel.
Malaika, naku penda, Malaika und so.
Wenn sie nicht tanzen oder singen, fahren sie viel Bus. 
Die Frisur erzählt über die Entstehung des Projekts.
Wie man sich kennenlernte, wie man - er - die vielen schwarzen Menschen immer wieder nach Österreich bringt und dass es so schön ist, wenn die Kulturen ....Jetzt tanzen sie nur. Aber hallo, also tanzen tun die wirklich gut.
Bisschen schade, denn er tanzt nicht. Ich glaube, er führt Regiment oder Regime...nee, er führt Regie. 
Gefällt mir gut. Hoppala - jetzt spielt er Gitarre, das klingt ja... "The Lion sleeps tonight".
Also, so ohne Text hätte ich das jetzt nicht erkannt!
Wenn das der Franz Hautzinger wüßte, er würde in Begeisterungsstürme verfallen vor lauter Drittel-und Vierteltönen! Die Frisur meldet sich wieder zu Wort.
Wegen dem Projekt und dessen Völker verbindender Kraft und so.

Es kommen weitere Butterbrote.

Jetzt sieht man eine junge Blondine, eine Art Courtney Love für Gutmenschen.
Ihr Name wird eingeblendet, drunter steht "Sängerin".
Aha.
Sie steht tatsächlich auf einer Bühne.
In der Mitte, nämlich und rundum stehen viele schwarze Menschen, die singen.

Eine Stimme vom Nebentisch "Wos is dieee, Sängarin?"

Courtney ist die Tochter der Frisur und wirkt verdammt blass.
Die Frisur meldet sich nochmals zu Wort.
Stefan Kirschner, Mr. Ntux, funkt dazwischen "Den Oidn hoidst jo ned aus!!!".
Gingka sagt "Geh, is doch schön. Weißt eh, you have to feel it".
Sie hätte gut daran getan, sich mit dem Schremser zu begnügen. Schremser ist im Übrigen kein Gast, den es auf welche Art auch immer zu erobern gilt, sondern unser - Augusts!- gutes Hausbier.
Stefan sagt "Geh, jetz´ is oba g´nua".
Gingka sagt zum ungefähr 15. Mal "Hey, you just have to feel it!" und dann zu Stefan "Du nervst!"
Rose schaltet sich ein und sagt "Die Einzige, die hier nervt, bist DU", entschwindet an die Bar und kommt innerhalb von 3 Sekunden drauf, dass das so nicht ganz der Wahrheit entspricht.

Wir sehen noch viele schwarze Menschen in Bestlaune.
Sie tanzen und singen.
Oder fahren Bus.
Und die Frisur kommentiert all den Spaß.

Irgendwann geht tatsächlich das Licht wieder an.
Applaus.
Beinahe euphorisch. Zumindest weit engagierter als jener 1 1/2 Stunden zuvor.

Die Rose ist mal wieder völlig verwirrt.
Wurde doch als erster Film des Abends die Dokumentation "Mdme. Sandra Rose" - a jazz? singer in Wien" gezeigt...


 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 04.10.2007 13:16   


Entwirrung


Rosen für die Weckert

Die Weckert ist klasse.
Nicht nur, dass sie tadellos den Weg in den Salon gefunden, nein - sie hat uns auch einen Konzertabend der Sonderklasse beschert. Olfaktorisch-audititiv, musikalisch-emotional, kinästhetisch-intelektuell...jawoll, die Frau hält, was  sie verspricht!
Ich werde sie wieder einladen.
Achse Berlin-Wien, herrlich.
Bis dahin sollte sich jeder mit einer Weckert-CD rüsten.
Unter
www.sandraweckert.de gibt´s alles, was das Herz begehrt!


Halter des Monats

Halten, was versprochen wurde, ist ja so eine Sache.
Es gibt jedoch auch Leute, die halten selbst das Unversprochene:
Franz Scharf ist so einer und das hat was! - Währenddessen Andere sich im Dickicht des Jazzerantendaseins verirren, stellt er keine Fragen, sondern kommt und packt die Klampfe aus.
Sowas nenne ich einen Kollegen.
Ob es ihm wohl Freude bereitet, wenn er mich zur Belohnung nun doch "Sandy" nennen darf? -
Ich befürchte Schlimmstes!


Tür zu- Tür auf

Es ist nie schön, mit einem Kollegen zu brechen.
Unabhängig dessen, dass man sowieso schon zuvor weiß, dass gewisse Konstellationen außer schief nur schief gehen können, ist es dennoch ein ein bißchen trauriger Moment.
Umso schöner, wenn sich dann aus der Verwirrung etwas ganz Neues, höchst Erfreuliches ergibt.
Tür zu- andere Tür auf.
Manchmal sogar Tür zu, Garagentor auf.
Ich freue mich schon sehr auf die kommenden 2 Konzerte mit Wolfgang Puschnig und...gehe jetzt besser üben...



diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 03.10.2007 11:58   


Verwirrung

Da sitze ich.
Trinke den x-ten Café.
Es klingelt: Die Weckert steht in der Tür.
Sie ist unangemeldet, ich bin ungeduscht und auch ansonsten völlig verwirrt.

Nach dem gestrigen Tag (Grundsatzdiskussionen, eine Probe, die einem auch ohne Diskussion die Schuhe ausgezogen hätte und zum Ausklang der falschen Töne wenigstens ein wilder Abend mit den eben aus Berlin eingetroffenen Kollegen der Sandra Weckert-Band) kein Wunder.

Sandra spielt heute Abend im Salon, die Kollegen dürften noch schlafen.
Sie ist- ich hatte es schon befürchtet- putzmunter.
Ich muss mehr Café trinken.

Es ist 5 vor 12. Noch 5 min. Zeit, um sich zu melden.
Ansonsten habe ich vermutlich einen Kollegen weniger. 
Eigentlich hat es sich schon erledigt....Kommen und Gehen.
Kein Problem. Musiker kommen und gehen eben.
Manche wie und wann es ihnen passt.
So, aber jetzt....ab ans Telefon und die Meinung blasen.

3 min später: ja, Meinung blasen wäre schön.
Nach Absprache mit Uwe.
Weshalb der jetzt allerdings nicht abhebt, hm... irgendwie ist mir heute schlecht.
Ich versteh die Welt nicht mehr!

15 min später: alles geklärt.
Verabschiedung ohne Meinung blasen.
Geht auch. Gut. Man wünscht sich viel Glück für alles Weitere.
Danke, ebenfalls.
EmEm wird´s freuen.
Scoub-doubi-dou-yeah.

Währenddessen sich Frau Weckert nun ins Mozarthaus, danach ins Hundertwasserhaus begibt und dann hoffentlich auch den Weg in den Salon findet, bleibt mir, diverse Veranstalter über die Besetzungsänderung zu unterrichten.
Ähnlich unangenehm wie die Tatsache, immernoch ungeduscht hier rumzuhocken.

Aber es hat ja auch was Gutes:
Ab sofort ist wieder alles beim Alten - "Gern bereit" statt gerne breit.
Zumindest wäre es so geplant.

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 28.09.2007 14:44   



Roses Verwunderungskatalog Teil 2

Ein "Newsletter" ist grundsätzlich eine gute Sache.

Informativ und im Bestfall dennoch unterhaltsam bemühe auch ich mich auf elektronischem Weg um die Pflege meiner geneigten Zuhörerschaft.
Einige Kollegen tun das auch und ob der offensichtlich guten Streuung meiner Daten darf ich mich zu den vermutlich Bestinformiertesten der Stadt in Punkto "Wer spielt wann mit wem und wo (weshalb steht meistens nicht dabei, frage ich mich aber bei einer gewissen Kategorie Kollegen doch immer öfter)" zählen.
Das gefällt mir im Schnitt sehr gut. 

Natürlich läßt "im Schnitt" das Grauen schon vermuten. 
Zur Erheiterung hier ein kleiner Blick auf die zuletzt erhaltenen Ankündigungs-Highlights:

"Jaja, jetzt ist also der Herbst in unsere Lande gezogen....seufz. Koid und ungastlich, mit einem Wort a Sauwetter wo man am liebsten vor dem Kamin (falls vorhanden) ,mit Decke und Wärmeflasche bewaffnet, vor irgendeiner dümmlichen Ärzteserie oder Castingshow vor sich hindämmern möchte..... aber das wiederum würde große Gewissensbisse mit sich ziehen, vor allem - was den ... . September um 19.30h betrifft - oder wollen Sie womöglich ein Konzert der Superlative mit X und Y versäumen???"

Meine aus mir selbst unerfindlichen Gründen nie abgeschickte Antwort hierzu:

"Lieber Kollege! In Anbetracht deines fulminanten Stils erbreche ich mich in Ehrfurcht und bewaffne mich, bevor mich die angedrohten Gewissensbisse wohin auch immer mitziehen mit ganz anderen Geschossen denn Decke und Wärmeflasche.
Ich glaube, es dämmert woanders dümmlich dahin.

Mit kollegialen Grüßen, Rose"

 
Wie man aber
aus meinen bisherigen niedergeschriebenen Beobachtungen schon weiß, sind es genau diese Typen, die sich durch besondere Hartnäckigkeit hervortun.
Dementsprechend ließ es sich besagter Kollege auch nicht nehmen, in seinem aktuellen Newsletter seiner sowieso kaum zu toppenden geschmacklichen Treffsicherheit noch eins draufzusetzen:

  • "Hallo Leute! Ab Oktober gibt´s meine Page auf der neuen Adresse blabla.at zu bestaunen! Termininfo siehe Anhang... freu mich auf Euer Kommen im Jazzherbst Vienna!!! lg X
    PS: Hat jemand Fotos von Zawinuls Begräbnis? Bitte weiterleiten. THANX"

Ach, nähme er doch nur endlich seine Finger von der PC-Tastatur und widmete sich hinkünftig ausschließlich diesen schwarz-weißen Tasten! - Immerhin erwarten wir alle in Kürze sein Zawinul-Tribut und die dazugehörige Dia-Show wird sicherlich auch vom Feinsten...

PS so mit Kamin und Gigs der Superlative, da kann man aber schon neidisch werden, seufz!

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 28.09.2007 13:47   



Roses Verwunderungskatalog Teil 1

Keine neue Erkenntnis, aber doch immer wieder verwunderlich scheint mir die Tatsache, dass sich Musiker - also Instrumentalisten männlichen Geschlechts- zumindest innerhalb ihrer jeweiligen Cliquen- in regelmässigen Abständen gegenseitig bei ihren Konzerten besuchen, Sängerinnen gegen diese Art des kollegialen Austauschs allerdings immun scheinen. Das kann verschiedene Gründe haben:

  • Die Auftragslage aller Sängerinnen ist fantastisch & sie haben schlichtwegs keine Zeit, sich eine Kollegin anzuhören. Dies bedauern sie zutiefst.
  • Sie sind Sängerinnen von derartigem Charisma, dass sie der auftretenden Kollegin nicht durch ihr bloßes Erscheinen die Show stehlen wollen. Dies würden sie nie tun.
  • Sie möchten unbedingt dem Konzert der Kollegin beiwohnen, werden aber schon am Weg dorthin unentwegt von Autogrammjägern belagert und schaffen es somit nicht mehr rechtzeitig zum Konzert. Autogrammjäger enttäuschen und Zu-spät-Kommen: Beides Dinge, die sie nie tun würden.
  • Sie konzentrieren sich auf das Wesentliche und üben, währenddessen die Anderen flockige Liedchen zum Besten geben, im stillen Kämmerlein ein die Jazzwelt in Kürze revolutionierendes Scat-Solo im 9/8-Takt.

Nun, man sieht: Sängerinnen-Austausch ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. So geschehen auch am vergangenen Mittwoch im Salon. Die einzigen, offensichtlich armen weil arbeitslosen Sängerinnen-Seelen, die sich dem tatsächlich umwerfend guten Gesänge der Ana Paula da Silva mit Freuden hingaben, waren die Kollegin Caroline de Rooij und die Rose. Natürlich haben wir mit Vergnügen und auf höchst subtile Art die altbekannte Abwesenheit der Kollegschaft kommentiert. 
Ein guter, aber nicht der ausschlaggebende Grund, weshalb die Ein der Andere doch gut daran getan hätte, da zu sein!

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 26.09.2007 16:57   

 

Ärgern überflüssig - sich wundern reicht.

Ärger ist, läßt man ihn zu, allgegenwärtig. Sich zu ärgern ist menschlich. Aber in welchem Mass kann der eigene Ärger der Besserung des Umstands als solchem überhaupt zuträglich sein?
Nach eingehender Überlegung bin ich zu dem Schluß gekommen, daß 95% aller Ärgernisse nichts als Zeit- und Energievergeudung sind. Unabhängig dessen, ob es sich bei den zu beobachtenden Verfehlungen (die eigenen stehen auf einem anderen Blatt) um Mickrigkeiten wie Neid, Eifersucht, Gier oder schlichte Dummheit handelt, bemühe ich mich also, mich hinkünftig einfach nur mehr zu wundern: Keine leichte Sache, sind doch die Hirnlosen erstens hartnäckig und zweitens in Besorgnis erregender Überzahl!   
Inwiefern im Übrigen der Ausdruck "sich über etwas wundern" tatsächlich von den wahren und vermeintlich wahren "Wundern" abzuleiten ist, ist mir bis dato ein Rätsel.- Kein Wunder, halte ich doch "Wunder" stets für positiv behaftete Großartigkeiten dieser Welt und empfinde ich das "mich Wundern" lediglich als gesunde Zwischendurch-Lösung, um mich einfach weniger oder gar nicht zu ärgern.
Ärger mag die Luft reinigen, beim Wundern bleibt Einem nur, der Verwunderung Ausdruck zu verleihen.

Der rosische Verwunderungskatalog der vergangenen Tage & Wochen folgt in Kürze.
Vorab ein paar einleitende Zitate einiger kluger Köpfe.... nur so oder zum Nachdenken.

  • "Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher" - Albert Einstein
  • "Mitleid bekommt man geschenkt. Neid muss man sich verdienen." - Robert Lembke
  • "Um ernst zu sein genügt Dummheit, während zur Heiterkeit ein großer Verstand unerlässlich ist" - William Shakespeare

Und mein Favorit in diesem Kontext:

  • "Sei reizend zu deinen Feinden. Nichts ärgert sie mehr" - Carl Orff

    So begebe ich mich nun bestgelaunt zum 2. Salon-Abend der 3.Saison. Und die Hütte ist voll und Ana Paula da Silva wird singen, dass es nur so eine Freude sein wird und nicht nur ihren etwaig erscheindenden Neidern zuliebe (dumme Pute, singt und ist fesch, eine Frechheit, diese....) werde ich im Doppelpack mit ihr durch die Einfahrt strahlen. Auf dass alle, die Qualität zu schätzen wissen, sich wohlfühlen und einen schönen Abend haben. Über die Anderen werde ich mich wundern.



 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 23.08.2007 17:47   

 

Die Offiziellen und die Blösen

Es gibt Dinge, die kann man zum Glück (beinahe) völlig nach Belieben ändern.
Ein schönes Beispiel dafür: der eigene Name.- In Künstler-, insbesondere Sängerinnen-Kreisen oft tatsächlich eine Überlegung wert!
In meinem Fall wurde das schon vor Jahren sehr unkompliziert, aber effizient (!) geregelt: Sandra Rose ist mein Vorname, den Familiennamen "Otto" lasse ich einfach weg.
Wenn einem also angenommen der eigene Name irgendwie im Weg steht, umbenennt man sich eben. Das kann man sogar offiziell tun. Im Durchschnittsfall reicht es allerdings völlig aus, den neuen Namen einfach so lange zu kolportieren bis sowieso keiner mehr weiß, wie man ursprünglich mal hieß. Grundvoraussetzung hierfür sind lediglich eine möglichst hohe Identifikationsbereitschaft mit dem neuen Namen sowie ein Quäntchen Geduld mit den wenigen, willentlichen Verweigerern, die es auch nach 15 Jahren nicht zustande bringen, dich einfach so zu nennen, wie du eben genannt werden willst.
Diese Unglückseligen sind prinzipiell in 2 Kategorien einzuteilen:
Die "Offiziellen" (=Ämter & Behörden) und die "BlöSen", zu denen ich später kommen werde.

Die Offiziellen

...sind zwar meistens Vertreter von Stellen, von denen man sowieso nichts hören will, aber sie können einfach nichts dafür, dass man dennoch immer wieder von ihnen hört.
Also verhält es sich mittlerweile so, dass ich, je nachdem, wie ich genannt werde, weiß, was es geschlagen hat:
Ruft wer "Frau Ottoooo, bittääää" sitze ich vermutlich in einer Arztpraxis und fühle mich sowieso schon elend, bekomme ich ein Schreiben an "Sandra Otto" adressiert, kann man Gift drauf nehmen, dass nichts Positives drinsteht und nennt man mich "Frau Rose", "Sandra Rose", schlicht "Sandra" oder für die Intimis "Roserl" herrscht Wohlbehagen in all meinem Rosendasein und ich kann mich in Sicherheit wiegen.
Beste Beispiele der vergangenen Zeit: Der während meines Spitalaufenthalts täglich über sämtliche Flure des Wiener Allgemeinen Krankenhauses hörbare Satz "Frau Ottoooo, hatten sie heute schon Stuuuhl?"-  und im Gegenzug dazu "Frau Rose, es ist mir und unserer Organisation eine Freude, ihren Jazzclub mit x-Tausend Euro unterstützen zu dürfen":
Na, wenn das kein Unterschied ist!
Nun, die Stuhl-Geschichte - bei der ich im Übrigen ab dem 3. Tag aus voller Brust auf Anraten meines Mannes begonnen habe zu schwindeln ("Natüüürlich habe ich einen Stuhl, ich habe sogar viele Stühle!") mag wohl nicht das passendste Beispiel sein...Grundsätzlich dürfte es sich nämlich einfach so verhalten, dass man von mir als "Frau Otto" stets Geld will und ich als "Frau Rose" stes Geld bekomme.
Ein unschlagbares Argument und Indikator dafür, dass mein Dasein als "Frau Rose" eindeutig die bessere Variante ist.

Die Blösen

Wie der Name schon impliziert, handelt es sich bei den BlöSen um blöde, böse Menschen, die einen durch die sture Anrede mit dem ungewünschten "alten" Namen entblössen möchten. In meinem Umfeld reduziert sich die Anzahl dieser Spezies mittlerweile auf ein Minimum. Aber wenn denn nur einer von diesen auftaucht, erschallt beim Erspähen meiner Person ganz sicherlich ein süffisantes "Servas, Frau Ottoooo" durch den gesamten Raum. BlöSen tun dies grundsätzlich vorwiegend aus ihren beiden Haupteigenschaften, der Blöd- und Bosheit, heraus. Hat ein BlöSe einen besonders guten Tag, kann sein Beweggrund aber auch in seinem unbändigbaren Humor liegen:"Ha, Otto! O-T-T-O , von vorne und hinten gleich! ha-ha-ha-ha!" Und zu guter Letzt gibt es auch BlöSen, die unmissverständlich machen möchten- nein, müssen, dass sie einen ja viiiel besser und länger kennen als die Anderen es tun. 
Was die BlöSen dennoch immer eint, ist das dringende Bedürnis, den chic Benamten einfach etwas unchicer dastehen zu lassen.
Schönstes Beispiel der letzten Zeit: Sangeskollegin (und Busen-Freundin aus alten Tagen) begrüßt mich nach langer Zeit und  inmitten einer Kollegenschar mit einem satten "Na, Ottoooo?!!!". Was soll´s, denk´ ich, wissend um ihr Schicksal: Sie, die sie erst nach 20 Bühnenjahren auf die Idee kam, sich, Kollegschaft und Veranstalter nicht weiterhin mit ihrem sowieso unaussprechlichen Nachnamen zu quälen, sondern sich stattdessen nach ihrer Geburtsstadt zu benennen, will mein Rosen-Dasein nur ungern zur Kenntnis nehmen? Oder war´s  eh nur der ewig alte Schmäh? Egal, denn in Anbetracht der Tatsache, dass ihr ursprünglicher Nachname zu Deutsch "Röschen" heißt, habe ich zu mindest in Röschens Fall absolute Nachsicht.

 

Die Ausnahmen

Mein Vater: Otto find´ich gut

Dieser alt dahergebrachte, für heutige Marketing-Strategen sicherlich restlos verweichlichte Werbe-Slogan des Versandhaus-Riesen, hat in deutschen Landen zumindest noch einen treuen Anhänger: meinen Vater.
Der Familienname "Otto" bürgt für seinen Begriff nach wie vor für derartige Qualität, dass er blanken Entsetztens ward als er vor Jahren das Cover meiner ersten Aufnahmen erfolglos auf das Aufscheinen der vier heiligen Buchstaben hin untersuchte.
"Ja,....äh...du,... - da steht ja nirgends OTTO!!!"- "Otto klingt ja auch nicht gerade jazzig."- "Ja, aber du heißt doch Otto!"-"Ich heiße ja auch Rose"-"Ja, aber dann weiß doch keiner, dass das du bist."-"Dort, wo ich singe, weiß sowieso keiner, dass ich Otto heiße und dass ich Rose heiße, werden sie schon noch erfahren." "Waaas?- Um Gottes Willen....das ist ja ....aber Otto find´ ich doch guuut!"
Bis heute untersucht mein Vater Tonträger, Presseartikel & sonstiges, meinen Gesang betreffendes Material auf die Nennung des ultimativen Nachnamens. Die regelmässige Enttäuschung trägt er mittlerweile mit Fassung.

Meine Familie

Onkels und Tanten dürfen es. Die raren Grußkarten - etwa zu meinem alljährlich wiederkehrenden 29. Geburtstag- bleiben an "Sandra Otto" adressiert und ich öffne sie dennoch mit Freude. Allerdings nie, ohne zuvor einen Blick auf den Absender geworfen zu haben...man kann wirklich nie wissen...


Spitznamen- spitzfindig?

Wohl kaum. Da hat man es also - bis auf die Offiziellen & BlöSen- wenigstens namentlich endlich im Griff und dann wird man -diesmal im privaten Umfeld- mit den gurkdümmsten Spitznamen beschenkt. Wie bei allen ungeliebten Geschenken: zurückgeben gilt nicht, weiterschenken geziemt sich nicht, entsorgen undenkbar.
Man hat sie und wird sie nicht mehr los.
In meinem persönlichen Ranking unanfechtbar an erster Stelle:

"Sandy"

Welche Frau, die bißchen was auf sich hält, will um Himmels Willen eine "Sandy" sein? -Ich nicht! Selbstverständlich gibt es eine Handvoll Erlesener, die mich dennoch so nennen düfen - das allerdings auch nur, weil mein jahrelanger Protest schlichtweg ignoriert wurde und sie zudem zu Jenen gehören, die mir vermutlich mit einem liebevollen "Ach, Sandyiii" gar Freude glauben zu bereiten:

  • Meine Cousine Elke, die - wenn sie es besonders gut meint- mich auch zum "Sandyli" adelt
  • mein Kollege Thomas Faulhammer, der in eingeschworenen Kreisen selbst als "Fauli" noch gute Figur macht sowie
  • meine Tante, die als Rosemarie auch meine Namensgeberin ist und selbst ihr reiferes Alter völlig hemmungslos als "Mädi" (=Madl, dtsch. Mädchen) geniesst.
  • ...und die alten Kollegen, die mich tatsächlich ausschließlich aus der Wolfgang-Linder-Band kennen und dementsprechend- nicht nur hierfür-großzügig entschuldigt sind. 

Trotz hartnäckiger Anfragen z.B. meines geschätzten Kollegen Hrn. Scharf ist es mir leider nicht möglich, diese Ausnahmen-Liste zu erweitern.

Es steht also fest: "Sandy" ist zwar nicht fein, aber mein.


"Sandrale"

Völlig richtig: Nicht nur in jedem Mann, sondern auch in ausgewachsenen, starken Frauen steckt ein Kind. Zur Unterstreichung dieser Tatsache darf man sich dann und wann getrost an der sowieso viel zu selten stattfindenden verbalen Verniedlichung der eigenen Person erfreuen. Dass auch das Privileg nur weniger Personen ist, versteht sich. In meinem Fall - nur um etwaigen Zuschriften an das "liebe Sandrale" vorzubeugen  (man glaubt ja nicht, wieviele seltsamen Zuschriften einen vorzugsweise per elektronischer Post so ereilen!)- sind das im rosischen Fall

  • mein Vater
  • meine Tante Christine
  • mein Onkel Peter

Mehr "Sandrale" hielte ich für ungesund. Schließlich gibt es im Bedarfsfall noch andere Möglichkeiten, seine infantile Ader nicht restlos versickern zu lassen. Sandburgle-Bauen oder Brötle-Backen ist z.B. auch sehr schön.


"Uschi"

Wir katapultieren uns kurzfristig zurück ins Jahr 1999 und ich glaube mal wieder, wenigstens namentlich alles im Griff zu haben - Doch dann kam er, der blonde Mann aus den Bergen:

Sandy hin, Sandrale her
Frau Otto hat es manchmal schwer
Die Rose ist g´rad am Erblüh´n
Der Hansi will Eschprit versprüh´n
und umbenennt sie kurzerhand
ganz bärig und tirolerischi
"Jö, Leitln, schaut´s, des isch die Uschi"

Weshalb er....Gute Frage, habe ich vergessen zu stellen....Aber mal ehrlich: Will man tatsächlich alles wissen?

 


 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 20.08.2007 21:07   

Herzlich willkommen im Spätsommer!

Noch ist der Spätsommer nicht angebrochen, aber diese Stimmung...die innere Stimme sagt mir, dass es an der Zeit ist, die geruhsamen Sommermonate zu verabschieden, um mich mit neuem Elan in die Saison zu begeben.
Wie war der Ihrige/Eurige Sommer?
Der rosische hat mich für so manch beschwerlichen Monat entschädigt!
Anbei eine kurze Übersicht der vergangenen Monate im Leben der Rose.
Wir beginnen mit einem fürwahr einschneidenden Erlebnis in der Nacht des 31.1.2007 und enden dann aber - keine Sorge - in alt-bekannter Bestform...

Das Käsemesser

In modern-schlichtem Design, hart wie Krupp-Stahl und frisch geschliffen hatte sie mir mein Lebensgefährte, den ich einfach gern "Mann" nenne, überreicht: "Hier, Schatz - schließlich braucht auch deine Küche ein paar funktionierende Messer.". Das war Ende letzten Jahres.
Natürlich solltes es Monate dauern, bis diese neue Errungenschaft auch meines Blickes gewürdigt werden sollte. Dies allerdings dann in vollstem Ausmaß zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt und in- nicht nur für Rosen-Verhältnisse, sondern für alle Frau-Frauen dieser Welt- in übelster Verfassung: von Migräne geplagt, Opfer des allmonatlichen Hormonschubs & restlos erledigt von einem zwar schönen, aber oftmals aufreibenden Aufenthalt bei Vatern in der deutschen Heimat.
Es ist Mittwoch- Abend des Salons, Zeit, Musikerkollegen und Gäste willkommen zu heißen, anstatt gepeinigt zu hause zu hängen...die Lage ist so übel, dass mir mein Mann gerne den "Salon-Dienst" abnimmt. Zeitgleich mit den Stunden guten Musizierns & Salonierens (ich glaube, Wolfgang Bräuer war zu Gast) übergebe ich auf unüblichem Handelsweg mehrfach mein Innerstes dem Schlund der Wiener Kanalisation.
Gegen später kommt mein Mann nach hause. Mit guter Kunde - der Abend sei sehr schön verlaufen - und mit kleinem Hunger. Dem will ich - selbst ungenährt -gerne Abhilfe schaffen. Schnappe den Käse, das Brot, das -noch immer nie benutzte- Käsemesser- und mache mich über die Ingridenzien für einen späten Imbiss her.
Keine gute Idee. Geschwächt & in Gedanken von der Realität weit fern, fortgetragen und mich mit Grundsatzfragen, aber keinesfalls mit dem in Betrieb genommenen Käsemesser auseinandersetzend, höre ich nur plötzlich meinen eigenen Aufschrei, sehe meine linke Hand blutüberströmt (Mist, der Küchen- & Wohnzimmerboden- so eine Sauerei!) am Gelenk herabbaumeln, taumele, aber falle nicht. Sage "Bitte!-Ruf die Rettung"!, frage "Muss ich jetzt sterben? - Warum werd´ ich nicht ohnmächtig? Glaubst Du, muss ich jetzt sterben?!", werde von jungen Samaritern (vermutlich Bundesheerverweigerer- ach, so schauen die aus!) in das Rettungsauto gehieft, lande im AKH, werde notversorgt und alsbald operiert, bekomme noch mit, dass sie mich allesamt für einen unsagbar dämlichen Selbstmörder halten. Einen, der´s ernst meint, aber zu bescheuert ist, sich die Adern auch tatsächlich längs statt quer aufzuschneiden...
So geschah es also in der Nacht zum ersten des zweiten Monats dieses Jahres, dass das Sprichwort "Das mach´ ich doch mit links" für mich mit sofortiger Wirkung und lebenslänglich eine völlig neue Bedeutung bekommen sollte.

Im Krankenhaus

Die OP scheint gelungen.Ich bin fertig, die Hand ist gerettet aber dennoch wird das eine Angelegenheit für die nächsten Jahre! Mein Mann kommt jeden Tag, Uwe kommt, meine engsten Freundinnen, ich regle das Notwendigste vom Bett aus. Schließlich muss Uwes und meine CD "Gern Bereit" bald draußen sein. Uwe sagt "Zum Glück musst du ned Bass-Spül´n".
Die Ärzteschar ist durchwachsen. Von "sehr leiwand" bis Volltrottel - z.B. diese dubiose Pschychiaterin mit der 80-er Jahre-Fönwelle-alles vorhanden. Wie im Leben. Ich bekomme endlich Professor Vecsei zu Gesicht. Ein alter Jazzfan, großer Meister seines Fachs, Leiter der Chirurgie und Bruder einer etwas durchgeknallten Bekannten. Habe mehrfach für ihn im Rahmen seiner elitären Events gesungen, schäme mich, ihm so absolut un-rosich ungestylt aus meinem Krankenbett entgegenblicken zu müssen (habe mir aber immerhin zuvor noch die Wimperntusche aufgetragen - irgendwas muss ja noch gehen!). Bin dankbar, dass er da ist, sehe ihm dennoch an, dass auch er sich nicht ganz sicher ist, ob ich nicht...

Draußen ist es viel schöner

Stimmt. Trotz aller Handicaps im Alltag (so einhändig ist es eben doch etwas mühsam) und dank der Erkenntnis, dass die mir von den "mir sowieso Suspekten" verordnete Medizin für mein Wohlbefinden keinesfalls zuträglich ward und somit schlicht eigenhändig abgesetzt wurde, kann ich heute sagen, dass ich wieder vollsten Elans bin für alles Weitere. Meine Musik, meine Kollegen, der Club, mein Mann, unser Publikum - das ist wichtig, für Trübsal habe ich keine 
 

Zeit

...heilt alle Wunden. Natürlich!-Meine tut nach wie vor weh, beschwert mich im Alltag und lässt mich Dinge, die man einfach beidhändig angreifen muss nicht oder nur zu Ungenüge erledigen.
Ein halbes Jahr in Hand-Schiene, 37x zur Ergo-Therapie rennen, ein halbes Jahr sich nur so durch den Alltag und das Notwendigste schlengeln, sich plagen beim Duschen, Haarewaschen, Hose-Anziehen (Pinkeln wird zum Problem - immerhin will man die Hose oder das Rockerl danach auch wieder schließen können...) ,Computer-Schreiben- ein Horror; keine Chance, sich mit Einkaufssackerln beidseitig zu bepacken, beim Kochen wie ein Anfänger dastehen - all das mit den falschen Pulvern im Gewebe - nein, keine Zeit des Zuckerschleckens - und dennoch Zeit, um sich Gedanken über das Wesentliche zu machen.


Die Musik

...wird immer besser. Interessant, wie sich Dinge tatsächlich über die Jahre entwickeln. Uwe weiß genau, wann ich Luft hole und setzt dementsprechend seine Vierteln an. Genauer: sein Phrasing übernimmt das meinige und das in vollkommener Form. (Dass er seine anderweitigen Vierteln je nach meiner Befindlichkeit gerichtet hätte, wäre mir neu.):Einigkeit herrscht in Geschmack und Vorgehensweise. Schließlich wollen wir nichts anderes, als musikalisch gemeinsam reifen und dem -hoffentlich geneigten-Zuhörer- etwas Besonderes bieten. Eine Herausforderung , allein bedingt durch die sehr spezielle Besetzung Bass und Gesang.
Vor 25 Jahren gab es Sheila Jordan mit Arild Anderson- wohl die erste Bass-Gesangs-Platte, die die Kenner im Regal hatten.
Heutzutage und hierzulande gibt es meine heiß geliebte Kollegin Agnes Heginger und den sehr guten Georg Breinschmid. Breinschmid hat einen Knall. Einen, den ich im Übrigen durchaus schätze.
Ob Conny Giese - meine weit zu früh verstorbene Lehrerin & spannende Sängerin der heimischen Szene - je mit ihrem Lebensgefährtem, dem Bassisten Hans Strasser Duo-Arbeiten aufgenommen hat? Ich weiß es nicht, bin aber in jedem Fall froh, meine Arbeit mit Uwe rechtzeitig in Angriff genommen zu haben. Man kann ja wirklich nie wissen...

Ich freue mich über die derzeitige Arbeit. "Gern Bereit" ist was Besonderes. Und sicherlich das bislang Beste meines Werdegangs.
Zwischendurch war es aber auch immer wieder schön, die ganze "Band" als solche zu erfahren. Keine Frage- mit Franz (Scharf), Richard (Oesterreicher) und Uwe - und natürlich auch Thomas "Fauli" Faulhammer- ist es sogar eine Wohltat, die ein oder andere Gala musikalisch zu umrahmen. Eine Idealbesetzung für das gehobene Shrimps-Bewürfnis. Immer gut, immer passend. Ohne im Schleim zu versinken. Wunderbar! In diesem Sinn lebe - neben den rein konzertanten Gigs- auch gern der unterhaltsame easy-listening-Jazz...

Und wenn man dann gar nicht mehr damit rechnet, kommen auch die anderen "alten" Kollegen daher und fragen dich, "Singst du mit mir...

Gospel?"

Es war ....vermutlich ist es mindestens 10 Jahre her ...sagen wir 1997.
Ich im Begriff, den Jazzerantenweg einzuschlagen, aber tatsächlich eher im kommerziellen Gefilde zu Gange (zu dem Zeitpunkt warb gerade die Wolfgang Lindner Band um meine Sanges - und Schunkelkünste!), wurde ich von meinem Studienkollegen Georg Weilguny angeheuert, sein neues Gospel-Quartett zu unterstützen.
So sollte es sein. In der damaligen Besetzung keine Geschichte von langer Dauer.
Paar Jahre später- Georg, mittlerweile dank seiner Chorgründungen und mittlerweile zum Professor promoviert-zum österreichischen Gospel-Guru erkoren, erblüht das Gospel-Quartett als "Solisten-Ensemble" und Ableger der großen Chöre in neuer Pracht und passender Besetzung.
Mit dabei: die Rose als satt daherblökende Gospel-Sister.
Ob als Mitglied von "Gospel & More" oder als Solistin der Longfield-Gospel-Chöre - in den Jahren 2001-2004 gab es - neben meinen stets anwachsenden Jazz-Tätigkeiten- allerhand & darunter viel Schönes zu tun.
Irgendwie hat´s  mir dann gereicht.
"Happy Day" hin und "Praise the Lord" her - ich hatte die Schnauze voll.
...aber nie hat mir die Frage Ruhe gelassen, was nun eigentlich mit dem Weilguny los sei:

Freitag vor 2 Wochen, 2 1/2 Jahre nach krachendem Ausstieg.
Frisch vom gelungenen und zutiefst genossenen Griechenland-Urlaub rückgekehrt ereilt mich ein Anruf.
"Hallo, Sandra, hier Georg."

Montag vor 2 Wochen

4.50h. Aufstehen. 5.45h. Abfahrt zu Georg. 6.05h. Ankunft bei Georg. Begrüßung der "neuen", nach Totalumbesetzung mir fremden Sangeskollegen. Einsteigen ins Auto. Ich vorne. Bin froh, dass die alte Hierarchie auch jetzt funktioniert, erwähne dennoch die meinige Notwendigkeit vorne zu sitzen ob meiner Tendenz von hinten alles vollzukotzen. Habe Café in der Thermoskanne und 3 von den angesagten Songs in der Handtasche. Bis auf einen offensichtlich die falschen.
6.15h. Beginn der Sangesprobe bei Tempo 160 über die A2 Richtung Klagenfurt.Wir klingen erbärmlich. 8.30h. Stopp Raststation, Leberkäs-Semmel für Georg und mich. Er 2, ich eine. Die Anderen keine. Sehr suspekt. 8.45h.Anregung durch mich, das Geprobte zu wiederholen. Wird getan. Klingt nicht gut, aber es scheint, als wisse jeder, was zu tun sei. 9.31h. Ankunft am Spielort. Showtime 10h morgens.

Die wichtigsten Gäste sind weiß gekleidet, die Anderen bunt, der Rest in Schwarz.
Wir singen, was das Zeug hält.
Gut, als hätten wir Jahre an gemeinsamer Erfahrung zu verbuchen. Die lebensbejahenden Titel. Wie gewünscht.
Nach der dritten Nummer beginnen die Leute zu klatschen, mitzusingen, zu tanzen.
Eine Stimmung der besonderen Art.

Nach der letzten Nummer kehrt Ruhe ein. Und der weiß gekleidete Mitt-Vierziger trägt gemeinsam mit den Trägern den Sarg seines tödlich verunglückten 17-jährigen Sohnes zur Kirche hinaus.

 

 

 

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 03.06.2007 16:33   

 

Geduld, meine Lieben, Geduld....allerspätestens im Herbst, sobald Sandras Salon in die neue Saison startet, werden wir uns allmittwöchlich erneut austauschen. Versprochen.

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 24.02.2007 10:45   

 

Schönen Tag, Ihnen und Euch allen.

Einige haben schon diese neue Site entdeckt- den relaunch wollte ich erst wenn der CD-Erscheinungstermin fixiert ist kundtun, aber natürlich freue ich mich jetzt schon über Nachrichten und Eure Anliegen - es muss allerdings nicht gleich eines wie das des Hrn. Rudolf (s. Gästebuch) sein...lasst uns besser über Musik reden, denn diesbzgl. bin ich natürlich stets >Gern Bereit<.....

diesen Beitrag kommentieren

Sandra Rose 15.02.2007 17:07   


E
röffnet.

 

diesen Beitrag kommentieren